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Diese Probleme haben Proptechs mit Daten

·Lesedauer: 3 Min.

Das Geschäftsmodell der Proptechs ist datengetrieben. Doch Informationen zu nutzen ist schwierig: Wenn es nicht an Daten mangelt, dann mangelt es an Kompatibilität.

Wenn sich die auf Digitalisierung spezialisierten Firmen in Deutschland mit einem Vorwurf auseinandersetzen müssen, dann lautet er oftmals mangelnde Sensibilität in Sachen Datenschutz. Einer Studie der TH Aschaffenburg sowie von Blackprint Booster und Brickalize zufolge ist eine der meistgestellten Fragen potenzieller Kunden, ob bei ihren Lösungen die Sicherheit der Daten gewährleistet werden könne.

Das Misstrauen sitzt tief. Dabei findet sich kaum eine Proptech-Website, auf der nicht genau darauf hingewiesen wird, dass man auf Sicherheit größten Wert legt.

Immerhin nimmt die Skepsis offenbar ab – zumindest in der Immobilienbranche. Zu dem Schluss kommt die fünfte Digitalisierungsstudie des Beraterhauses EY und des Branchenverbands Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA).

48 Prozent der 250 befragten Mitarbeiter von Unternehmen mit Immobilienbezug sehen den Datenschutz aktuell noch als Hürde in ihren Digitalisierungsstrategien. Das mag nach viel klingen, ist aber im Vergleich zu den 57 Prozent aus den Vorjahren eine Verbesserung.

Einen Beitrag dazu könnte die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geleistet haben, die im Mai 2018 eingeführt wurde, um EU-weit den Schutz personenbezogener Daten zu gewährleisten.

Bei den Digitalisierern sorgt sie aber auch für Einschränkungen. Schließlich sind die Proptechs auf die Daten anderer Anbieter und Dritter angewiesen, um ihre Technologien voranzutreiben. Durch die DSGVO sei es wesentlich schwieriger geworden, an Daten zu gelangen, so ein Ergebnis der Studie der TH Aschaffenburg.

An anderer Stelle werden hingegen Vorwürfe laut, dass genug Daten vorhanden seien, man aber anfangen müsse, sie richtig zu nutzen. Doch das ist ein Problem. Denn bei der Kompatibilität von Daten hapert es. Da sie nicht auf einem allgemeingültigen Standard basieren, kann nicht jedes Proptech sie auslesen oder interpretieren.

Probleme bei der Datenkompatibilität

Zwar gibt es diverse technische Schnittstellen und Datenstandards innerhalb der Branche, doch stammen diese oftmals aus Teilbereichen, die unterschiedliche Anforderungen und Strukturen haben und deren Standards daher nicht mit anderen kompatibel sind.

„Es werden so viele Daten bei Build Information Modeling (BIM), im Facility-Management, im Asset-Management und so weiter generiert, aber sie können nicht verglichen oder zusammengebracht werden. Wir müssen die Daten integrieren, automatisieren und kombinieren können“, sagt Tobias Decker vom Immobilien-Softwareentwickler Building Minds.

Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Beraterhaus pom+, dem Immobilienberufsverband RICS und Microsoft daher die International Building Performance & Data Initiative (IBPDI) gegründet. Dessen Standard versteht sich als eine Art Metastandard und basiert auf Microsofts Common Data Model (CDM), das auch schon als Grundlage für Standards anderer Industrien genutzt wurde.

IBPDI soll gängige Datenformate aus der Immobilienbranche lesen und übersetzen können, wie es bereits mit IVS, IPMS, ICMS, ILMS und dem BIM-Standard IFC der Fall ist. „Wir wissen, dass es eine Menge Standards mit unterschiedlichem Fokus in dieser Industrie gibt. Die wollen wir nehmen und in IBPDI konsolidieren, aber nicht ersetzen“, sagt Rebekka Ruppel von pom+.

Durch stetige Weiterentwicklung sollen andere Standards hinzukommen. Mithilfe eines Baukastentools können zudem neue Apps zur Datenverarbeitung entwickelt werden, die direkt auf den neuen Standard zugeschnitten sind. „Wir müssen so viele Leute wie möglich in diesen Standard holen, wir arbeiten schließlich alle am gleichen Marktplatz“, appelliert Andrew Knight, International Data Standards Director beim Branchenverband RICS, an die Unternehmen. Dass der neue Standard aber nicht unmittelbar von der ganzen Branche angenommen werden wird, befürchtet Decker von Building Minds: „Aus meiner Perspektive werden wir keine hundertprozentige Abdeckung mit dem Standard erreichen, wir streben 60 bis 80 Prozent an.“