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Diese 25 Einhörner hat die deutsche Startup-Szene schon hervorgebracht

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Die Unternehmen Raisin DS (v.l.o.n.r.u.), N26, Infarm und Sellerx gehören zu den wertvollsten Startups Deutschlands mit Bewertungen über eine Milliarde Euro.
Die Unternehmen Raisin DS (v.l.o.n.r.u.), N26, Infarm und Sellerx gehören zu den wertvollsten Startups Deutschlands mit Bewertungen über eine Milliarde Euro.

Das Kapital fließt: In Deutschland schießen immer mehr Einhörner aus dem Boden – mittlerweile sind es 25 Startups an der Zahl. Weltweit soll es mehr als 900 Startups geben, die über eine Milliarde US-Dollar wert sind, vermeldet die US-Anaylseplattform CB Insights. Vor allem im vergangenen Jahr haben Startups wie das Münchener Softwareunternehmen Celonis mit einer Investmentrunde über eine Milliarde Dollar oder der Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas mit einer Finanzierung über 950 Millionen Dollar neue Rekorde aufgestellt. Außerdem: Berlin stellt eindeutig die Hochburg der wertvollsten Startups in Deutschland dar – 19 Unicorns stammen hierher.

Eine Übersicht über die wertvollsten, nicht-börsennotierten deutschen Startups, ihre jeweiligen Bewertungen und Kurzbeschreibungen haben wir hier für euch zusammengestellt.

Agile Robots

Firmenwert: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Zhaopeng Chen und Peter Meusel

Stadt: München

Ursprünglich haben die Gründer Zhaopeng Chen und Peter Meusel Roboterhände für einen KI-Astronauten entwickelt. Nach ihrer Ausgründung aus dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) im Jahr 2018 haben sich die Münchener unabhängig vom Weltraum gemacht: Ihre Soft- und Hardware für Roboterhände setzen Industrie-Unternehmen wie Foxconn heute zum Beispiel beim Zusammenbau von Smartphones ein. Mit dem jüngsten Investment über 220 Millionen Dollar (194 Millionen Euro) von Lead-Investor Softbank wurde das Unternehmen zum Einhorn.

Berlin Brands Group

Firmenwert: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Peter Chaljawsky

Stadt: Berlin

Das E-Commerce Startup verkauft selbst entwickelte Produkte unter mittlerweile 34 Eigenmarken über eigene Webshops, darunter Musikanlagen-Anbieter Auna und Küchengeräte-Hersteller Klarstein. Seit Ende 2020 kauft die Berlin Brands Group (BBG) erfolgreiche Onlinehändler des Amazon Marketplace in Deutschland auf – nun will das Unternehmen von Peter Chaljawsky auch Marken in den USA und Großbritannien übernehmen. Dabei helfen könnte auch die Übernahme von 40 Prozent der Firmenanteile durch das Private-Equity-Unternehmen Bain Capital, die BBG eine Bewertung von über einer Milliarde Euro einbrachte.

Celonis

Firmenwert: 10 Milliarden Euro (11 Milliarden Dollar)

Gründer: Bastian Nominacher, Alexander Rinke und Martin Klenk

Stadt: München

Aus Unicorn wird Decacorn: Die Firma, die Geschäftsprozesse mithilfe von KI verbessert, ist nach einer Finanzierungsrunde von 820 Millionen Euro mehr als zehn Milliarden Euro wert. Das Startup hat eine Software entwickelt, mit dem sich Abläufe in Geschäftsprozessen bildlich darstellen lassen, um Probleme in wie etwa Verzögerungen zu kennzeichen. DAX-Konzernen wie BMW, Bosch, Lufthasa, Siemens und Deutsche Bank gehören nach Unternehmensangaben zum Kundenkreis von Celonis.

Clark

Firmenwert: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Christopher Oster, Steffen Glomb, Marco Adelt und Chris Lodde

Stadt: Frankfurt

Das Insurtech gibt Kunden via App eine Übersicht über jegliche abgeschlossene Verträge vom Zahnzusatz bis zum Rechtschutz und analysiert aus Daten von 160 Versicherungsanbietern, ob am Markt günstigere Tarife möglich sind. Mithilfe eines Anteilstauschs hat Clark im vergangenen Jahr die Internetplattform Finanzen Group von der VC-Gesellschaft Allianz X übernommen. Dafür hatte das Startup zuvor Geld bei Investoren eingesammelt und anschließend verkündet, zum Einhorn aufgestiegen zu sein – ohne eine konkrete Bewertung zu benennen. CEO Christopher Oster hofft, Kunden, die sich auf Finanzen Group über Versicherungen informieren, an Clark künftig weiterleiten zu können.

