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Donald Trump und Joe Biden treten bei konkurrierenden TV-Fragestunden auf

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Joe Biden spricht sich für Masken aus und kritisiert Trumps Corona Politik. Der US-Präsident verbreitet erneut Falschinformationen über Masken und zelebriert sich selbst.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat ein nationales Vorgehen gegen das Coronavirus und das Tragen von Masken angemahnt. Mit den Masken könne ein weiterer Lockdown verhindert werden, sagte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer Fragestunde des Senders ABC mit Wählern in Philadelphia. US-Präsident Donald Trump komme eine Vorbildfunktion zu, sagte Biden. Wenn der Präsident keine Maske trage oder sich über Menschen lustig mache, die sie tragen, kämen die Leute zu dem Schluss, dass es nicht wichtig sei.

Es sei „die Verantwortung eines Präsidenten, zu führen“, sagte Biden, Trump „hat das nicht getan“. Er habe sich zu sehr auf den Aktienmarkt fokussiert, während er die Ausbreitung des Coronavirus heruntergespielt habe, was sowohl die Gesundheit der US-Bürger als auch die Wirtschaft bedroht habe. Er selbst würde auf die Wissenschaft hören, sagte Biden. Er warf Trump außerdem vor, sich nicht aktiver um ein weiteres Konjunkturpaket bemüht zu haben.

Trump hielt zur gleichen Zeit eine vom Fernsehsender NBC veranstaltete Fragestunde mit Wählern in Miami (Florida) ab. Er wiederholte seine falsche Aussage, dass nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC 85 Prozent der Menschen, die eine Maske tragen, sich mit dem Virus infizieren. Tatsächlich hatten nach einer CDC-Untersuchung 85 Prozent einer Gruppe von Coronavirus-Infizierten im Juli angegeben, sie hätten in den 14 Tagen zuvor oft oder immer eine Maske getragen. Trump verteidigte sein Vorgehen gegen die Corona-Pandemie: „Wir sind Gewinner.“

Trump zweifelte den Nutzen von Masken an. „Leute mit Masken werden die ganze Zeit infiziert“, behauptete er. Die zuvor gestellte Frage zielte auf eine große Versammlung im Weißen Haus am 26. September ab. Es wird davon ausgegangen, dass sich viele Leute, darunter der Präsident und seine Frau Melania, bei der Veranstaltung mit dem Virus infiziert haben. Die meisten Gäste trugen keine Maske. Trump trägt selbst selten eine.

Der Frage, ob eine solche Impfung verpflichtend sein sollte, beantwortete Biden nicht eindeutig. Man sollte darüber sprechen, sagte Biden, bemerkte aber gleichzeitig, dass eine Verpflichtung schwierig durchzusetzen sei. Es hänge auch von der Verlässlichkeit ab. Wenn ein künftiger Impfstoff „eine sehr positive Wirkung“ habe, würde er selbst sich wahrscheinlich impfen lassen.

Trump schwitzte teilweise und schien sichtbar wütend über aggressive Frage zu sein, insbesondere zu Beginn der Fragestunde. Fragen zum Zeitpunkt seines Coronavirus-Tests, seinen Plänen für die Krankenversicherung in den USA und seinen Steuerunterlagen wich er aus. Die Wähler stellten ihm auch Fragen zu Rassismus, Verschwörungserzählungen und seinem Unwillen, Masken zu tragen. Biden musste Fragen zu Rassismus und Steuersenkungen beantworten.

Trump weicht Frage nach Corona-Test aus

Trump machte keine Angaben dazu, wann er vor seiner Covid-Erkrankung zuletzt negativ auf das Coronavirus getestet wurde. „Ich erinnere mich gar nicht daran“, sagte Trump. Er werde ständig getestet. Die Frage nach dem letzten negativen Testergebnis ist von Belang, weil im Raum steht, ob Trump womöglich noch Veranstaltungen abhielt, als er bereits wusste, dass er infiziert ist.

Auf die Frage, ob er sich am 29. September habe testen lassen, bevor er mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden in Cleveland zusammentraf, sagte Trump: „Möglicherweise habe ich, möglicherweise habe ich nicht“. Die Regeln für die Debatte sehen vor, dass beide Kandidaten ein negatives Testergebnis haben, dieses müssen sie aber nicht nachweisen. Trump wurde zwei Tage später positiv aus das Virus getestet.

Eigentlich sollten die Kandidaten in einer gemeinsamen Fernsehdebatte befragt werden. Die Planungen für das zweite Duell vor der Wahl am 3. November gerieten aber durcheinander, nachdem sich Trump mit dem Coronavirus infiziert hatte. Trump hatte sich geweigert, aus Sicherheitsgründen die Debatte online abzuhalten. Biden kündigte daraufhin eine eigene TV-Veranstaltung an, Trump zog nach.

Für den 22. Oktober ist die letzte TV-Debatte als direktes Aufeinandertreffen vor der Wahl geplant. Trump hat sich aber bereits gegen Regeländerungen am Konzept der TV-Duelle ausgesprochen, die die Veranstalter als Konsequenz aus dem Chaos bei der ersten Debatte angekündigt hatten.