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DIW-Chef Wagner sieht Nachholbedarf bei der Energieeffizienz

Berlin (dapd). Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner, sieht bei der Umsetzung der Energiewende Licht und Schatten. Wagner sagte in einem dapd-Interview, der Ausbau der erneuerbaren Energien gehe zwar gut voran. "Echten Nachholbedarf" gebe es aber im Bereich der Verbesserung der Energieeffizienz und der nachhaltigen Mobilität.

Wagner verwies darauf, dass die größten Belastungen für Unternehmen "durch hohe Preise fossiler Energie" entstünden. Er fügte hinzu: "Die werden nicht mehr systematisch und nachhaltig runtergehen." Nur die Verbesserung der Energieeffizienz ermögliche dauerhaft sinkende Kosten.

Der DIW-Vorstandsvorsitzende schlug vor, Unternehmen für das Energiesparen zu belohnen. So könne "die Ausnahmegewährung für energieintensive Unternehmen, die von der Zahlung der EEG-Umlage, Ökosteuer und Emissionszertifikaten weitestgehend ausgenommen sind, an Energieeffizienz-Managementsysteme gekoppelt werden".

Wagner fügte hinzu: "Den Verbrauchern ist nicht mit niedrigeren Preisen nachhaltig geholfen, sondern sie sollten Energie einsparen, insbesondere im Gebäudebereich." Daher sei es "wichtig, dass wir in Deutschland die finanzielle Unterstützung der Gebäudesanierung aufstocken und man sich auf Bundesländer-Ebene rasch einigt".

Stromkosten könnten auch verringert werden, "indem stromsparende Geräte genutzt werden". Wagner betonte: "Dabei kann einkommensschwachen Haushalten durch eine finanzielle Unterstützung beim Kauf von energiesparenden Geräten geholfen werden."

dapd