Contentful

Firmenwert: 2,5 Milliarden Euro

Gründer: Sascha Konietzke und Paolo Negri

Stadt: Berlin

Mit dem entkoppelten Content-Management-System des Startups Contentful können Nutzer Inhalte wie Blogtexte, Push-Nachrichten oder Kunden-Rezensionen über verschiedene Kanäle und in Apps veröffentlichen und dabei Tools einbauen. Unternehmen wie Spotify, Peloton und Vodafone zählen zum Kundenkreis. Ihre jüngste Finanzspritze über 148 Millionen Euro haben die Berliner im Sommer 2021 unter anderem von der US-Investmentgesellschaft Tiger Global erhalten. Mit dem Geld plant das Gründer-Team nun, sein Marketing auszubauen und arbeitet derweil an neuen Produkten – einen Börsengang halten Sascha Konietzke und Paolo Negri für vorstellbar.

Enpal

Firmenwert: 1 Milliarde Euro

Gründer: Mario Kohle, Viktor Wingert und Jochen Ziervogel

Stadt: Berlin

Die Idee des Berliner Startups, Photovoltaikanlagen an Kunden im Abo zu vermieten, hat schon prominente Investoren wie US-Schauspieler Leonardo DiCaprio und die Zalando-Gründer angelockt. Die Anlagen finanziert Enpal vollständig über Bankkredite und übernimmt anfallende Kosten für die Instandhaltung. Über 10.000 Solarpanels hat die Firma um CEO Mario Kohle mittlerweile installiert. Durch die Erweiterung der Serie-C-Runde, in der das Energie-Startup 150 Millionen Euro von Softbank einsammelte, hat Enpal Einhorn-Status erreicht.

Flink

Firmenwert: 1,8 Milliarden Euro

Gründer: Oliver Merkel, Julian Dames und Christoph Cordes

Stadt: Berlin

Der 10-Minuten-Lieferdienst Flink ist gerade mal zwölf Monate alt und zählt bereits zu den wertvollsten Startups Deutschlands – ganz zum Ärger von Konkurrent Gorillas. Zu verdanken hat das Flink seinem neuen Anteilseigner, dem US-Essenslieferdienst Doordash. Insgesamt seien in der Finanzierungsrunde im Dezember 750 Millionen Dollar geflossen. Nach eigenen Angaben nimmt Flink alle zwei Tage neue Standorte ins Liefergebiet mit auf, 60 Städte in vier Ländern sind bereits im Portfolio. Seine rund 2.500 Lebensmittel bezieht der Fahrradkurier mittlerweile exklusiv von Supermärkten der Rewe Group.

Flixmobility

Firmenwert: 2,7 Milliarden Euro

Gründer: Jochen Engert, André Schwämmlein und Daniel Krauss

Stadt: München

Mit der Übernahme des US-Busunternehmens Greyhound hat das Münchener Mobilitätsunternehmen im vergangenen Jahr viel Aufsehen erregt. Nicht nur, dass Flixmobility zum Markführer im amerikanischen Fernbus-Segment aufsteigt. Durch den Kauf von 1000 Greyound-Fahrzeugen wächst auch die eigene Busflotte. Zuvor stattete das Unternehmen hinter Flixbus Partnerbusunternehmen lediglich mit Logo und Fahrplänen aus. Seine letzte Finanzspritze in Hohe von umgerechnet 550 Millionen Euro haben die Münchener im Juni 2021 eingesammelt. Nach eigenen Angaben unterhält das Münchner Unternehmen weltweit 400.000 tägliche Verbindungen mit 2.500 Zielen in 36 Ländern.

Forto

Firmenwert: 1,1 Milliarden Euro

Gründer: Michael Wax, Erik Muttersbach und Ferry Heilemann

Stadt: Berlin

Unternehmen, die Ware per Flugzeug, Güterzug oder Frachtschiff transportieren, bietet das Logistik-Startup Forto eine Plattform, auf der sie ihre Lieferkette in Echtzeit verfolgen können. Mithilfe der Software können Kunden Lieferungen bei Transportunternehmen buchen und versichern lassen, Auslieferungen tracken und Zoll-Dokumente archivieren. Das Konzept hat Top-Investoren wie Softbank auf den Plan gerufen: Im Sommer sammelte das Fracht-Startup 202 Millionen Euro ein und erreichte so seine Milliarden-Bewertung. Forto arbeitet mit Unternehmen wie dem Online-Möbelhaus Home24 zusammen.

