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Diese Frau erklärt, wie sie 70 Prozent ihres Einkommens sparte, und so mit nur 28 Jahren zwei Millionen Dollar auf dem Konto hatte

Woman New York City skyline
Woman New York City skyline

Wie viele andere junge Frauen in ihrem Alter spielte die New Yorkerin JP Livingston zum Ende ihrer 20er mit ihrem Hund, schaute Serien auf Netflix und erkundete ihre Stadt. Allerdings gibt es etwas, was sie von anderen unterscheidet: Mit nur 28 Jahren ging sie im Jahr 2018 bereits in Rente.

Sieben Jahre lang arbeitete JP Livingston zuvor in der Finanzbranche und schaffte es sogar, eine Führungsposition in ihrer Firma einzunehmen. Doch anstatt ihr ganzes Geld auszugeben, sparte sie sich währenddessen ein finanzielles Polster von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro an. 40 Prozent des Geldes kamen eigenen Angaben zufolge durch cleveres Investieren zustande. Doch den Großteil von 60 Prozent sparte sie sich selbst zusammen. Der Grund: Livingston wollte sich ihren großen Traum erfüllen, den sie bereits als Schülerin hatte — früh in Rente zu gehen.

„Ich denke mir, dass man alles machen kann, was man nur will, wenn man nicht arbeiten gehen muss“, erzählte sie Insider. „Wenn man Lust darauf hat, in einem traditionellen Job zu arbeiten, kann man das machen, aber man muss es nicht. Daran, frühzeitig zu pensionieren, hatte ich das erste Mal gedacht, als ich als Schülerin intensiv über meine Zukunft nachdachte.“

Als Livingston das College beendete, habe sie direkt einen lukrativen Job ergattern können, bei dem sie 100.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 93.600 Euro) im Jahr verdiente. So schilderte sie es Insider. Allerdings habe sie ihr Ziel der finanziellen Unabhängigkeit erreichen wollen und sich daher entschieden, sparsam zu leben. 70 Prozent ihres Verdienstes legte sie dementsprechend jeden Monat zur Seite. Auch als ihr Einkommen von Jahr zu Jahr wuchs, entschied sie sich dazu, weiter zu sparen und sogar noch mehr Geld beiseite zu legen.

Seitdem Livingston ihren Traum von der finanziellen Unabhängigkeit wahr gemacht hat, verbringt sie ihre freie Zeit, indem sie an ihrem persönlichen Finanzblog „The Money Habit“ arbeitet oder mit ihrem Hund entlang des Hudson Rivers spaziert. Zum Leben blieben ihr und ihrem Mann gemeinsam etwa 65.000 Dollar (60.864 Euro) im Jahr.

Als zweitteuerste Stadt der Welt ist New York bekannt für die überzogenen Preise. Doch wie Livingston veranschaulicht, sei es nicht unmöglich, das Stadtleben zu genießen, ohne dabei bankrott zu gehen. Hier sind die besten Tipps, wie man Geld spart:

1. Findet heraus, wofür ihr am meisten Geld ausgebt

Durchschnittlich geben Menschen ihr Geld für hauptsächlich drei Dinge aus: Miete, Auto und Tickets im öffentlichen Personennahverkehr sowie Essen. Livingston versuchte, diese Ausgaben so stark wie möglich zurückzuschrauben, sodass sie im Endeffekt ganze 70 Prozent ihres Einkommens einsparen konnte, erklärte sie Insider.

„Ihr solltet euch auf die Dinge konzentrieren, für die ihr am meisten ausgebt“, so ihr Tipp.

