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Diese Absolventin der Dualen Hochschule Heilbronn macht Karriere bei der Schwarz-Gruppe

Annabel Ehm ist zur Bereichsvorständin in der Abteilung Interne Prüfung und Beratung berufen worden – im Alter von erst 26 Jahren.

Mangelnden Ehrgeiz kann man Annabel Ehm nicht vorwerfen. Nachdem sie 2016 von der Stiftung Goldener Zuckerhut als eine der zehn besten Nachwuchstalente der deutschen Lebensmittelbranche ausgezeichnet wurde, wurde sie gefragt, was sie denn mit dem Preisgeld vorhabe. Ihre Antwort: Management-Kurse in London belegen, um ihre Führungsqualitäten auszubauen.

Nun bekommt sie noch bessere Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden. Die 26-Jährige wurde zur Bereichsvorständin in der Abteilung Interne Prüfung und Beratung in der Schwarz-Gruppe berufen. Zuvor war sie dort bereits Mitglied der Geschäftsführung. Angefangen bei dem Handelskonzern hat Ehm 2015 als Verkaufsleiterin bei Lidl. Schnell machte sie Karriere in der Vertriebsleitung.

Ehm folgt in ihrer neuen Funktion auf Melanie Köhler. Die erst 29-Jährige, die als große Zukunftshoffnung im Unternehmen gilt, setzt ihren Aufstieg fort und wurde vor wenigen Wochen zur Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden der Schwarz Dienstleistungen, Gerd Chrzanowski, ernannt.

Köhler ist bereits heute schon praktisch die rechte Hand von Schwarz-Chef Klaus Gehrig. Sie ist sowohl Mitglied im Aufsichtsgremium der Schwarz Unternehmenstreuhand (SUT) als auch im neuen erweiterten Beirat des Unternehmens. Deshalb halten sich hartnäckig Spekulationen, ob sie nicht trotz ihres jungen Alters eine mögliche Kandidatin für die Nachfolge des bereits 71-jährigen Gehrig sein könnte.

Ehm und Köhler sind Teil eines Netzwerks, das es zunehmend schafft, auch jungen Frauen eine Karriere in der traditionell männerdominerten deutschen Handelsbranche zu ermöglichen. Sie haben beide an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn studiert. Dieser Standort wurde mit weitgehender finanzieller Unterstützung des Schwarz-Eigentümers Dieter Schwarz aufgebaut.

Immer wieder wird in der Branche gemurrt, Schwarz habe sich durch die Förderung der Hochschule seine eigene Kaderschmiede geschaffen. Und auch in der Wissenschaft werden immer wieder Stimmen laut, die die enge Verflechtung von Schwarz und der Hochschule kritisieren, die bezeichnenderweise auf dem Dieter-Schwarz-Campus residiert. Doch letztlich profitiert die ganze Branche von der Nachwuchsakademie.

So finden sich unter den Dualen Partnern der DHBW Heilbronn fast alle namhaften Händler, von Rewe und Edeka über Alnatura und Obi bis hin zu Discountern wie Norma und Netto. Genau das ist nach Ansicht von Annabel Ehm das Erfolgsgeheimnis der Ausbildung in Heilbronn. „Der besondere Vorteil am dualen Studium an der DHBW ist, dass viele unterschiedliche Unternehmen aufeinandertreffen“, sagte sie in einem Interview, das die Hochschule auf ihrer Website veröffentlichte.

Und deshalb empfiehlt sie künftigen Studenten: „Der Blick über den eigenen Tellerrand fördert die strategische Arbeitsweise und das Unternehmertum, wenn man im Beruf angekommen ist.“