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Diese einfache psychologische Übung macht glücklich und produktiv im Job

·Lesedauer: 4 Min.
Sind Arbeitnehmer glücklich bei der Arbeit, färbt das auf die Produktivität ab, sagen Wissenschaftler.
Sind Arbeitnehmer glücklich bei der Arbeit, färbt das auf die Produktivität ab, sagen Wissenschaftler.

Habt ihr einen Neujahrsvorsatz? Vielleicht wollt ihr in 2022 eurer Karriere einen Schub geben? Der beste Weg dorthin dürfte wohl sein, dass ihr euren Job nicht nur gut macht, also produktiv arbeitet, sondern auch Spaß an der Sache habt. Doch wie schafft ihr das konkret?

Mit einer psychologischen Übung zum Beispiel, für die ihr euch täglich nur ein paar Minuten Zeit nehmt – das allerdings solltet ihr konstant und über einen längeren Zeitraum hinweg tun. Dass ihr damit wirklich produktiver arbeiten und zufriedener bei der Arbeit sein solltet, zeigen zwei Psychologinnen aus Deutschland, die die sogenannte TGT-Intervention (Three Good Things) untersucht haben.

Die Expertinnen für positive Psychologie, Carmen Lobbe von der Universität Kassel und Kathrin Reinke von der Technischen Universität Darmstadt, schreiben in einem wissenschaftlichen Artikel des Fachjournals "Organisationsberatung, Supervision, Coaching", dass diese Übung – täglich durchgeführt – die Zufriedenheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern langfristig erhöhen und sogar die Produktivität steigern könne.

Aus Erfolgen im Job neue Strategien ableiten

Der Ansatz, der aus der sogenannten Positiven Psychologie stammt, sieht vor: Statt euch auf eure Fehler zu konzentrieren und davon abzuleiten, wie es künftig nicht oder besser laufen könnte – in der Arbeitswelt gängige Praxis – konzentriert ihr euch auf die Erfolgserlebnisse bei der Arbeit und leitet aus ihnen neue Denkmuster und Strategien ab, die euch auch bei zukünftigen Aufgaben stärken können.

Konkret geht die tägliche Übung namens TGT-Intervention so: Ihr setzt euch jeden Abend hin, sobald ihr einen ruhigen Moment habt – und schreibt drei Dinge auf, die an diesem Tag gut gelaufen sind. Hattet ihr beispielsweise ein inspirierendes Gespräch mit eurem Vorgesetzten? Konntet ihr einen neuen Kunden gewinnen? Oder vielleicht habt ihr auch endlich eine lang aufgeschobene Aufgabe erledigt. Im nächsten Schritt – und der ist entscheidend – geht es dann darum, zu verstehen und zu reflektieren, warum genau diese Momente so wunderbar funktioniert haben. Warum war das Gespräch inspirierend? Wie habt ihr den Kunden dazu überzeugt, ja zu sagen? Was hat euch bisher von der Erledigung der ewig aufgeschobenen Aufgabe abgehalten?

Als Teil der positiven Psychologie sei die TGT-Übung eine wirksame Methode, um positive Emotionen zu schaffen. "Neuere Befunde zeigen, dass es für die Förderung des Wohlbefindens unzureichend ist, 'nur' das Auftreten negativer Ereignisse zu reduzieren", schreiben die Psychologinnen in ihrer Studie – und weiter: "Stattdessen sind positive Ereignisse und Emotionen ganz entscheidend für die Steigerung von Wohlbefinden und damit verbundenen positiven Ergebnisgrößen, wie zum Beispiel der Arbeitsleistung."

Was das genau bedeutet? Gefühle, die euch gut tun, weil sie euch ein bisschen stolzer, dankbarer oder optimistischer durch die Welt gehen lassen, sind darüber hinaus auch noch gut für eure Produktivität.

In einem Experiment mit 108 Teilnehmern konnten die Wissenschaftlerinnen demnach schon nach zwei Wochen einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden von Personen feststellen, die die TGT-Intervention täglich durchgeführt hatten. Reinke und Lobbe empfehlen, die Übung langfristig in den Alltag zu integrieren: Sie vermuten, dass der positive Effekt über die Zeit noch stärker wird. Die Forscherinnen konnten außerdem feststellen, dass Mitarbeiter, die mittels der Übung ihre positiven Erlebnisse im Job reflektieren, seltener dazu neigen, ihren Arbeitgeber zu wechseln.

Psychologisches Kapital nutzen

Aber warum macht diese psychologische Übung überhaupt glücklich? Die Wissenschaft begründet das mit einem positiven Einfluss auf das sogenannte "Psychologische Kapital". Das beschreibt einen Entwicklungszustand, der aus den vier Komponenten Selbstwirksamkeit, Optimismus, Hoffnung und Resilienz besteht. Mit der TGT-Intervention würden sich diese vier Komponenten weiterentwickeln. Und das führe schließlich dazu, dass die Menschen glücklicher sind.

Optimismus und Hoffnung dürften jedem von euch ein Begriff sein. Mit Resilienz ist eine Art Anpassungsfähigkeit gemeint. Also: Wie reagiert man auf Ereignisse und wie gut kann man sein derzeitiges Verhalten an neue Umstände anpassen? Unter Selbstwirksamkeit versteht man in der Psychologie, die Überzeugung, auch schwierige Situationen und Herausforderungen allein erfolgreich stemmen zu können.

Zufriedene Mitarbeiter sind auch produktiver

Die beiden Studienautoren forschen zur Anwendung von positiver Psychologie. Wie bereits erwähnt, geht es bei der positiven Psychologie darum, nicht nur negative Emotionen zu verarbeiten, sondern ganz explizit auch positive Emotionen zu schaffen – und das können sich auch Arbeitgeber zunutze machen. Entsprechend beraten die beiden Psychologinnen der Studie auch Unternehmen, wie sie den Arbeitsstress für ihre Angestellten reduzieren und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern können. Schließlich seien glückliche Mitarbeiter auch hilfsbereiter, selbstbewusster, offener und am Ende produktiver.

Für Arbeitgeber kann es demnach lohnenswert sein, in das psychologische Kapital der Belegschaft zu investieren, in in ihr Wohlbefinden also. Aber auch Erlebnisse als Gruppe gemeinsam zu reflektieren, kann laut den Psychologinnen einen positiven Effekt auf die Arbeitszufriedenheit haben. "Empfehlenswert ist hier auch, die TGT-Übung zu erweitern und zum Beispiel in Team-Meetings zu integrieren, in denen regelmäßig bewusst über positive Ereignisse und Erfolge berichtet wird", erklären sie in ihrer Studie.

Die TGT-Intervention funktioniert natürlich nicht nur bei der Arbeit. Vielleicht kann sie euch im neuen Jahr auch im Alltag helfen. Möglicherweise ist es ja gerade die Kombination, die Gutes für die Zukunft verspricht: Glück im Alltag und Zufriedenheit bei der Arbeit, klingt nach einem hehren Ziel, dem ihr mit der Übung aber eventuell schon bald näher kommt.