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DIHK und Handwerk wollen mehr Fachkräfte aus dem Ausland

DÜSSELDORF (dpa-AFX) -Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Regierungspläne für eine leichtere Einwanderung von Fachkräften begrüßt, aber Nachbesserungen etwa bei der Gehaltsgrenze und der Anwerbung von Auszubildenden aus dem Ausland gefordert. "Hierzu enthält das Eckpunktepapier noch recht wenig. Bei der wachsenden Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze in Deutschland müssen wir noch pragmatischer werden, um verstärkt Auszubildende aus Drittstaaten zu gewinnen", sagte DIHK-Vize-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks der "Rheinischen Post" (Mittwoch).

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte in der Diskussion über Fachkräfte aus anderen Ländern eine Neuausrichtung der Ausländerbehörden und der deutschen Botschaften im Ausland. "Die Ausländerbehörden müssen "Welcome-Center" werden, Visa müssen schneller erteilt werden. Sonst kommen die Leute nicht, zumal Deutschland ja ohnehin nicht den allerbesten Ruf als Einwanderungsland hat", sagte Wollseifer der Zeitung. Neue Regeln müssten sich an der Praxis orientieren und unbürokratisch sein. "Kleine Betriebe haben keine großen Personalabteilungen, die sich lange mit Ausländerbehörden auseinandersetzen können."

Wollseifer betonte, dass es im Handwerk derzeit sogar deutlich mehr als die offziellen 153 000 offenen Stellen gebe, da viele Betriebe aus Resignation ihre freien Stellen gar nicht mehr melden würden.

Die Bundesregierung will mit einem neuen Gesetz die Einwanderung von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland deutlich erleichtern. Dazu verabschiedet das Ampel-Kabinett an diesem Mittwoch ein Eckpunktepapier "zur Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten". Darin vorgesehen ist unter anderem, dass Menschen künftig über ein Punktesystem nach Deutschland einwandern können, auch wenn sie noch keinen Arbeitsplatz vorweisen können.