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„Dividenden sind der neue Zins“ – Vorsicht, Fools!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Ja, es ist wieder einmal diese Zeit im Jahr. Erst vor wenigen Tagen habe ich ein weiteres Mal einen Artikel gelesen, indem es sinngemäß hieß: Die Dividende ist der neue Zins. Innerhalb dieses Artikels ist erneut auf Niedrigzinsen eingegangen worden. Auf Negativzinsen und all das Gesamtpaket, das zeigt, dass es mithilfe sicherer Anlageformen kaum noch Rendite zu ergattern gibt.

Trotzdem, liebe Foolishe Investoren oder angehende Dividendenjäger, lasst euch eines sagen: Die Dividende ist leider nicht der neue Zins. Und wird es leider auch niemals sein. Werfen wir daher ein weiteres Mal einen Blick darauf, warum diese Annahme gefährlich ist. Wobei der Artikel inhaltlich glücklicherweise ebenfalls darauf verwiesen hat, was es bei diesem geläufigen Credo zu beachten gilt. Hier ein paar Highlights.

Dividenden sind der neue Zins: Die Highlights

Es ist eigentlich immer ein gängiges Schema, das solche Artikel ausmacht. Zugegebenermaßen nutze ich auch Wörter wie Niedrigzinsen, Negativzinsen oder Verwahrentgelt in Kombination mit starken Dividendenaktien, um die Vorzüge ausschüttender Aktien zu verdeutlichen. Allerdings bloß eingeschränkt, aber dazu später mehr.

Jedenfalls verwies der Schreiberling ebenfalls auf das niedrige Zinsniveau und die Möglichkeit, mit ausschüttenden Aktien eine positive Rendite zu erhalten. Inflation und der Wertverlust ist dabei ein Thema gewesen. Jedoch auch andere Merkmale, die eine ausschüttende Aktie besitzen sollte.

Die Dividendenhistorie und die potenzielle Zuverlässigkeit der Anteilsscheine sind dabei erwähnt worden. Aber auch die Qualität, hier in Form der fundamentalen Kennzahlen und des Ausschüttungsverhältnisses. Ein Indikator dafür, dass eine Dividende stabil sei.

Wer auf solche Aktien setzen würde, der könne passive Einkünfte generieren. Oder einen neuen Zins einsammeln. So zumindest die Theorie und der Standpunkt, der glücklicherweise etwas mehr in die Tiefe gegangen ist.

Vorsicht, Fools! Das ist die Gefahr!

Trotzdem würde ich diesen Standpunkt niemals unterschreiben. Dividenden sind keineswegs jemals ein neuer Zins. Es gilt viel mehr zu beachten und ein Dividendenfokus ist generell ein möglicherweise fataler Ansatz, der manchmal zu Fehlentscheidungen führt.

Eine Dividendenaktie ist nämlich kein Zinsersatz. Sondern eines: eine Aktie. Mit unternehmerischen Chancen und Risiken. Einem Geschäftsmodell, das es zu analysieren gilt. Sowie einer Bilanz, Schulden und vielen, vielen weiteren Faktoren, die es zu beachten gilt. Wer bloß auf die Dividende einer Aktie schaut, möglicherweise auf zuverlässige Auszahlungen achtet und das Ausschüttungsverhältnis als sicher einstuft, der kratzt lediglich an der Oberfläche.

Wie wir in den letzten Monaten außerdem gesehen haben, sind reihenweise zuverlässige Aktien weggeknickt, haben die Dividende gekürzt oder gar ausgesetzt. Auch das zeigt, dass die Dividende nicht der neue Zins ist. Und dass es keinen Anspruch auf eine Dividende gibt und man als Investor sehr bedächtig seine ausschüttenden Aktien auswählen sollte.

Wenn die Dividende weg ist, das Unternehmen in operativen Schwierigkeiten steckt, führt das außerdem zu einem deutlich niedrigeren Aktienkurs. Der sich möglicherweise über Jahre oder auch Jahrzehnte erst erholen muss. Vielleicht auch nie. Auch das ist etwas, wo eine Dividendenaktie niemals als Zinsersatz dienen kann.

Dividende der neue Zins? Mit starken Einschränkungen!

Versteh mich nicht falsch: Auch ich nutze Dividenden, um Rendite zu erhalten. Und möglicherweise fehlende Zinsen zu kompensieren. Allerdings sollten sich Investoren der Risiken bewusst sein und bedenken, dass sie einen langfristig orientierten und diversifizierten Ansatz verfolgen sollten. Und dass die Ausschüttungshöhe niemals garantiert oder sicher sein wird.

Neben all dem Negativen gibt es jedoch auch eine positive Seite: Dividendenaktien können nicht nur risikoreicher, sondern auch chancenreicher als Zinsen sein. Wer sein Handwerk versteht, der wird außerdem auch Kursgewinne und langfristig deutlich höhere Renditen als mit Zinsen generieren können. Das erfordert jedoch mehr Aufwand und eben mehr Risikobereitschaft.

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