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Dividendenaristokrat Altria: Trotz fast 8,5 % Dividendenrendite weitere schlechte Nachrichten!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
British American Tobacco Risikobereitschaft
British American Tobacco Risikobereitschaft

Wenn es um die Aktie von Altria (WKN: 200417) geht, so werden viele Foolishe Investoren vermutlich zunächst an die üppige Dividende denken. Der Dividendenaristokrat mit seiner adeligen und zuverlässigen Ausschüttung zahlt momentan quartalsweise 0,86 US-Dollar an die Investoren aus. Bei einem derzeitigen Aktienkurs von 40,53 US-Dollar (07.10.2020, maßgeblich für alle Kurse) entspricht das immerhin einer Dividendenrendite von 8,48 %. Definitiv eine starke Dividende.

Zuversichtlich stimmt einige Dividendenjäger außerdem, dass das Management von Altria erst kürzlich die Dividende erneut angehoben hat. Und das nicht so knapp: So stieg die Quartalsdividende von 0,84 US-Dollar im Vorquartal auf das neue Niveau. Mit einer Dividendenerhöhung von 2 Cent hat das Management jedenfalls nicht bloß das Mindestmaß erfüllt.

Ist daher alles gut bei diesem offensichtlich günstig bewerteten Dividendenaristokraten? Auch wenn der Blick auf die Dividende das möglicherweise vermuten lässt, so reißen die schlechten Nachrichten weiterhin nicht ab. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Foolishe Investoren gerade jetzt wissen sollten.

Altria-Beteiligung Juul: Rückzug aus der Schweiz

Wie jetzt das Wirtschaftsmagazin Bilanz berichtet, wird sich die Marke Juul aus der Schweiz in Gänze zurückziehen. Der Hersteller von Ersatzprodukten für die klassische Zigarette hat erst vor zwei Jahren begonnen, in der Schweiz operativ aktiv zu werden. Ein Engagement, das jetzt zurückgezogen wird. Erwachsene Raucher könnten Juul-Produkte so lange kaufen, wie sie vorrätig sind, heißt es im Rahmen eines Statements.

Die Gründe für den Rückzug von Juul aus der Schweiz werden jedoch nicht kolportiert. Aus einem kurzen und knappen Statement geht lediglich hervor, dass sich Juul im Rahmen seiner Unternehmensmission Prioritäten setzen müsse, wie man die Ressourcen einsetze, um langfristig erfolgreich zu sein. Mangelnder Erfolg der Produkte in der Schweiz scheint daher ein Grund zu sein.

Altria ist an Juul jedenfalls zu rund 35 % beteiligt und insbesondere diese Beteiligung hat in den letzten Quartalen und Jahren des Öfteren für Verluste gesorgt. Milliardenschwere Abschreibungen haben die Ergebnisse und Gewinne des Zigarettenkonzerns belastet. Von den ursprünglich investierten 13 Mrd. US-Dollar ist inzwischen lediglich noch ein Bruchteil übrig. Allerdings gibt es eine weitere Komponente, die noch besorgniserregender ist als die kurzfristig wegbrechenden Ergebnisse.

Die Zigarette ist nicht die Zukunft, Juul auch nicht?

Investoren von Altria könnten sich jedenfalls immer weiter um die Aussichten dieses Zigaretten- und Tabakkonzerns sorgen. Fest steht für einige Investoren: Die klassische Zigarette und Tabakwaren besitzen vermutlich keine lukrative Zukunft mehr. Die Gesundheitspolitik vieler Industrienationen erhöht immer mehr den Druck und die Preise. Gleichzeitig werden erste Produkte wie Mentholzigaretten aus den Verkaufsräumen verbannt.

Bei Altria zeigt sich außerdem, dass Juul offenbar eine durchwachsene Aussicht besitzt. Die Produkte dieser Reihe dürften eigentlich als Kompensation eines immer schwächeren Zigarettengeschäfts gedacht gewesen sein. Die Alternativprodukte entwickelten sich jedoch ebenfalls zur Belastung. Mit dem Rückzug aus der Schweiz zeigt sich außerdem: So richtig Fuß zu fassen scheinen diese Alternativen nicht.

Auch das führt zwangsläufig zur Frage, wo Altria in fünf Jahren stehen wird. Oder in zehn. Die momentan hohe und sogar zuverlässige Dividende ist daher schön und gut für den Moment. Allerdings wird sie mit irgendeinem Geschäft auch verdient werden müssen.

Altria: Komplizierter Dividendenaristokrat

Die Aktie von Altria ist daher zweifelsohne ein starker, günstig bewerteter Dividendenaristokrat. Trotzdem weist die strategische Ausrichtung Schwächen auf und das klassische Kerngeschäft hat einige Probleme. Ob Foolishe Investoren opportunistisch investieren sollten? Das ist eine andere Frage. Als Anker-Investition innerhalb eines Dividenden-Depots würde ich die Aktie von Altria jetzt jedenfalls nicht mehr auswählen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020