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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 01.12.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 7 Min.

GESAMT-ROUNDUP: Impfpflicht, 'Impfknall' - Bund und Länder beraten Vorgehen

BERLIN - Wegen der angespannten Corona-Lage müssen sich die Bürger kurzfristig auf schärfere Maßnahmen einstellen. Bund und Länder bereiteten am Mittwoch die nächste Gesprächsrunde zwischen den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten und der Bundesregierung vor, die an diesem Donnerstag entsprechende Beschlüsse fassen soll. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kündigte eine solche Runde am Mittwoch an.

ROUNDUP/OECD: Wirtschaftsaufschwung bleibt wegen Pandemie unausgewogen

PARIS - Der ungleiche Impffortschritt gegen das Coronavirus führt nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD zu einem unausgewogenen Wirtschaftsaufschwung. Zwar befinde sich die Weltwirtschaft weiter im Aufschwung, die Erholungsdynamik lasse aber nach und werde zunehmend unausgewogen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch mit. Durch neue Virusvarianten bleibe die Unsicherheit hoch. Die meisten Industrieländer näherten sich zwar dem vor der Pandemie erwarteten Wachstumspfad. Länder mit geringerem Einkommen und vor allem die mit niedrigen Impfquoten drohten jedoch zurückzufallen.

ROUNDUP: Lira-Intervention der türkischen Notenbank zeigt nur begrenzt Wirkung

ANKARA - Die türkische Notenbank hat zur Stützung der Landeswährung Lira am Devisenmarkt interveniert. Die Intervention sei wegen einer "ungesunden Preisbildung" am Markt erfolgt, teilte die Zentralbank am Mittwoch in Ankara mit. Sie machte keine Angaben zum Volumen der Maßnahme. Marktbeobachter sprachen von der ersten Intervention der Notenbank seit längerer Zeit.

ROUNDUP: RKI registriert 67 186 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 442,9

BERLIN - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 442,9 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert leicht darunter bei 452,2 gelegen. Allerdings wies die Verbandschefin der Amtsärzte darauf hin, dass viele Gesundheitsämter derzeit beim Bearbeiten von positiven Corona-Nachweisen nicht mehr hinterherkämen.

ROUNDUP: Industriestimmung im Euroraum erstmals seit Juni wieder gestiegen

LONDON - Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im November leicht verbessert. Der Einkaufsmanagerindex des Forschungsunternehmens IHS Markit legte zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 58,4 Zähler zu, wie Markit am Mittwoch in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Es ist der erste Anstieg des Stimmungsindikators seit Juni. Die Erstschätzung hatte etwas höher bei 58,6 Punkte gelegen und Analysten hatten mit einer Bestätigung der ersten Erhebung gerechnet.

USA: Bauausgaben legen leicht zu

WASHINGTON - In den USA sind die Bauausgaben im Oktober leicht gestiegen. Im Monatsvergleich erhöhten sie sich um 0,2 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Der Bausektor profitiert seit längerem von der hohen Nachfrage nach Wohnraum. Seit einiger Zeit wird er jedoch von coronabedingten Materialengpässen geplagt.

USA: Industriestimmung steigt etwas schwächer als erwartet

TEMPE - Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im November etwas weniger aufgehellt als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex ISM stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 61,1 Zähler, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch in Tempe mitteilte. Analysten hatten mit einem Zuwachs auf im Schnitt 61,2 Punkte gerechnet.

Bislang knapp 60 Omikron-Infizierte in der EU erfasst

STOCKHOLM - Mindestens elf EU-Staaten haben bislang das Auftreten der Coronavirus-Variante Omikron gemeldet. Wie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC in einem Omikron-Update schrieb, gab es bis zum Mittwochmittag 59 erfasste Infizierte. Die in Stockholm ansässige Behörde listete dabei 16 Fälle in den Niederlanden, 14 in Portugal und 9 in Deutschland auf. Hinzu kamen gemeldete Infizierte in Italien, Dänemark (jeweils 4), Schweden, Österreich (jeweils 3), Belgien, Spanien (jeweils 2), Tschechien (1) sowie eine auf der zu Frankreich zählenden Insel Réunion.

