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Auch diese DAX-Aktie hat jetzt die Dividende gekürzt: Was das für ETF-Investoren bedeutet!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Dividendensaison in diesem Börsenjahr ist bereits mächtig kurz ausgefallen. Viele DAX-Aktien haben ihre Ausschüttungen aufgrund des Coronavirus und der Schwierigkeiten bei der Planung der Hauptversammlung verschoben. Aber auch so manche Aktie hat ihre Dividende gekürzt oder ganz ausgesetzt.

Allerdings ist die Phase dadurch noch nicht zu Ende, sondern im Grunde genommen bloß verlängert. Ein Vorteil für Einkommensinvestoren? Nein, nicht unbedingt. Denn durch das Virus und die Verzögerungen hat das Management noch einmal die Möglichkeit, die eigene Ausschüttung zu überdenken. Das kann zu kurzfristigen Kürzungen führen.

Eine weitere DAX-Aktie hat jetzt kurz vor knapp noch eine Kürzung der Dividende beschlossen. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren wissen müssen. Und warum sich hier auch ein gewisser Einfluss auf ETF-Investoren abzeichnet.

Continental senkt munter weiter …

Genauer gesagt ist es die Aktie von Zulieferer Continental (WKN: 543900), die die eigene Dividende kurz vor Schluss noch kürzt. Ursprünglich ist zunächst geplant gewesen, eine Dividende von 4,00 Euro in diesem Jahr an die Investoren auszuzahlen. Der neue Plan sieht jedoch vor, bloß 3,00 Euro je Aktie auszuschütten. Eine weitere Kürzung um 25 %, zumal Continental bereits im Vorfeld das Ausschüttungsniveau nach unten korrigiert hat.

Das Management verweist auf die weiter anhaltende Unsicherheit und dass es ratsam sein könne, Liquidität zu halten. Keine Frage: In der Zeit des Coronavirus, das direkten Einfluss auf das produzierende Gewerbe und die zyklische Automobilindustrie hat, ist das kein falscher Ansatz. Zumal Continental mit dieser Kürzung weitere 200 Mio. Euro in diesem Jahr an Liquidität einsparen kann.

Dem generellen Aussetzen der Dividende, so wie es zuletzt von Arbeitnehmerseite gefordert wurde, erteilte das Management somit jedoch glücklicherweise eine Absage. Aber dennoch: Eine klare Tendenz zu weniger Ausschüttungen ist hier erkennbar. Das sollten inzwischen nicht bloß Investoren von Continental merken. Sondern vermutlich auch ETF-Investoren.

Nicht der einzige Kürzer im DAX …

Die Aktie von Continental ist schließlich in diesem Jahr nicht der einzige Name, der die eigene Dividende gekürzt hat. Neben der Automobilbranche, einigen anderen Zyklikern, beispielsweise aus der Chemiebranche und Namen wie HeidelbergCement ist es beispielsweise auch die Lufthansa gewesen. Ein doch inzwischen bedeutender Kreis, der auf eine Ausschüttung in diesem Jahr verzichtet. Oder zumindest auf Teile davon.

Es gibt zwar einige Akteure wie die Allianz, die Münchener Rück oder auch Dividendenaristokrat Fresenius, die die Dividende erneut erhöhen. Oder auch einige Namen, die zumindest konstant ausschütten. Aber insgesamt bleibt fraglich, ob auf Index- und somit auch auf ETF-Sicht das Vorjahresniveau gehalten werden kann. Und ob die stärkeren Zahler die Kürzer kompensieren können.

Oder, anders ausgedrückt: Speziell im DAX zeigt sich die zyklische Ausrichtung in diesem Jahr, was zu Kürzungen der Dividenden führen kann. Ein ETF ist auch hier schließlich bloß ein Kompromiss, der den jeweiligen Querschnitt auf sich vereint. Und wenn der Querschnitt in Summe die Dividende kürzt, so werden das auch die ETF-Investoren im Endeffekt auf dem Verrechnungskonto spüren.

Keine rekordverdächtige Dividendensaison

Die diesjährige Dividendensaison dürfte daher nicht als rekordverdächtig in die Geschichte eingehen. Das hat sich in Anbetracht des Coronavirus jedoch bereits abgezeichnet. Und auch bedingt durch einige Fälle, in denen die Ausschüttungen bereits massiv gekürzt worden sind.

Continental mit seiner jetzigen Kürzung ist dabei bloß die Spitze des Eisbergs. ETF-Investoren, die mit fixen Dividenden gerechnet haben, sollten den Gürtel daher besser enger schnallen.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz von Fresenius und der Münchener Rück. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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