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DIHK sieht beschwerlichen Rückweg aus der Corona-Krise

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BERLIN (dpa-AFX) - Die deutschen Unternehmen rechnen in der Corona-Pandemie mit einem zunehmend beschwerlichen Rückweg in die wirtschaftliche Normalität. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 30 000 Unternehmen zeigt zwar, dass sich die Lage für viele inzwischen wieder aufgehellt habe. "Vom Vorkrisenniveau zu Jahresbeginn sind die Einschätzungen jedoch weit entfernt", heißt es in der Auswertung der Umfrage vom Mittwoch in Berlin. Zudem sind darin noch nicht die drastischen Beschränkungen berücksichtigt, die Bund um Länder am Mittwoch im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen haben.

Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen haben sich laut DIHK nach dem Einbruch im Frühsommer erholt, liegen aber immer noch unter dem Wert zu Jahresbeginn. "Jedes vierte Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einem Beschäftigungsrückgang, elf Prozent planen mit einem Aufbau", heißt es.

Wie lange die Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau dauern wird, beurteilen die Unternehmen ebenfalls sehr unterschiedlich: Immerhin 21 Prozent der Unternehmen gaben an, das Geschäft sei zumindest schon wieder auf dem Vorkrisenniveau angekommen. Am anderen Ende gaben aber 18 Prozent der Unternehmen an, dies werde erst nach 2021 der Fall sein. Und bei 7 Prozent der Unternehmen hieß es: "Wir rechnen nicht mit einer Rückkehr zur Normalität."

Unter dem Strich erwartet der DIHK für das laufende Jahr einen Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 6,0 Prozent; 2021 wird der deutschen Wirtschaft dann wieder ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 4,0 Prozent zugetraut. Diese Prognosen sind etwas pessimistischer als die vor zwei Wochen veröffentlichten Einschätzungen führender Wirtschaftsforschungsinstitute, die 2021 ein Plus von 4,7 Prozent sehen, nach einem Minus von 5,4 Prozent. Der Einbruch in diesem Jahr ist in jedem Fall mit der historischen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise vergleichbar.

Am Freitag will Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) seine Herbstprognose vorlegen. Bisher heißt es, die Wachstumsprognose für das laufende Jahr solle leicht angehoben werden. Das Statistische Bundesamt gibt am selben Tag erste Daten zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal bekannt.