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Dividendenperle Österreichische Post im Umbau: Aber ein Trend stimmt!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Die Aktie der Österreichischen Post (WKN: A0JML5) hat sich inzwischen zu einer echten Dividendenperle gemausert. Zumindest die historischen Dividendenausschüttungen waren in den letzten Jahren sehr konstant. Gemessen an einer zuletzt ausgezahlten Dividende von 2,08 Euro und einem aktuellen Aktienkurs von 28,40 Euro (16.11.2020, maßgeblich für alle aktuellen Kurse und Kennzahlen) beliefe sich die derzeitige Dividendenrendite außerdem auf 7,32 %. Das könnte ziemlich attraktiv sein.

Im Rahmen der aktuellen Quartalsberichtssaison hat jetzt auch das Management der Österreichischen Post frische Quartalszahlen präsentiert. Die Ergebniszahlen sind zwar durchwachsen gewesen, bedingt durch einen Um- beziehungsweise Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs sowie COVID-19. Allerdings, und auch das zeigt sich: Ein Trend stimmt im aktuellen Zahlenwerk.

Österreichische Post: Die Zahlen im Blick!

Wie die Österreichische Post jetzt zeigen konnte, hielt das Umsatzwachstum an. Innerhalb der ersten neun Monate kletterten die Erlöse um 2,4 % auf 1,49 Mrd. Euro. Dabei hat ein gutes Paketwachstum mit 31,9 % ein schwächeres Brief- und Werbegeschäft kompensieren können. Hier ging das Volumen innerhalb der ersten drei Quartale um 9,0 % zurück. Weiterhin zeigt sich jedoch in Anbetracht der relativen Zahlen: Das Briefgeschäft ist noch ein Schwerpunkt.

Ergebnisseitig konnte die Österreichische Post innerhalb des besagten Berichtszeitraums ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 81,4 Mio. Euro ausweisen. Das entspricht einem Rückgang im Jahresvergleich von 37,4 %. Das EBIT des Logistikgeschäfts sank hingegen um 10 % auf 118,7 Mio. Euro, was ebenfalls schwächer gewesen ist.

Die Österreichische Post verweist darauf, dass der Aufbau der bank99 mit einem negativen Sondereffekt von 37,3 Mio. Euro zu diesen durchwachsenen Ergebniszahlen beigetragen hat. Im Brief- und Werbegeschäft ist das Ergebnis zudem um 17,2 % auf 22,2 Mio. Euro rückläufig gewesen. Im Paketgeschäft kletterte das Ergebnis hingegen um 52,9 % auf 11,9 Mio. Euro. Damit zeigt sich, dass auch die Österreichische Post von mehr Warenhandel durch den E-Commerce profitiert. Das dürfte ein Wachstumstrend innerhalb dieses Segmentes sein, der auch in den nächsten Quartalen und Jahren zu Verbesserungen führen könnte.

Im laufenden Geschäftsjahr 2020 rechnet das Management mit einem Umsatzanstieg von ca. 3 % oder etwas mehr. Unter anderem die neue Beteiligung Aras Kargo soll demnach für einen positiven Effekt sorgen. Trotzdem werden die Ergebniskennzahlen im laufenden Geschäftsjahr weiterhin durchwachsen sein.

Das sollten Foolishe Investoren jetzt wissen!

Keine Frage: Die Österreichische Post macht eine schwierige Zeit durch, auch bedingt durch COVID-19. Aber eben auch durch den Aufbau des Digitalgeschäfts mit der bank99. Ergebnisseitig könnte es daher etwas eng werden. Das dürfte auch dafür sorgen, dass die derzeitige Dividendenrendite so hoch und günstig erscheint. In den letzten Jahren belief sich das Ausschüttungsverhältnis schließlich auf deutlich über 90 %.

Trotzdem trifft das Management augenscheinlich richtige, für die zukünftige Ausrichtung wegweisende Entscheidungen. Die Digitalisierung wird vorangetrieben. Zudem konnte mit Aras Kargo eine Investition getätigt werden, die direkt positiv zur Umsatzentwicklung beiträgt.

Wer mit den kurzzeitigen Sorgen leben kann, der könnte hier weiterhin eine attraktive, operativ eher defensive Aktie erkennen. Zumal der E-Commerce ein Wachstumsmarkt ist, der insbesondere im Paketgeschäft zu einem deutlichen Ergebniswachstum innerhalb dieses Segments und der ersten neun Monate dieses Geschäftsjahres beigetragen hat.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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