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Diese zwei Führungseigenschaften bringen mehr Frauen als Männer mit

Viele Frauen bringen zwei Eigenschaften mit, die Ihnen als Führungskraft zugutekommen: Weisheit und Mitgefühl.  - Copyright: Getty Images
Viele Frauen bringen zwei Eigenschaften mit, die Ihnen als Führungskraft zugutekommen: Weisheit und Mitgefühl. - Copyright: Getty Images

Durchsetzungsvermögen, Selbstbewusstsein, Entscheidungsfreude: Diese Charaktereigenschaften verbinden viele mit einer erfolgreichen Chefposition. Für Führungskräfte ist es aber ebenso wichtig, dass sie ihr Team unterstützen, bei Schwierigkeiten zur Seite stehen und jederzeit ein offenes Ohr haben. Zwei wichtige Skills, die eine gute Führungspersönlichkeit ausmachen, vereinen die beschriebenen Stärken.

Und, besonders interessant: Vor allem Frauen besitzen diese unterschätzten Eigenschaften, zeigte eine Analyse des internationalen Beratungs- und Forschungsunternehmens Potential Project. Die Untersuchung erfolgte in Zusammenarbeit mit Professorinnen und Professoren von der Harvard Business School, Columbia Business School, Rotman School of Management der University of Toronto und der University of Amsterdam School of Business.

Diese zwei Eigenschaften von Führungskräften sorgen für hohe Mitarbeiterzufriedenheit

Die Gründer von Potential Project, Rasmus Hougaard, Jacqueline Carter und Marissa Afton, haben 5.000 Unternehmen in fast 100 Ländern analysiert, um die Zufriedenheit von Mitarbeitenden mit ihren Chefs zu ermitteln. Dabei legten Sie den Schwerpunkt auf Soft Skills, die auf zwischenmenschlicher Ebene als besonders positiv empfunden werden und somit eine erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichen. „Wir wollten wissen, wie Führungskräfte die Dinge erledigen, die ihre Top-Jobs erfordern, und gleichzeitig gute Menschen bleiben“, schreiben Hougaard und seine Kolleginnen im Studienbericht "A New World, a New Kind of Leadership". Die Daten werteten die Forscher auch nach dem Geschlecht der Mitarbeitenden und über 2.000 Führungskräften aus.

Die Ergebnisse zeigen auf, wie wichtig eine gute Führungskraft für die Mitarbeiterzufriedenheit ist. Und ein hohes Wohlbefinden der Beschäftigten geht mit einer hohen Bindung an das Unternehmen einher. Das bedeutet: Sie sind weniger gewillt, zu kündigen. Gerade während und nach der Pandemie sei ein gutes Verhältnis zur direkten Führungskraft besonders ausschlaggebend dafür, wie Mitarbeitende ihre Arbeit empfinden. Um ihre Zufriedenheit zu fördern, sollten Führungskräfte jenen, die – gerade während der weltweiten Krise – unter Ängsten oder Unsicherheiten leiden, unterstützen – so das Ergebnis der Analyse. Zugleich stehen Chefs vor der Herausforderung, Teams in Richtung hybrider Arbeitsmodelle umzuschulen.

Damit Führungskräfte den Anforderungen gerecht werden, müssen sie bestimmte Eigenschaften mitbringen. Dazu zählen nicht nur Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, Aufgaben zu delegieren, sondern insbesondere zwei Eigenschaften: Weisheit und Mitgefühl. Und, den Mitarbeiterbefragungen zufolge, bringen vor allem weibliche Führungskräfte diese Charaktermerkmale mit. So beschrieben 55 Prozent der Angestellten ihre weibliche Vorgesetzte als "mitfühlend" und "weise", während nur 27 Prozent der Männer diese Eigenschaften zugeschrieben wurde.

So weit in der Theorie, doch was bedeuten Weisheit und Mitgefühl in der Umsetzung? Weisheit beschreiben die Forscher im Bericht mit "Mut, zu tun, was getan werden muss, auch wenn es schwierig ist" sowie "transparent mit anderen umgehen". Mitgefühl definieren sie mit den Worten "Fürsorge und Empathie für eine andere, kombiniert mit der Intention, sie zu unterstützen". Zusammenfassend benötigen die Chefetagen laut der Analyse vor allem "leaders who can do the hard things but in a human way" – also Leitende, die die "schwierigen Dinge einer Führungskraft" erledigen können, "aber auf menschliche Weise".

Die besten Bewertungen hinsichtlich der Eigenschaften Weisheit und Mitgefühl erhielten Frauen. Dabei unterschied sich diese Wahrnehmung nicht zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitenden. Die schlechtesten Ergebnisse erzielten Männer in Führungspositionen, die mit Männern zusammenarbeiteten.

Ergebnisse sind wertvoll für Weiterentwicklung von Führungskräften

„Angesichts solcher Daten sollten wir infrage stellen, wer einen Führungsjob besetzt und wie wir Führungskräfte entwickeln“, fordert das Forschungsteam. Denn gut besetzte Managerposten steigern nicht nur die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern verhindern in der Folge auch eine hohe Kündigungsrate. Allein zwischen 30.000 und 120.000 Dollar würden Unternehmen pro Kopf sparen, weil weniger Beschäftigte kündigen und ersetzt werden müssen. Zudem sollten die Erkenntnisse Unternehmen dazu anregen, vermehrt auf Frauen in Führungspositionen zu setzen. Denn weibliche Chefs sind in deutschen Firmen noch immer unterrepräsentiert.

Angesichts der Ergebnisse stellt sich zudem die Frage, inwiefern sich in Mitgefühl oder Mut üben kann. Wie ausgeprägt bestimmte Charaktereigenschaften sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche Personen sind genetisch bedingt empathischer oder mutiger als andere. Dennoch können Studien zufolge wir auch im Erwachsenenalter noch Einfluss auf unsere Persönlichkeit nehmen, sagt unter anderem die Persönlichkeitspsychologin Eva Asselmann. Die Willenskraft zur Veränderung, aber auch einschneidende Ereignisse können wesentliche Auslöser für persönliche Weiterentwicklung sein.