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Disney ist mit “Baby Yoda” auf Gold gestoßen

Motley Fool Investmentanalyst

Walt Disney (WKN:855686) startete am 12. November den mit Spannung erwarteten Disney+Streaming-Service, und die ersten 10 Millionen, die sich angemeldet haben, erlebten eine Überraschung. Die Hauptattraktion, die Serie The Mandalorian, ist für sich allein schon unterhaltsam genug, doch eine süße kleine Figur, die alle “Baby Yoda”  nennen, hat Disney+ gleich von Anfang an zu einem großen Erfolg gemacht.

Die Kombination aus gutem Storytelling und einer liebenswerten Figur wie Baby Yoda hat The Mandalorian zur heißesten Streaming-TV-Show gemacht, die derzeit läuft. Das Marktforschungsunternehmen Parrot Analytics hat festgestellt, dass The Mandalorian 31,9mal mehr Nachfrage als die durchschnittliche Streaming-Show hat, und dass es Stranger Things von Netflix (WKN:552484) von der Spitzenposition verdrängt hat.

Baby Yoda strahlt jedes Mal, wenn es in einer Szene erscheint. Disney wusste, dass die Figur bei den Fans beliebt sein würde. Um also vor den Feiertagen abzukassieren, wurde der Disney Store mit Kleidung, Accessoires und Spielzeugfiguren rund um Baby Yoda gefüllt.

Die Plüschpuppen von Hasbro und Mattel werden erst im nächsten Jahr in die Regale kommen. Das könnte eher eine verpasste Gelegenheit für die Spielzeughersteller sein als für Disney, wenn sich Millionen von Menschen für den neuen Streaming-Service anmelden, ganz zu schweigen von den milliardenschweren Einnahmen von Star Wars: The Rise of Skywalker.

Wie Baby Yoda in das Geschäftsmodell von Disney passt

Die Rendite, den Disney mit den Unterhaltungsmarken erzielt, ist konkurrenzlos. Es gibt keine Möglichkeit, die Rendite einer Show wie The Mandalorian zu bemessen, da der finanzielle Nutzen einer Figur wie Baby Yoda weit über die monatlichen Abonnementgebühren für Disney+ hinausgeht.

Überlegen wir uns, wie ein typischer Star Wars-Fan Geld für Disney ausgibt. Ein Fan zahlt 6,99 US-Dollar pro Monat für Disney+, was vielleicht zum Kauf eines Baby Yoda T-Shirts führt. Dieser Fan sieht sich dann den aktuellen Star-Wars-Film im Kino an. Schließlich bucht eine Disney+-begeisterte Familie vielleicht eine Reise nach Disney World, um die neuesten Star Wars-Attraktionen zu sehen. Insgesamt erwirtschaftet Disney den größten Teil des Umsatzes (46,7 Mrd. US-Dollar) mit Konsumgütern, Studiounterhaltung, Direct-to-Consumer-Services und Themenparks. Das Interesse an einem einzelnen Content-Titel kann sich so mit mehreren anderen Umsatzkategorien bei Disney vermischen.

Disney wird viel Geld mit Baby Yoda-Waren verdienen, obwohl die Konsumgüter in den letzten Jahren weniger als 10 % des Jahresumsatzes von Disney ausmachten. Die offiziellen Mandalorian-Merchandise-Artikel, die derzeit im Disney Store zum Verkauf stehen, reichen eindeutig nicht aus, um die enorme Nachfrage in dieser Weihnachtszeit zu befriedigen. Bei Etsy gab es Mitte Dezember etwa 5.500 Angebote für “Baby Yoda”-Artikel. Mittlerweile sind es rund 9.000.

Baby Yoda ist das letzte Phänomen der Popkultur, doch Disney beeindruckt das Publikum schon seit Jahrzehnten. Disney gewann 1932 einen Oscar für “Blumen und Bäume“, den ersten Zeichentrickfilm in Farbe. Mit dem abendfüllenden Zeichentrickfilm Schneewittchen und die Sieben Zwerge im Jahr 1937 begeisterte das Unternehmen das Publikum erneut. Disney blendete die Kinobesucher 1964 mit innovativen Spezialeffekten in Mary Poppins erneut. Mit dem Toy Story-Franchise hat Disneys Pixar einen enormen Mehrwert geschaffen.

Die gewinnbringende Geschäftsstrategie, fesselnde Inhalte zu schaffen und die Monetarisierung dieser Inhalte durch ergänzende Produkte und Dienstleistungen zu erweitern, macht Disney zu einem herausragenden Unternehmen in der Unterhaltungsbranche. Kein anderes Unternehmen kann mit Disneys reichhaltiger Content-Bibliothek konkurrieren. Mit The Mandalorian und Baby Yoda wurde gerade wieder wertvoller Content geschaffen. Zudem kann kein anderes Medienunternehmen Filme und TV-Sendungen über Jahrzehnte hinweg so monetarisieren wie das House of Mouse, weshalb Disney noch weiter wachsen sollte.

Sich von der Masse abheben

Es ist ein überfüllter Markt für Streaming-Dienste im Moment. Apple hat gerade Apple TV+ eingeführt und ViacomCBS hat CBS All Access. Es kommen noch weitere hinzu, darunter HBO Max von WarnerMedia, das zu AT&T gehört, und Peacock von NBCUniversal, das zu Comcast gehört. Disney hat den Content, um sich inmitten dieses ganzen Wettbewerbs um Zuschauer zu behaupten. Eine UBS-Umfrage aus dem Frühjahr dieses Jahres ergab, dass etwa die Hälfte der neuen Abonnenten bei der Einführung von Disney+ einen weiteren Streaming-Dienst kündigen wollte.

Ein Analyst von Cowen konnte feststellen, dass Netflix bereits mehr als 1 Million Abonnenten an Disney+ verloren hat. Wir werden es mit Sicherheit wissen, wenn beide Unternehmen in etwa einem Monat ihre nächsten Zahlen melden. Auf lange Sicht sollten sich Netflix und Disney+ ergänzen, da sie sehr unterschiedliche Inhaltsangebote haben. Doch einige der anderen neuen Dienste, die auf den Markt kommen, müssen sich vielleicht über einen heimlichen Angriff von Baby Yodas geheimen Kräften Sorgen machen.

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Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und am 24.12.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, Etsy, Hasbro, Netflix und Walt Disney. The Motley Fool hat eine Shortposition auf Hasbro. The Motley Food empfiehlt Comcast und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $60 Calls auf Walt Disney und Short Januar 2020 $130 Calls auf Walt Disney.

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