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Diese 3 Fehler im Umgang mit ETFs können dich Millionen kosten

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Fehler können, wie im Leben so an der Börse, sehr viel Geld kosten. Am Aktienmarkt wiegen sie meist noch viel schwerer, weil wir unser hart erarbeitetes Geld wieder verlieren können oder nicht vom Zinseszinseffekt profitieren, der langfristig große Vermögen möglich macht.

Viele Fehler wiederholen sich immer wieder, sodass wir von ihnen lernen und sie vermeiden können. Warren Buffett studiert beispielsweise mit Vorliebe die Fehler anderer Investoren, um sie selbst möglichst zu vermeiden.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an.

1. Selbstüberschätzung

Häufig kommen wir mit dem Gedanken an die Börse, schnell reich zu werden. Dieses Vorhaben sollten wir aber sofort wieder verwerfen, denn Methoden, die dies versprechen, können auch schnell arm machen.

Die Börse ist rigoros, kennt kein Mitleid und bestraft jede Form der Überheblichkeit. Selbstüberschätzung führt fast immer dazu, dass wir zu hohe Risiken eingehen, die uns am Ende nur Rendite kosten oder weit zurückwerfen können. Auch am ETF-Markt gibt es sehr viele Produkte, die wenig für die Kapitalanlage geeignet sind und dazu verführen, hohe Risiken einzugehen.

Wir sollten immer sehr kritisch werden, wenn hohe Renditen versprochen werden. So könnte der Anleger davon ausgehen, mit einem gehebelten ETF die doppelte Rendite zu erzielen, was, wie die Vergangenheit zeigt, nicht zutrifft. Ganz im Gegenteil führen diese Produkte eher zu einer schlechteren Entwicklung als ETFs, die einfach nur den Index nachbilden.

2. Häufiges Umschichten

ETFs sind deshalb so beliebt, weil sie sowohl geringe Anschaffungs- als auch Haltekosten aufweisen. Unser Geist kommt dann häufig auf die Idee, dass wir mit bestimmten Handelstaktiken noch mehr Rendite erzielen könnten.

Alles, was wir allerdings damit erreichen, sind wieder stark steigende Kosten, denn wir zahlen bei jeder Umschichtung die Geld-Brief-Spanne und Orderkosten. Wir mindern also unsere Rendite, obwohl wir mit einfachem Nichtstun sehr viel mehr erreichen würden.

Besser ist es, einmal mehrere gute ETFs herauszusuchen und dann bei diesen zu bleiben. Nur wenn sich wirklich ein deutlicher Kostenvorteil ergibt, könnten wir nach einer vorherigen Kalkulation wechseln. Doch dabei müssen wir auch die Steuern berücksichtigen.

ETF-Anleger genießen genau deshalb, weil sie eigentlich nie verkaufen müssten, einen sehr großen Steuervorteil, und diesen sollten sie auch nutzen. Warren Buffett hat unter anderem nur dadurch ein so großes Vermögen aufgebaut, weil er sehr wenig umgeschichtet und somit hohe Steuerzahlungen gespart hat.

Die eigentliche Beschäftigung sollte das Lesen und nicht der aktive Handel sein. Und behalte immer im Hinterkopf: Langfristig gibt es kaum eine andere Anlage, der es gelingt, den Index zu übertreffen. Alles, was du tun musst, ist, in den Tälern zu kaufen und langfristig dabei zu bleiben.

3. Fehlende oder unpassende Streuung

Dieser Fehler geht Hand in Hand mit Fehler Nummer eins. Wenn wir uns überschätzen, investieren wir schnell in Branchen-ETFs oder Fonds mit nur wenigen Werten, weil wir uns hier noch mehr Rendite erhoffen. Auch dadurch erhöhen wir wieder unser Risiko und dies wirkt sich häufig negativ aus.

Fast jede Woche wird ein neuer Zukunftstrend beworben, der uns hohe Renditen verspricht. Meist sind aber genau dies die schon sehr hoch bewerteten Branchen, die in der Folge nur fallen können. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit einer Erholung bei den Spezial-ETFs sehr viel geringer, als wenn wir den Gesamtmarkt kaufen.

Auch bei der Depotzusammensetzung sollten wir vorher genau überlegen, ob sich die ausgewählten ETFs gut ergänzen oder mehrmals dieselben Aktien enthalten. Wenn wir sehr risikoscheu sind, könnten wir zudem überlegen, neben Aktien vielleicht auch Anleihen und Edelmetalle in das Depot aufzunehmen.

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