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Diese Marken profitierten 2019 von positiven Schlagzeilen

Ob Nachrichten über eine Marke überwiegend positiv oder negativ wahrgenommen werden, bildet YouGovs BrandIndex-Buzz-Wert ab. Das Buzz-Ranking 2019 zeigt: Netflix kann punkten, für Automarken gibt es Hoffnung.

Netflix dürfte davon profitieren, dass regelmäßig in den Medien veröffentlicht wird, welche neuen Serien und Filme Netflix ins Programm aufgenommen oder sogar selbst produziert hat. Foto: dpa

Dass eine Marke bei der Bevölkerung positiv im Gespräch ist, kann mehrere Gründe haben: Das entsprechende Unternehmen hat gute Pressearbeit gemacht, hat bei den Verbrauchern generell ein sehr positives Image, hat Dienstleistungen oder Produkte auf den Markt gebracht, die positiv wahrgenommen wurden, oder auch solche, die gerade im Trend liegen. Und so wundert es einerseits zwar, dass der Streaming-Dienstleister Netflix im aktuellen YouGov-BrandIndex-Buzz-Ranking den dritten Platz belegt und damit Traditionsmarken wie Lidl, Fielmann und Lego in Deutschland hinter sich lässt – andererseits passt es eben in die Zeit, in Millionen von Menschen ihre Fernsehgewohnheiten ändern und von linearem Programm auf Streaming umsteigen beziehungsweise dieses ergänzen.

Regelmäßig neue Serien und Filme: Wer kann das schlecht finden?

Der Buzz zeigt an, ob die Verbraucher Nachrichten aus den Medien oder Gespräche mit Freunden und Bekannten über eine Marke überwiegend positiv oder negativ bewerten. In unserem Ranking für das Jahr 2019 haben wir in dieser Hinsicht die erfolgreichsten Marken Deutschlands ermittelt.

Diejenigen, die etwas über Netflix wahrgenommen haben, haben das Gehörte überwiegend als positiv bewertet. Der Streamingdienst ist somit neu in der Top-10-Liste der Marken, die eine überwiegend positive Nachrichten-Wahrnehmung erzeugen. Platz eins belegt, wie im Vorjahr die Drogeriemarktkette dm. Platz zwei geht, ebenfalls zum dritten Mal in Folge, an Ikea.

Netflix dürfte davon profitieren, dass der Service in Deutschland immer noch Nutzer hinzugewinnt und regelmäßig in den Medien veröffentlicht wird, welche neuen Serien und Filme Netflix ins Programm aufgenommen oder sogar selbst produziert hat. Wer dürfte eine solche Nachricht schon als negativ bewerten? Netflix erzeugte über das Jahr 2019 insgesamt so starke Buzz-Werte, dass auch ein kleiner Einbruch im April/Mai, wahrscheinlich ausgelöst durch die Ankündigung, die Preise zu erhöhen, die gute Gesamtjahres-Platzierung nicht gefährden konnte.

Die zwei weiteren Top-10-Neulinge heißen PayPal und Deichmann. Insgesamt hat sich die Liste allerdings nicht stark verändert. Platz vier nach Netflix belegt Lidl, der Discounter macht damit vier Plätze im Vergleich zu 2018 gut. Dann folgt Fielmann und Lego (beide minus zwei Plätze).

Nachrichten über Automarken werden weniger negativ wahrgenommen

Besonders interessant in diesem Jahr: Der Blick auf die Buzz-Improver, also jene Marken, die ihren Buzz 2019 gegenüber dem Vorjahr am stärksten steigern konnten. Die großen Gewinner: die Automarken.

Sechs der zehn Top-Improver sind Automarken, angeführt von Volkswagen und Audi, Platz vier bis sechs belegen BMW, Mercedes und Opel, Platz acht Tesla. Die gute Platzierung in diesem Ranking bedeutet nicht, dass diese Marken insgesamt mit besonders positiven Nachrichten punkten. Ihr Buzz-Wert ist um Größenordnungen niedriger als der von dm, Rossmann, Lidl und Edeka. Sie zeigt aber, dass die Autokonzerne wieder etwas mehr Aufmerksamkeit mit positiven Inhalten erzeugen konnten.

VW holt auf, bleibt aber Letzter

Die Diesel-Debatte hat sich etwas beruhigt, von einer Schummel-Software ist seltener zu hören, und manche Autohersteller werden inzwischen auch positiv mit der Elektromobilität in Verbindung gebracht. Keine Marke konnte innerhalb eines Jahren ihren Buzz-Wert so stark steigern wie Volkswagen – trotzdem erzeugt sie aktuell unter allen gelisteten Automarken immer noch den schlechtesten Buzz-Wert. Den höchsten Buzz im Ranking 2019 unter den Autobauern weist Skoda auf. Es folgen Toyota und Volvo auf den Plätzen zwei und drei.

Der Buzz ist ein wichtiger Bestandteil unserer Marken-Image-Analyse, die wir mithilfe des Markenmonitors BrandIndex durchführen. Er reagiert schnell auf aktuelle Veränderungen in der Markenwahrnehmung und kann Prognosen darüber geben, wie sich das Image einer Marke entwickeln wird.