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In diesen acht Schritten könnt ihr selbst von euren schlimmsten Feinden etwas lernen – sagt die Forschung

Meinungsverschiedenheiten können Konflikte entflammen. Was aber wäre, wenn man sie produktiv anginge? - Copyright: Getty Images/ Westend61
Meinungsverschiedenheiten können Konflikte entflammen. Was aber wäre, wenn man sie produktiv anginge? - Copyright: Getty Images/ Westend61

Hattet ihr schon mal Streit mit einem Menschen, der grundlegend anderer Meinung war, als ihr selbst? Manche werden nun vielleicht an ihren letzten Disput auf der Arbeit mit einer Kollegin denken, andere an die ewigen Diskussionen auf Familienfesten, die sich um Themen wie Corona oder das Gendern drehen. Das Problem an solchen Debatten ist, dass man selten etwas Produktives aus ihnen zieht. Oft hört man einander nicht einmal ordentlich zu, weil man so von der eigenen Meinung überzeugt ist. Das kann frustrierend sein. Ein neues Forschungspapier aus den USA zeigt nun aber, welche acht Schritte es braucht, um genau aus solchen Meinungsverschiedenheiten etwas zu lernen.

Meinungsverschiedenheiten gehören in der Forschung dazu

Forscher und Forscherinnen rund um Cory Clark von der University of Pennsylvania veröffentlichten kürzlich ein Papier, welches sich mit zwischenmenschlichen Meinungsverschiedenheiten auseinandersetzt. "Psychology Today" berichtete darüber.

Genau skizziert das Forschungsteam dafür die Probleme, die zwischen Verhaltenswissenschaftlern aufkommen, wenn diese sich weigern, die Forschungsergebnisse eines anderen anzuerkennen – ein Umstand, der gar nicht selten vorkommt. Wissenschaftler seien auch nur Menschen, schlussfolgern sie daraus, die „den gleichen kognitiven Voreingenommenheiten“ unterworfen seien wie Normalsterbliche.

Jedoch haben Unstimmigkeiten im Forschungskontext eine größere Tragweite als zwischenmenschliche Meinungsverschiedenheiten im kleineren Rahmen. So könnten vor allem Menschen, die nicht dem akademischen Bereich angehören, dadurch irregeführt oder verwirrt werden. Mit der Folge, dass sie nicht wissen, wem sie glauben sollen.

Bestreiten die Wissenschaftler die Meinung eines anderen, passiert das in der Regel jedoch asynchron. Sie veröffentlichen also Studien und Untersuchungen, welche die These des anderen widerlegt. Dabei kommunizieren sie selten in Echtzeit miteinander – zumindest wird dies nicht in der Literatur vermerkt.

Acht Schritte, um in einer Meinungsverschiedenheit etwas zu lernen

Die Wissenschaftler von der University of Pennsylvania glauben, dass man aus diesen Differenzen etwas lernen und den wissenschaftlichen Betrieb auf die Art voranbringen kann. Sie haben dafür acht einfache Regeln abgeleitet, um Teams von „gegnerischen Mitarbeitern“ zu bilden. Zwar wurden diese Regeln für Wissenschaftler entwickelt, doch lassen sich diese Tipps sehr wohl auch für Meinungsverschiedenheiten auf der Arbeit anwenden.

Schritt eins: Berücksichtigt das Temperament eures Gegners

Die Grundlage für eine fruchtbare Diskussion ist den Forschern und Forscherinnen zufolge, dass das Gegenüber gewillt ist, die Meinungsverschiedenheit aus der Welt zu räumen. Im ersten Schritt solle man demnach prüfen, ob der oder die andere bereit ist, auch eigene Fehler einzugestehen.

Schritt zwei: Findet eine dritte Partei, um Kompromisse einzugehen

Wer eine gemeinsame Basis finden möchte, braucht laut dem Acht-Schritte-Programm zudem eine dritte Person. Sie fungiert als neutraler Vermittler.

Schritt drei: Worum geht es überhaupt?

Trägt man eine Meinungsverschiedenheit aus, stehen oft Gefühle oder andere Ressentiments dem eigentlichen Konflikt im Weg. Wer diese Dinge einmal beiseitelasse und zum Kern des Problems vordringt, werde feststellen, dass die eigene und die fremde Meinung vielleicht gar nicht so weit auseinanderliegen. Dafür sei es wichtig, objektiv die Fakten darzulegen.

Schritt vier: Legt eure Forderungen offen

Die Forscher und Forscherinnen empfehlen hierfür eine Fakten-Liste. So wie eine Pro-Contra-Liste bei einer schwierigen Entscheidung helfen kann, könne diese Liste helfen, den Konflikt strukturiert zu führen. Listet hier die tatsächliche Beweislage auf und bereitet euch jeweils vor, eure Sicht der Dinge darzulegen.

Schritt fünf: Bemüht euch um „schrittweise und erreichbare Fortschritte“

Erwartet nicht, dass jede Meinungsverschiedenheit sich in einer Diskussion aus der Welt schaffen lässt. Es helfe, sich schrittweise anzunähern.

Schritt sechs: Seid flexibel

Wer einen Konflikt aus der Welt schaffen möchte, solle nicht zur Brechstange greifen. Vielmehr verlange das nach etwas Flexibilität. Zudem solle man das Verhalten vorleben, von dem man hofft, dass die andere Person es übernimmt.

Schritt sieben: Macht eure Ziele deutlich

Im sogenannten „Open Science Framework“ sind Forscher und Forscherinnen dazu angehalten, ihre Hypothesen im Voraus zu hinterlegen. Das hindert sie daran, ihre Ergebnisse ihren Lieblingstheorien anzupassen. Diese Methode könne man auch auf informelle Debatten anwenden. Wer von Beginn an klare Erwartungen kommuniziert, wohin der Dialog führen soll, könne davon nur profitieren.

Schritt acht: „Agree to diasagree“

Agree to diasagree, zu Deutsch: Einigt euch darauf, euch nicht einig zu werden. Nicht in jeder Meinungsverschiedenheit werde man auf einen Nenner kommen. Dennoch solle man versuchen, den Streit Streit sein zu lassen und ihn nicht auf die persönliche Ebene ziehen.

Wie man etwas von seinen Feinden lernen kann

Konflikte gezielt und strukturiert führen, aufeinander zugehen und einander zuhören – all diese Dinge bleiben nicht nur im Privaten, sondern auch im Wissenschaftskontext viel zu häufig außen vor. Wer jedoch bereit ist, mit- anstatt gegeneinander zu arbeiten, kann daran wachsen.

Statt Abneigung zu entwickeln, weil jemand anderer Meinung ist als wir, sollten wir versuchen, uns zu verbünden, voneinander zu lernen und die Gemeinsamkeiten hochleben zu lassen. Selbst dann, wenn die Pandemie und Gendersternchen Thema sind. Und selbst oder gerade dann, wenn das Verhältnis mit der Kollegin ohnehin frostig ist.

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