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DIW schlägt weiteres milliardenschweres Konjunkturpaket vor

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland braucht aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ein weiteres Konjunkturpaket. Rund 192 Milliarden Euro sollen demnach in den nächsten zehn Jahren investiert werden: etwa in Kitas und Ganztagsschulen, in Schlüsseltechnologien, Unternehmensgründungen, eine Entschuldung der Kommunen und eine Umstiegsprämie für Menschen, die vom Auto auf Fahrrad, Bus und Bahn wechseln. Ziel müsse ein digitaler, ressourcen- und klimaschonender Umbau der Industrienation sein, teilte das Institut am Donnerstag mit.

Die Bundesregierung plant, die Wirtschaft in der Corona-Krise bis 2021 mit 130 Milliarden Euro anzukurbeln. "Wir sollten nicht nur die nächsten zwei Jahre einen Konjunkturimpuls haben, sondern für die nächsten zehn Jahre das Wachstum verstetigen", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Deutschland könne sich nicht "aus der Krise hinausexportieren" wie nach der Finanzkrise. "Unsere Kassenschlager - Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen - werden nicht mehr nachgefragt."

Das vorgeschlagene zweite Konjunkturpaket schaffe mehr Arbeitsplätze als durch die Corona-Krise verloren gegangen seien. Durch höhere Steuereinnahmen finanziere es sich knapp zur Hälfte selbst.

Das Institut rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 8,1 Prozent schrumpft und im nächsten Jahr um 4,3 Prozent wächst. Kommt das bereits geplante Konjunkturpaket der Bundesregierung nicht, fiele die Bilanz jeweils 1,3 Prozentpunkte schlechter aus. Eine zweite Corona-Welle würde die Prognose weiter trüben.