Getyourguide

Firmenwert: 1,3 Milliarden Euro

Gründer: Johannes Reck, Tao Tao, Martin Sieber und Tobias Rein

Stadt: Berlin

Ursprünglich wollte die Studenten-WG eine Portal aufbauen, um lokale Stadtführer an Touristen zu vermitteln. Heute können Urlauber über die Plattform Getyourguide Aktivitäten und Erlebnisse wie Museumsbesuche Bootsfahrten, Dinner und Kabarett an verschiedenen Reisezielen welteweit buchen. Trotz ausbleibender Profitabilität lief es für die Berliner zunächst gut, 2019 erreichten sie nach einer Series-E-Finanzierung in Höhe von 433 Millionen Euro, die Softbank anführte, Einhorn-Status. Der Einbruch des Tourismus infolge der Pandemie hat die Gründer jedoch hart getroffen – 90 Mitarbeiter mussten gehen. Mit einem 80-Millionen-Kredit und einer Wandelanleihe über 114 Millionen Euro wollen sich die Berliner nun zurückkämpfen.

Gorillas

Firmenbewertung: 2,6 Milliarden Euro

Gründer: Kagan Sümer und Jörg Kattner

Stadt: Berlin

Wenn nichts mehr im Kühlschrank ist, dann hilft Gorillas. Der Berliner Lieferdienst verspricht, Lebensmittel binnen zehn Minuten zum Kunden zu bringen – gegen eine Gebühr von 1,80 Euro. Mit dem Konzept hat das Startup von CEO Kagan Sümer im Pandemie-Jahr 2020 Erfolg bewiesen: Neun Monate nach der ersten Bestellung erlangt Gorillas einen Unternehmenswert von über einer Milliarde Dollar – ein Rekord. Seine Lager besitzt Gorillas mitten in Innenstädten an insgesamt mehr als 40 Standorten. Zudem läuft die Expansion in Europa auf Hochtouren: Unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Großbritannien liefern die Fahrradkuriere mit den schwarzen Rucksäcken Bestellungen aus. Angekratzt wurde das Image des Startups zuletzt durch den steigenden Unmut innerhalb der Belegschaft samt Streiks und Querelen um die Gründung eines Betriebsrats.

Infarm

Firmenbewertung: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Guy Galonska, Osnat Michaeli und Erez Galonska

Stadt: Berlin

Die Kräuter in Glaskästen kennt man inzwischen aus dem Supermarkt: Das Startup Infam will Gemüse, Gewürze und Kräuter lokal in urbanen Farmen anbauen, um lange Lieferketten zu vermeiden und so die Umwelt zu schützen. Insgesamt 1.400 solcher smarten Gewächshäuser, die Licht, Temperatur und Feuchtigkeit regulieren, betreibt das Startup. In die Glaskästen eingesetzt werden Basilikum, Thymian oder Schnittlauch, wenn sie fast erntebereit sind. Bis dahin reifen diese in Großanlagen heran, 17 Stück besitzt das Startup bisher. Neben dem neuen Angebot an Gemüse- und Obstsorten plant das Food-Tech, in Nahost und den asiatisch-pazifischen Raum vorzudringen. Dafür haben die Berliner im Dezember 178 Millionen Euro eingesammelt. Derzeit ist Infarm in 50 Städten und elf Ländern aktiv, vor allem in Europa und Nordamerika.

Mambu

Firmenbewertung: 4,9 Milliarden Euro

Gründer: Eugene Danilkis, Frederik Pfisterer und Sofia Nunes

Stadt: Berlin

Endverbrauchern ist das Fintech eher weniger bekannt. Umso größer ist der Einfluss, den Mambu derzeit in der Finanzbranche hat: Das Startup entwickelt Software für Banken wie N26, Solarisbank und Santander im als Service (SaaS). Auf der Banking-Plattform können sich Mikrofinanzierer die Features zusammenstellen, die für ihr Kerngeschäft intereressant sind. Zum Beispiel Lösungen für neue Finanzangebote, zur Kreditvergabe, den Zahlungsverkehr oder die Kundenidentifizierung. Nachdem die Berliner zu Beginn des vergangen Jahres rund 110 Millionen Euro von VC-Unternehmen wie den Netflix-Investor Fonds TVC eingesammelt haben, sicherten sich die Gründer rund 235 Millionen Euro in einer weiteren Runde im Dezember.

N26

Firmenbewertung: 7,8 Milliarden Euro

Gründer: Max Tayenthal und Valentin Stalf

Stadt: Berlin

Die Onlinebank hat sich 2021 die drittgrößte Finanzierung gesichert – und das trotz voriger Problemen mit der Bankenaufsicht Bafin wegen zu lascher Geldwäscheprävention. Im Oktober sammelte die Banking-App bei den US-Risikokapitalunternehmen Third Point Ventures, Coatue und Dragoner Investment Group eine Summe von 775 Millionen Euro ein. Das frische Geld wollen die Berliner nun für Software, Produktmanagement, digitale Sicherheit und neue Mitarbeiter einsetzen. Die Gewinnung neuer Kunden ist hingegen erst einmal stark eingegrenzt: So hat die Bafin bestimmt, dass N26 in den kommenden Monaten maximal 50.000 bis 70.000 Neukunden pro Monat aufnehmen darf. Auch in den USA machte die Internetbank zuletzt einen Rückzieher: Eine halbe Million Konten sollen gesperrt werden und dafür der Fokus wieder mehr auf Europa gelegt werden.