ADP: Beschäftigung im US-Privatsektor steigt erneut deutlich

WASHINGTON - Die US-Privatwirtschaft hat im November erneut eine hohe Anzahl von Stellen geschaffen. Gegenüber dem Vormonat seien 534 000 Beschäftigte hinzugekommen, teilte der Arbeitsmarktdienstleister ADP am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 525 000 Stellen gerechnet. Im Vormont waren 570 000 Arbeitsplätze geschaffen worden.

ROUNDUP/Alarmstimmung im Handel: 2G-Regelung bedroht Weihnachtsgeschäft

DÜSSELDORF - Im Handel herrscht Alarmstimmung: Schon am ersten Adventswochenende blieben viele Verbraucher angesichts hoher Inzidenzzahlen den Innenstädten fern. Und jetzt könnte ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft sogar noch eine größere Gefahr drohen - wenn bundesweit in großen Teilen des Einzelhandels tatsächlich die 2G-Regel eingeführt werden sollte und nur noch Geimpfte und Genesene in Warenhäusern, Modegeschäften und Elektronikläden einkaufen dürfen. Ausnahmen sollen für Geschäfte des täglichen Bedarfs gelten.

ROUNDUP: Wüst kündigt Ministerpräsidentenkonferenz für Donnerstag an

DÜSSELDORF - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat für Donnerstag eine offizielle Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Krise angekündigt. Dabei soll es unter anderem um umfangreiche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte gehen, wie der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch sagte. Als weitere Themen nannte er eine deutliche Verringerung der Zuschauerzahlen bei Großveranstaltungen, eine Ausweitung der 2G-Regeln (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene), die kurzfristige Umsetzung der Impfpflicht in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sowie die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht.

ROUNDUP 2/Mehr Innovation durch mehr Daten: EU feiert Einigung zu neuem Gesetz

BRÜSSEL - Die rasant steigenden Datenmengen von Unternehmen und Behörden sollen künftig besser zum Vorteil von Wirtschaft und Gesellschaft genutzt werden können. Wie EU-Vertreter in der Nacht zum Mittwoch mitteilten, haben sich die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament nach langen Verhandlungen auf eine gemeinsame Position zum sogenannten Daten-Governance-Gesetz geeinigt. Dieses war im vergangenen Jahr von der Europäischen Kommission vorgeschlagen worden.

ROUNDUP: WHO will globalen Pandemie-Pakt schließen

GENF - Zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien wollen die 194 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weltweiten Pakt schließen. Darauf einigten sie sich am Mittwoch zum Abschluss einer Sondersitzung in Genf. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, damit solle geholfen werden, eine "Ich zuerst"-Mentalität vieler Länder wie in der Corona-Pandemie zu verhindern. Ziel ist eine Vereinbarung, die rechtlich bindend ist.

In Portugal gilt wieder Corona-Notfallzustand - Neue Beschränkungen

LISSABON - In Portugal gilt seit Mittwoch wegen steigender Corona-Zahlen wieder der Notfallzustand mit neuen Beschränkungen und Testregeln. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, müssen nun einen negativen Test vorweisen - selbst dann, wenn sie geimpft oder genesen sind. Homeoffice wird von der Regierung in Lissabon "dringend empfohlen". Zudem wird es nach den Jahresendfeiertagen eine "Woche der Zurückhaltung" mit obligatorischem Homeoffice sowie mit geschlossenen Schulen, Universitäten, Bars und Diskotheken geben.

Großbritannien: Industriestimmung hellt sich weiter auf

LONDON - Die Stimmung in der britischen Industrie hat sich im November weiter verbessert. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanangerindex stieg im Vergleich zum Oktober um 0,3 Punkte auf 58,1 Zähler, wie Markit am Mittwoch in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Es ist der zweite Anstieg des Stimmungsindikators in Folge. Damit wurde die erste Erhebung leicht nach unten revidiert, während Analysten eine Bestätigung der ersten Schätzung von 58,2 Punkten erwartet hatten.

Ökonomen Görg und Kooths übernehmen vorläufig Leitung des IfW Kiel

KIEL - Die Ökonomen Holger Görg und Stefan Kooths haben am Mittwoch vorläufig die wissenschaftliche Leitung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) übernommen. "Einer entsprechenden planmäßigen Interimsregelung haben der Stiftungsrat des Instituts sowie das Land Schleswig-Holstein und der Bund als für die Finanzierung des Instituts verantwortliche Stellen nun zugestimmt", teilte das IfW mit.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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