Obwohl sie sich mit ihrem hohen Einkommen ein extravagantes Appartement hätte leisten können, habe sich Livingston sich dazu entschieden, sich mit einem Mitbewohner eine Etagenwohnung zu teilen, die sie 1050 Dollar (umgerechnet rund 900 Euro) monatlich kostete – ein vernünftiger Preis für New Yorker Verhältnisse. „Wenn man gerade erst die Schule oder die Uni beendet hat, braucht man nicht die luxuriöseste Unterkuft überhaupt“, so Livingston. „Das war meine größte Einsparung. Ich wusste, dass viele Leute in meinem Alter 400 bis 600 Dollar mehr für Miete im Monat ausgaben als ich. Das macht auf das Jahr gesehen etwa 7000 Dollar (umgerechnet 6555 Euro) aus.“

Auch als ihr Einkommen wuchs, habe sie trotzdem weiter bescheiden gelebt, erkläte sie. So teilten sich ihr Mann und sie lediglich ein Einzimmer-Appartement von gerade einmal 28 Quadratmetern. Dafür zahlen sie 2400 Dollar (2247 Euro) im Monat. Und das, obwohl sie bereits mehrere Millionen auf der beiseite gelegt haben.

Indem Livingston ihre teuerste Ausgabe möglichst gering halte, könne sie jeden Monat wesentlich mehr sparen als viele ihrer Kollegen, sagte sie.

JP Livingston apartment
JP Livingston apartment

2. Kauft euch Möbel aus zweiter Hand

Da viele Menschen nicht mit den hohen Preisen von New York zurechtkommen und wieder in andere Städte ziehen, gibt es immer wieder günstige, gebrauchte Möbel zu kaufen. Allerdings ist das auch in jeder anderen Stadt möglich.

„Oft sind die Möbel weniger als ein Jahr alt, denn ständig ziehen Leute um“, sagte Livingston.

Ihre gebrauchten Möbel beziehe sie über das Internet und müsse dan oft weniger als 50 Prozent des Originalpreises bezahlen. Genau das mache es aber auch so einfach, seine eigenen Möbel wieder zu verkaufen, auch wenn sie nicht mehr so gut in Schuss seien.

„Ihr könnt Fehlkäufe schnell wieder loswerden“, sagt Livingston. „Immer, wenn ich etwas kaufe und nicht verwende, kann ich es wieder verkaufen.“

3. Nutzt die Vorteile einer belebten Stadt

In New York gibt es mehr Bars, Restaurants und Cafés, als ein Mensch im Laufe seines Lebens überhaupt besuchen kann. Das bedeutet, dass ihr euch die günstigsten Locations aussuchen könnt, um auszugehen – auch in eurer Stadt. „Es gibt viele Cafés, die günstig sind, sodass man sich dort mit Freunden treffen kann, um etwas zu essen oder zu trinken.“

JP Livingston blogging
JP Livingston blogging

4. Denkt vor jedem Kauf daran, wie lange ihr dafür arbeiten müsst

Der effektivste Tipp ist Livingston zufolge jedoch ein Umdenken: Ihr solltet euch bewusst machen, wie viele Stunden ihr für eine neue Anschaffung arbeiten müsst. Diese Strategie habe dem Buch „Your money or your life“ von Vicki Robin und Joe Dominguez entnommen.

Eine einfache Rechnung: Wenn ihr etwa 15 Euro pro Stunde verdient und das neue iPhone, das ihr haben wollt, 700 Euro kostet, dann bedeutet das, dass ihr mehr als 46 Stunden dafür arbeiten müsstet. Fragt euch selbst, ob die viele Arbeit euch das wert ist.

Livingston merkte außerdem an, dass es sich nicht nur um Geld handele, das ihr einspart – es handele sich gleichzeitig um Geld, das ihr investieren und wachsen lassen könnt – oder eben nicht.

Euren täglichen Latte Macchiato wegzulassen, lässt euch außerdem nicht nur drei Euro in diesem Moment sparen, sondern etwa 720 Euro im Jahr. Auf die nächsten Jahre gerechnet könntet ihr auf diese Weise allein schon einen hohen, vierstelligen Betrag einsparen, den ihr wiederum anlegen oder euch damit etwas Besonderes gönnen könntet.

Übersetzt von Jessica Dawid

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im September 2019. Er wurde nun erneut geprüft und aktualisiert.