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Diese Frau soll für Bidens besseres Sport-Amerika stehen

Martin Hoffmann
·Lesedauer: 3 Min.

Lady Gaga, John Legend, Justin Timberlake, Bruce Springsteen, die junge Dichterin Amanda Gorman: Viel Prominenz aus Kunst und Kultur gab sich am Mittwoch die Ehre, um den neuen US-Präsidenten Joe Biden im Amt zu begrüßen.

Der Nachfolger des abgewählten Donald Trump empfing aber auch eine Reihe von Sportpersönlichkeiten bei seiner Inauguration - und auch diese Auswahl hatte Signalwirkung.

Während Trump den Sport oft benutzt hat, um zu spalten und Feindbilder zu pflegen, luden Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris Gäste ein, die ihren Appell zu Aufbruch und Versöhnung an das amerikanische Volk untermauern sollten: Kareem Abdul-Jabbar war dabei, NBA-Hall-of-Famer und wortmächtiges Sprachrohr für die Black-Lives-Matter-Begegnung und gegen Rassismus. Oder auch Kim Ng, die erste weibliche General Managerin der Baseball-Liga MLB.

"Celebrating America" war das Motto des von Hollywood-Star Tom Hanks moderierten TV-Specials zu Bidens Amtseinführung, in dem die beiden auftraten. Es sollte Menschen ins Zentrum rücken, die die "reiche Vielfalt und die gewaltigen Begabungen, die in Amerika schlummern" repräsentieren sollten.

Eigenschaften, die auch eine junge Sportlerin nach Washington mitbrachte, deren Geschichte von Biden ebenfalls gefeiert und in den Fokus gerückt wurde: Sarah Fuller.

Fußballerin Sarah Fuller schrieb Geschichte im Football

Die 21-Jährige ist eine herausragende College-Athletin an der Vanderbilt University in Nashville, die im vergangenen Jahr nationale Schlagzeilen schrieb: Als erste Frau mischte sie in der Power Five Conference mit, der Eliteklasse des US-College Footballs.

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Fuller ist eigentlich Torhüterin im Fußballerinnenteam der Vanderbilt Commodores, coronabedingte Ausfälle bei den Footballern brachten deren Trainer Derek Mason im vergangenen Jahr auf die Idee, Fuller als Nothelferin für die Kicker-Position zu engagieren.

Das vielbeachtete Gastspiel hatte Erfolg: Gegen die Tennessee Volunteers verwandelte Fuller einen Extrapunkt und wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme zur ersten Frau, die sich bei den Power Five in die Scorerliste eintrug.

Es war die unverhoffte Zugabe eines auch im Fußball erfolgreichen Jahres: Fuller holte mit den Commodores den überregionalen Titel in der Southeastern Conference (SEC).

Ruf von Joe Biden "eine Ehre"

Die Einladung, sich bei den Feierlichkeiten in Washington als Symbol für ein besseres, fortschrittlicheres Amerika zu präsentieren, nahm sie dankbar an.

"Es ist mir eine Ehre eingeladen zu sein, an einer der tollsten amerikanischen Traditionen teilzuhaben", schrieb sie bei Instagram: "Diese historische Inauguration ist besonders wichtig für amerikanische Frauen und Mädchen." Mit dem Hashtag #leadlikewoman beschloss Fuller die zufriedene Feststellung, dass die "Glasdecken", die unsichtbaren Schranken beim Thema Gleichberechtigung fallen würden.

Fuller ist ein politischer junger Mensch, neben ihrer Sportkarriere engagierte sie sich in Hospitanzen für die lokale Analphabetismus-Hilfe und für "End Slavery Tennessee", eine Initiative gegen Menschenhandel.

Biden sendet Signale an LeBron, Rapinoe und Co.

Bidens Einladung an Fuller ist eine der vielen Botschaften an den Teil der Sportwelt, die sich als kritischer Gegenpol zu Trump in einem Maß politisiert hat, das an die bürgerrechtsbewegten Sechziger erinnert - als unter anderem Muhammad Ali und der Faust-Protest der Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei Olympia 1968 die Welt bewegten.

Wortführerinnen und Wortführer von heute wie LeBron James oder auch Fullers Fußball-Kollegin Megan Rapinoe erhoffen sich von Biden und Harris, dass sie den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.

Eine gute Beziehung in diese Kreise kann Biden bei seiner demokratischen Anhängerschaft nicht schaden. Unter anderem hat er deshalb auch schon zugesichert, für geschlechtergerechte Bezahlung im Fußball der Frauen zu sorgen - ein großes Anliegen für Rapinoe und Co.

Solche Zusicherungen und die Umarmung von Symbolfiguren wie Fuller untermauern die Aufbruchsstimmung, die Biden nicht nur im Sport verbreiten möchte. Er wird sich daran messen lassen müssen.