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Disneys neue Attraktion läuft noch nicht ganz rund

Rick Munarriz, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Vor Kurzem hat Disney (WKN: 855686) Star Wars: Rise of the Resistance in den Disneys Hollywood-Studios in Florida eröffnet, und die Menschenmassen strömten bereits ein paar Stunden vor der offiziellen Eröffnung in den Park, um eine Fahrt in dem Ride zu ergattern. Die größte Herausforderung für Disney war es, so viele Menschen wie möglich an dem Erlebnis teilhaben zu lassen, das unter idealen Umständen nur eine begrenzte Kapazität hat – und die Umstände waren in den ersten sieben Tagen des Betriebs weniger als ideal.

Die Experten von TouringPlans.com schätzen, dass es in den ersten sieben Betriebstagen der Attraktion nur zwischen zwei und sechs längere Ausfälle von durchschnittlich einer Stunde gegeben hat. Die schlechte Nachricht ist, dass die Ausfälle seit der großen Eröffnung am 5. Dezember immer bedeutender werden, und das bedeutet wiederum, dass weniger Gäste das neue Fahrgeschäft nutzen können.

Virtuelle Warteschlange

Disney World nutzt eine neuartige virtuelle Warteschlange, um die Menschen zur Attraktion zu bringen, und das bedeutet, dass es keine Hunderte von Metern lange Schlange mehr gibt. Es ist ein System, das es bereits im Mai für Disneylands Eröffnung von Star Wars: Galaxy’s Edge entwickelt wurde, aber da wurde dieses System bisher nur selten genutzt. Die Gäste können ein Ticket über die mobile App von Disney World oder an einem Kiosk im Park erwerben. Sie werden dann innerhalb von zwei Stunden benachrichtigt, wenn sie sich in der Schlange einreihen können.

Das Problem bei Rise of the Resistance ist, dass in den 13 oder 14 Betriebsstunden pro Tag einfach zu wenige Gäste mitfahren können. Die Hollywood-Studios von Disney haben durchschnittlich 30.000 Gäste pro Tag und in Spitzenzeiten sogar doppelt so viele. Ungefähr 10.000 bis 12.000 Gäste fahren täglich bei Rise of the Resistance mit, und das bedeutet, dass die meisten Besucher dort nicht mitfahren können. Das Tageskontingent wird früh am Morgen gekauft, sodass sich nur Frühaufsteher für ein Ticket bewerben können.

Damit nicht genug. Disney hat jüngst weniger Tickets für Rise of the Resistance ausgegeben. Leute, die bei einer Panne dabei sind, bekommen Ersatztickets für die Zukunft, also muss Disney dafür aufkommen – und das nimmt anderen natürlich weitere Fahrtmöglichkeiten weg. Disney hat zudem bisher Tagestickets als Entschädigung ausgegeben, wenn Menschen dann doch nicht mehr drangekommen sind. Auch das wird Gästen die Chance nehmen, mitzufahren. Und wie wird es erst sein, wenn die Urlaubssaison so richtig beginnt?

Das mag ein Luxusproblem sein. Klar, lieber erst mal zu viel Hype und hohe Erwartungen. Aber mehr und mehr Onlinebewertungen zeigen, dass viele Gäste Tausende Dollar für ihren Urlaub ausgeben – und dann nicht die Hauptattraktion erleben können. Disney wird am Ende das Problem lösen können, aber vorerst könnte das für den weltweit erfolgreichsten Betreiber von Freizeitparks durchaus ein Problem werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Walt Disney. Rick Munarriz besitzt Aktien von Disney. Dieser Artikel erschien am 12.12.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2019