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Mit diesen Tools setzt sich das BNPL-Startup Billie von der Konkurrenz ab

·Lesedauer: 4 Min.
„Ein wichtiger Faktor ist, dass wir ein Gründerteam haben, das die ein oder andere Lektion schon einmal gelernt hat“, sagt Billie-Gründer Christian Grobe.
„Ein wichtiger Faktor ist, dass wir ein Gründerteam haben, das die ein oder andere Lektion schon einmal gelernt hat“, sagt Billie-Gründer Christian Grobe.

Das Berliner Fintech Billie finanziert Rechnungen für Firmen vor und ist damit im B2B-Bereich der mögliche Platzhirsch in Deutschland. Erst im Oktober 2021 machte das Startup mit einer Runde in Höhe von damals umgerechnet 86 Millionen Euro (100 Millionen Dollar) Schlagzeilen. Nicht nur die hohen Summen sorgten für Aufmerksamkeit, sondern auch die Bekanntgabe der zukünftigen Kooperation mit dem schwedischen Fintech Klarna. Das gilt als wertvollstes, nicht-börsennotiertes Startup Europas und bietet Privatpersonen beim Onlineshopping das, was Billie für Unternehmen offeriert: Buy Now, Pay Later (BNPL) oder zu deutsch: Rechnung- oder Ratenzahlung.

Hinter dem fünf Jahre alten Billie stehen Matthias Knecht und Christian Grobe, die für Rocket Internet bereits den Kreditvermittler Zencap aufbauten, sowie die Rechtsanwältin Aiga Senftleben, die zuvor unter anderem bei Paypal und Ebay als Rechtsbeistand aktiv war. In Tipps und Tools verrät uns Christian Grobe, warum er froh ist, bei Billie auf einige Tools von Anfang an gesetzt zu haben und welchen skurrilen alternativen Namen ihr Startup beinahe bekommen hätte.

Christian, auf welche Tools setzt ihr bei Billie?

Wir haben bei Billie von Anfang an viel Wert auf die Automatisierung unserer internen Prozesse gelegt und mittlerweile ein fast komplett technisch integriertes Backoffice, das alle relevanten Bereiche miteinander vernetzt. Bei der Auswahl unseres Tool-Stacks haben wir darauf besonders geachtet.

Kannst du mir da ein Beispiel nennen?

Werden beispielsweise neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in unserem HR-System BambooHR angelegt, werden alle Zugriffsrechte für diese Person über unsere Identity-Plattform Okta zentral freigeschaltet und verwaltet. Das spart eine Menge Zeit und führt dazu, dass wir bei momentan rund 150 Mitarbeitenden und Tausenden zu verarbeitenden Rechnungen nur jeweils eine Mitarbeiterin für Finanzen und People Operations haben. Tools, die uns dabei unterstützen, sind zum Beispiel Greenhouse, Leapsome, Expensify und die üblichen Verdächtigen: G Suite, Slack und Zoom.

An welchen Arbeitstagen oder Situationen läuft’s bei euch im Team richtig gut?

An den Tagen, an denen wir es schaffen, uns alle an das triviale aber unendlich schwer umzusetzende Fokus-Dogma der OKR-Schule zu halten. Das heißt: kein negativer Stress, gut abgestimmte Deliverables und so ein „happy flow” mit Ergebnissen, die tatsächlich einen Unterschied machen.

Wie arbeitet euer Startup anders als andere, habt ihr ein Erfolgsgeheimnis?

Ein wichtiger Faktor ist sicher, dass wir ein Gründerteam haben, das die ein oder andere Lektion bei früheren Ventures schon einmal gelernt hat. Darüber hinaus glaube ich, dass wir gut darin sind, uns wenige, aber dafür zentrale Ziele zu setzen – und die dann auch konsequent zu erreichen.

Wie ist denn euer Arbeitsklima?

Ich hoffe, ich spreche für das Team, wenn ich sage, dass wir eine gute Mischung aus professionellem Anspruch und wirklich nettem Miteinander etablieren konnten. Silos versuchen wir so gut es geht zu vermeiden und Ellenbogen braucht hier keiner.

Was macht ihr im Bereich Produkt anders als die Konkurrenz?

Aus Produktperspektive bin ich froh, dass wir uns schon bei Gründung genug Zeit genommen haben, unseren Risikoalgorithmus zu optimieren. B2B-Risikoprüfung ist sehr komplex und unser Algorithmus ist heute der Grund, warum wir „Buy now, pay later” für Geschäftskunden überhaupt so anbieten können. Dass wir als Fintech von Anfang an auf eine BaFin-Lizenz gesetzt haben, war ebenfalls sehr wichtig.

Hast du ein Lieblingsbuch zum Thema Produktivität?

Mir gefällt „The 4 Disciplines of Execution” sehr. Im Kern geht es darum, dass einem die elaborierteste Strategie nicht weiter hilft, wenn es nachher an der Umsetzung hapert. Ich finde, das ist ein Punkt, der oft vernachlässigt wird.

Worin könntest du besser sein?

Wahrscheinlich bin ich – wie viele Gründer – noch an zu vielen Stellen direkt involviert und habe Schwierigkeiten, auch mal loszulassen. Ich versuche aber, daran zu arbeiten.

Was ist der beste Business Advice, den du je bekommen hast?

Fördere Talente und überlasse sie nicht sich selbst. Auch wenn die Praxis bei vielen Startups oft noch eine andere ist, denke ich, dass man in angenehm temperiertem Wasser besser schwimmen lernt als in eiskaltem.

Kannst du mir von eurem lustigsten Meeting erzählen?

Das müsste das Meeting gewesen sein, in dem wir uns auf den Namen Billie geeinigt haben. Wäre es damals auch nur leicht anders verlaufen, hätten wir heute auch Nordwand heißen können – man kann sich also vorstellen, was für absurde Vorschläge uns da in den Kopf gekommen sind. Auch wenn es aus SEO-Sicht nicht immer praktisch ist, bin ich also ganz froh, dass es letztendlich Billie geworden ist.