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Diese sechs Nebenwirkungen können Corona-Impfungen haben – und so oft traten sie laut Paul-Ehrlich-Institut auf

·Lesedauer: 4 Min.
Nach dem Impfen können in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen auftreten.
Nach dem Impfen können in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen auftreten.

Ein neuer Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zeigt, welche schwerwiegenden Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung auftreten können und wie häufig die verschiedenen Nebenwirkungen bisher gemeldet wurden. Berücksichtigt wurden dabei die gemeldeten Verdachtsfälle in Deutschland seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember 2020 bis zum 30. November 2021. Das PEI beobachtete alle Komplikationen im Zusammenhang mit den hierzulande zugelassenen mRNA-Vakzinen – also denen von Biontech/Pfizer und Moderna – sowie den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Von den 96,6 Millionen durchgeführten Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer wurden demnach 113.700 Verdachtsfälle gemeldet. Bei Moderna gab es bei insgesamt 10,5 Millionen verabreichten Impfungen 28.200 gemeldete Impfkomplikationen. Die Gesamtzahl der AstraZeneca-Impfungen liegt bei 12,7 Millionen, dabei wurden 46.400 Meldungen über Nebenwirkungen gemacht. Und Johnson & Johnson verimpfte 3,4 Millionen Dosen, in 7700 Fällen traten Nebenwirkungen auf. Für alle Impfstoffe zusammen liegt die sogenannte Melderate für schwerwiegende Impfreaktionen dem PEI zufolge bei 0,2 Meldungen pro 1000 verabreichter Impfdosen.

Doch welche wirklich schwerwiegenden Nebenwirkungen sind es, die in den sehr seltenen Fällen auftraten? Wir haben die sechs wichtigsten im Folgenden für euch aufgeschlüsselt.

1. Myokarditis und Perikarditis

Gemeint ist hiermit eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung. Ein erhöhtes Risiko besitzen demnach vor allem junge Männer nach ihrer zweiten mRNA-Impfung. Erste Beschwerden treten wenige Tage nach der verabreichten Dosis auf. Die Daten zeigen jedoch, dass die Mehrheit der Patienten gut auf eine Behandlung anspricht und schnell wieder genest.

In Einzelfällen kann es allerdings auch zu schwereren Verläufen kommen. Studien zeigen, dass das Risiko einer Erkrankung für junge Menschen beim Vakzin von Moderna weiterhin sehr selten ist – jedoch möglicherweise höher als bei Biontech. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) für die Altersgruppe unter 30 Jahren das Corona-Vakzin von Biontech und Pfizer.

2. Anaphylaxie

Eine Anaphylaxie ist eine allergische Reaktion, die lebensbedrohlich sein kann. Sehr selten trat diese Komplikation bei allen vier hierzulande zugelassenen Impfstoffen auf. Die Melderate beträgt weniger als einen Fall pro 100.000 Impfungen. Das Risiko einer Erkrankung ist für Frauen höher als für Männer. Nach der ersten Impfung ist es ebenfalls größer.

3. Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)

TTS ist ein neues Syndrom, „das durch venöse und/oder arterielle Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie charakterisiert ist“, wie das PEI in seinem Bericht schreibt. Das Syndrom trat in sehr seltenen Fällen nach Impfungen mit den Vektorimpfstoffen Johnson & Johnson und AstraZeneca auf. Wichtig sei eine frühzeitige Diagnose und Behandlung, heißt es im PEI-Bericht. Bei AstraZeneca trat das neuartige Syndrom häufiger nach der ersten als nach der zweiten Impfdosis auf.

4. Guillain-Barré-Syndrom (GBS)

Ein schweres neurologisches Krankheitsbild, das sich durch eine extrem starke Autoimmunreaktion auszeichnet und das Nervensystem angreift. Das GBS trat in sehr seltenen Fällen nach einer Impfung mit den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson auf. Die Melderate betrug hier zwischen 0,88 und 1,89 Meldungen pro 100.000 verabreichter Impfungen.

5. Thrombozytopenie und Immunthrombozytopenie (ITP)

Eine Erkrankung, „bei der das Immunsystem fälschlicherweise Blutzellen, sogenannte Blutplättchen, angreift, die für eine normale Blutgerinnung benötigt werden“, schreibt das PEI. Eine niedrige Anzahl an Blutplättchen führt zu Blutungen mit schweren gesundheitlichen Folgen. Meldungen und verfügbare Daten weisen daraufhin, dass sie mit den Vektorimpfungen zusammenhängen könnten. Meistens treten erste Symptome vier Wochen nach der Impfung auf. Personen, die bereits in der Vergangenheit eine ITP hatten, sollten vor und nach der Impfung ihre Blutplättchenanzahl überwachen lassen.

6. Thrombose

Das Thromboserisiko nach einer Corona-Impfung wurde in mehreren Studien untersucht. Eine einheitliche wissenschaftliche Erkenntnis zum tatsächlichen Risiko gibt es allerdings nicht. Klar ist jedoch, dass das Risiko nach einer Corona-Infektion höher ist als nach einer Impfung – das geringe Risiko ist also kein Grund, sich nicht impfen zu lassen. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) weist auf seltene Fälle venöser Thromboembolien nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson hin. Bei dem Impfstoff von AstraZeneca wurden hingegen Fälle von Sinusvenen-Thrombosen gemeldet. Inwiefern die Meldungen dieser Thrombosen wirklich mit den Impfungen zusammenhängen, ist allerdings nicht in allen Fällen abschließend geklärt.

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