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Diese Investorin jagt keine Unicorns, sondern Gigacorns

·Lesedauer: 3 Min.
Laura-Marie Töpfer arbeitete beim Weltwirtschaftsforum und unterstützt jetzt das Team von Extantia als neue Partnerin.
Laura-Marie Töpfer arbeitete beim Weltwirtschaftsforum und unterstützt jetzt das Team von Extantia als neue Partnerin.

Gorillas, Sennder, Wefox – diese Unternehmen zählen zur Riege der Einhörner, die Deutschland mittlerweile vorzuweisen hat. Mit Celonis hat kürzlich sogar das erste deutsche Startup den Decacorn-Status erreicht, wird also mit mehr als zehn Milliarden US-Dollar bewertet. Ohnehin scheint die ganze Startup-Welt nur auf der Suche nach der Milliardenbewertung zu sein. Alle bis auf der Berliner VC Extantia. Der erst Anfang des Jahres unter dem Namen Beyond Black gegründete Fonds ist nämlich auf der Suche nach Gigacorns – und hat sich dafür jetzt Unterstützung aus dem Weltwirtschaftsforum geholt.

Gigacorn – diesen Begriff hat Extantia-Gründungspartner Sebastian Heitmann selbst geprägt. Gemeint sind damit Unternehmen, die nicht nur profitabel wirtschaften, sondern auch mindestens eine Milliarde Tonnen (also eine Gigatonne) CO2 einsparen können. Auch wenn die Branche gerade von nachhaltigen Claims nur so überflutet wird, der Berliner VC scheint es mit diesem Ansatz ernst zu meinen. Nur Bäume pflanzen und E-Scooter fahren, das ist den Investoren hinter Extantia zu wenig.

Erst Klima, dann Profit?

„Wir investieren nur in Unternehmen, die einen signifikanten technologischen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten“, erklärte Heitmann vor ein paar Monaten im Interview mit Gründerszene. Signifikant heißt: Der VC strebt Investments in Unternehmen an, die zumindest potenziell in der Lage sind, etwa ein Prozent des globalen CO2-Ausstoßes einzusparen. Allerdings: Bislang befinden sich nur zwanzig Millionen Euro im Topf des Fonds. Für Investments mit diesem Anspruch, ist das nicht besonders viel. Tatsächlich haben bisher auch erst drei Startups Unterstützung von Extantia erhalten.

Was das große Problem im Nachhaltigkeitsbereich sei? Dass das Geld nur kleckerweise fließe, sagt Laura-Marie Töpfer, die neue Partnerin bei Extantia. „Hier mal zwanzig Millionen Euro, da mal dreißig – wie das einen Einfluss haben soll, weiß ich nicht“, so die 32-Jährige, die erst kürzlich als Investorin bei dem Berliner VC eingestiegen ist. Töpfer leitete zuletzt beim Weltwirtschaftsforum den Aufbau von Uplink, einer Plattform, die Startups und Entscheider aus dem Nachhaltigkeitssektor zusammenbringen soll. Mit dieser Expertise soll sie nun dafür sorgen, dass Extantia mehr ist als ein klassischer VC.

Das Ziel: ein Öko-Ökosystem

Denn auch wenn der Geldgeber bislang nur dabei ist, ein paar Millionen in eine Handvoll Startups zu investieren, soll es nicht dabei bleiben. Zum einen soll viel Geld aus Übersee für den Fonds akquiriert werden – bisher haben lediglich deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer wie Fitx-Gründer Jacob Fatih ihr Geld in Extantia gesteckt –, zum anderen will man nicht nur in Unternehmen investieren, sondern auch in andere Investoren. „Stell dir vor, wir können ein ganzes Ökosystem an Unternehmern unterstützen, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass wir das nächste nachhaltige BP oder Shell aufbauen“, skizziert Töpfer das Vorhaben. Ihr Plan: ein „nachhaltiges Andreessen Horowitz“. In den kommenden neun bis zwölf Monaten soll dafür noch mal ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag in den Fonds fließen.

Auch wenn dann ganz andere Summen im Spiel sein werden, Nachhaltigkeit soll weiter im Vordergrund stehen. Vom sonstigen Greenwashing der Szene will Extantia sich klar abheben, dafür soll das Team künftig etwa um Wissenschaftler erweitert werden. Und die bisher getätigten Investments – auch wenn es nur wenige waren – deuten an, dass es den Köpfen hinter dem VC nicht nur um den Impact im Ausmaß einer Holzkreditkarte geht. Nur Startups, die wirklich auf die UN-Nachhaltigkeitsziele einzahlen, kommen für Extantia in Betracht. Ob es das Unternehmen wirklich schafft, ein Gigacorn aus der Taufe zu heben? Abwarten. Dass mit Laura-Marie Töpfer jetzt eine der wenigen Frauen in der VC-Szene an Bord geholt wurde, ist zumindest vielversprechend.

Zwar stört sich Töpfer daran, auf ihr Geschlecht reduziert zu werden, dass sie als Frau an der Spitze eines VCs eine Rarität ist, lässt sich aber nicht wegdiskutieren. „Unser Team war bisher und ist auch immer noch wenig divers“, sagt sie. Und auch die potenziellen Investment Cases seien insgesamt sehr homogen aufgestellt. Hier entgegenzuwirken sieht Töpfer auch als ihre Aufgabe. Nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern weil sie überzeugt ist, dass divers aufgestellte Teams grundsätzlich erfolgreicher sind.

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