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Ich bin als digitaler Nomade nach Portugal ausgewandert: Diese Kosten haben mich überrascht

Julius Reidel (24) behandelt Finanzthemen auf Instagram unter dem Namen „Youth.Financials“. - Copyright: Chris Lunday
Julius Reidel (24) behandelt Finanzthemen auf Instagram unter dem Namen „Youth.Financials“. - Copyright: Chris Lunday

Schöne Strände, malerische Altbauten und vor allem ein günstiges Leben: Aus diesen Gründen wird Lissabon zum neuen Trendziel für digitale Nomaden. Immer mehr Selbstständige ziehen in die portugiesische Hauptstadt – oder träumen zumindest davon, in der Küstenstadt zu leben. Besonders vorteilhaft ist dies auch für deutsche Staatsbürger, da sie als EU-Bürger dort ohne Visum leben und arbeiten dürfen.

Doch wie gestaltet sich das Leben als Selbstständiger im Ausland? Der 24-jährige Finfluencer Julius Reidel, der auf Instagram unter dem Namen „Youth.Financials“ Finanzthemen aufgreift, hat dies geschafft. In einem Interview mit Business Insider erzählt Reidel, wie er seine Auswanderung finanziell realisiert hat – und welche Kosten ihn am meisten überrascht haben.

Julius Reidel begann im Frühjahr 2019 zu investieren, nachdem er ein duales Studium in München aufgenommen hatte. Nach seinem Abschluss im Jahr 2023 kam die Überlegung, Deutschland zu verlassen.

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Warum er überhaupt München gegen Lissabon austauschen wollte? Reidel sagt, er sei immer unzufriedener geworden. „Die hohen Steuern und teuren Krankenversicherungen in Deutschland, zusammen mit dem Klima, das meinen Bedürfnissen nicht entsprach, waren Hauptgründe für mich.“

Er sieht in Portugal „nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch eine verbesserte Lebensqualität.“ Das Land ermögliche es ihm, „ein angenehmeres Klima und eine optimistischere Lebensweise zu genießen“.

Allerdings war Portugal nicht seine erste Wahl. „Ich habe mir andere Länder wie Zypern und Malta angeschaut“, erzählt er. „Aber ich wollte eine Mischung aus gutem Klima, besseren Lebenshaltungskosten sowie besseren finanziellen Bedingungen, um meine Selbstständigkeit weiterhin zu betreiben.“

Er hat im Laufe seiner Vorbereitung nach den Erfahrungen anderer Ausgewanderter in Portugal gefragt, die ihm bei seiner Entscheidung geholfen haben. „Ich habe als Social-Media-Manager eine Zeit lang gearbeitet, und mein Chef ist nach Portugal gezogen“, erzählt er. „Ich habe durch ihn viel darüber gelernt, wie ich meinen Weg ins Ausland vereinfachen konnte.“

Um den Umzug finanziell zu stemmen, hat Reidel einen beträchtlichen Teil seines Investment-Portfolios verkauft. „Ich habe geschaut, wo die sicherste Einnahmequelle war, ohne dass ich bei meinem Depotwert zu viele Einbußen hinnehmen musste“, erklärt er. „Daher habe ich meine ETFs verkauft.“ Insgesamt hat er 15.000 bis 20.000 Euro für die Auswanderung beiseitegelegt.

Das Leben in Portugal beschreibt Julius Reidel als teils teuer, teils günstig im Vergleich zu Deutschland. „Ich muss dazu sagen, dass die Kontakte, die ich schon im Land hatte, mir sehr geholfen haben“, sagt er. So konnte er beispielsweise schnell eine Immobilienmaklerin und eine Steuerberaterin finden. Das hat vor allem seine Wohnungssuche vereinfacht. „Sie hat acht Wohnungsbesichtigungen für mich organisiert, bis sie meine aktuelle Wohnung gefunden hat“, sagt er.

Der teuerste Aspekt seines Lebens ist laut Reidel die Miete. „Meine Wohnung, 60 Quadratmeter groß, kostet rund 1.500 Euro pro Monat kalt“, erzählt er.

So sieht Reidels Wohnung in Lissabon aus. - Copyright: Julius Reidel
So sieht Reidels Wohnung in Lissabon aus. - Copyright: Julius Reidel

Abseits der Mieten sind die Lebenshaltungskosten in Portugal für Reidel „sehr fair“. „Zum Beispiel hatte ich gestern ein Frühstück im Café. Dabei waren Wasser, Pastel de Nata, Espresso und frisch gepresster Orangensaft. Das hat nur 5,20 Euro gekostet.“

Das Essen außer Haus ist auch deswegen so günstig, weil Restaurants und Bars viele Sonderangebote bereitstellen. „In der Nähe von mir gibt es beispielsweise einen Imbiss, der Tacos zur Happy Hour für einen Euro pro Stück verkauft.“ Allerdings gäbe es auch viele Restaurants, die deutlich teurer sind – und sogar vergleichbar mit den Preisen in München.

Transportmittel wie Uber seien für ihn überraschend günstig. „Ich zahle in der Regel für 15, 20 oder 30 Minuten Fahrzeit in einem Uber vielleicht vier bis sieben Euro“, sagt er. „In München wäre das der Preis für fünf Minuten Fahrzeit.“

Besonders die Kosten für Dienstleistungen sind seiner Meinung nach deutlich niedriger als in Deutschland. „Die Steuerberatung, die mich in Deutschland in einem halben Jahr ungefähr 3.000 Euro gekostet hat, kostet mich hier 100 Euro im Monat“, sagt er. „Ich dachte auch, dass meine Immobilienmaklerin mich ein Vermögen kosten wird, aber sie hat nur 500 Euro verlangt.“

Eine der größten Herausforderungen waren die steuerlichen und bürokratischen Aspekte. „In Portugal ist das Steuersystem viel einfacher. Hier kannst du quasi alles von der Steuer absetzen.“ Dabei rät er anderen, die ins Ausland ziehen möchten, sich Hilfe im Inland zu holen. „Eine gute Steuerberaterin und eine gute Immobilienmaklerin sind Gold wert. Sie haben mir so viele Kopfschmerzen erspart. Sie sind auch hier günstiger als in Deutschland.“

Für Menschen, die eine Auswanderung in Erwägung ziehen, hat er folgende Finanztipps basierend auf seinen eigenen Erfahrungen:

  • Finanzielle Vorbereitung: „Ein Umzug ins Ausland ist mit Kosten verbunden, die oft unterschätzt werden. Beginnt daher frühzeitig damit, Geld beiseite zu legen oder sicherzustellen, dass ihr liquide Mittel aus Investments ohne große Verluste abziehen könnt.“

  • Umfassende Recherche und professionelle Beratung: „Informiert euch gründlich und scheut euch nicht davor, in professionelle Beratung zu investieren. Anwälte oder Berater, die auf Auswanderung spezialisiert sind, können eine gute Investition sein.“

  • Frühzeitige Einbindung von lokalen Experten: „Sucht euch früh Unterstützung durch lokale Immobilien- und Steuerberater. Die Anmeldung und steuerliche Erfassung im neuen Land kann komplex sein, und Experten können den Prozess erleichtern und beschleunigen.“