Omio

Firmenbewertung: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Naren Shaam

Stadt: Berlin

Von seiner indischen Heimatstadt Bangalore aus ist Naren Shama erst in die USA zum Studieren, dann zum Gründen nach Berlin gekommen. Sein Startup Omio ist ein Vergleichsportal, auf dem Nutzer Tickets für Bahn, Bus, Flüge und Fähren buchen, sowie nach günstigen Angebote für Mietwagen und Carsharing suchen können. Von ausbleibenden Buchungen aufgrund der Pandemie konnte sich das Reise-Startup mit einer Finanzspritze in Höhe von 84,41 Millionen Euro 2020 erholen: Das Geld stammt unter anderem vom Staatsfonds Temasek aus Singapur und der schwedischen Investmentfirma Kinnevik. Mit dem Kapital will Omio sein Angebot ausbauen – in 37 Ländern in Europa und Nordamerika ist Omio derzeit verfügbar.

Personio

Firmenbewertung: 5,5 Milliarden Euro

Gründer: Hanno Renner, Ignaz Forstmeier, Roman Schumacher und Arseniy Vershinin

Stadt: München

Die Münchener haben sich vorgenommen, mit ihrer Personal-Software das nächste SAP zu erschaffen. Ihr Angebot richtet sich vorrangig an kleine und mittelständische Unternehmen, die ihr analoges Personalmanagement auf digital umstellen wollen. Rund 5.000 Firmen nutzen Personio nach Unternehmensangaben. Mithilfe der Software können HR-ler online Stellen ausschreiben, neue Mitarbeiter einarbeiten, Arbeitszeiten dokumentieren und Lohnabrechnungen verwalten. Rund 230 Millionen Euro haben die Gründer in ihrer Serie-E-Finanzierung im Oktober eingesammelt, das US-VC Greenoaks Capital Partners führte die Runde an. Mit einer Bewertung von 5,3 Milliarden Euro steigt Personio in die Top 3 der wertvollsten deutschen Startups auf – nur N26 und Celonis haben bisher höhere Bewertungen erzielt.

Raisin DS

Firmenwert: 1,3 Milliarden Euro

Gründer: Tamaz Georgadze, Frank Freund, Michael Stephan (alle Raisin) und Tim Sievers (Deposit Solutions)

Stadt: Berlin

Das Fintech Raisin DS ist im Juni 2021 durch den Zusammenschluss der beiden Firmen Raisin und Deposit Solutions entstanden. Beide Startups verkauften Spareinlagen an Privatkunden. Das Berliner Startup Raisin wurde zuvor mit etwa 670 Millionen Euro bewertet, das aus Hamburg stammende Deposit Solutions war nach Angaben eines Investors rund eine Milliarde Euro wert – bestätigt wurde die Summe aber nie offiziell. Auch nicht nach der Fusion. Lediglich Anteilseigner Kinnevik sprach kurz nach dem Deal von einem Zeitwert von 1,3 Milliarden Euro.

Razor Group

Firmenbewertung: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Tushar Ahluwalia, Christoph Felix Gamon, Oliver Dlugosch, Shrestha Chowdhury

Stadt: Berlin

Nachdem das US-Startup Thrasio 2018 damit anfing, Amazon-Händler aufzukaufen und sich in kurzer Zeit zu einem echten Riesen entwickelte, kamen in Deutschland ähnliche Firmen auf den Markt: wie die Razor Group, die in einer 110-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde im November zum Einhorn gekürt wurde. Im Portfolio befanden sich zum Zeitpunkt der Finanzierung rund 80 Shops mit 150 Marken. Als nächsten Schritt peilt das Berliner Startup in diesem Jahr die Umsatzmilliarde an.

Scalable Capital

Unternehmenswert: 1,25 Milliarden Euro

Gründer: Erik Podzuweit, Florian Prucker und Stefan Mittnik

Stadt: München

Fünf Jahre brauchte das bayerische Startup für digitale Vermögensverwaltung nach dem Marktstart im Februar 2016, um mehr als eine Viertelmillion Kunden zu gewinnen. Nach eigenen Angaben verwaltet das Fintech ein Kundenvermögen von mehr als sechs Milliarden Euro. Im Juni 2021 wurde Scalable zum Unicorn, als unter anderem der chinesische Technologiekonzern Tencent und Blackrock aus den USA einstiegen.

Sellerx

Firmenwert: mehr als eine Milliarde Dollar, genaue Bewertung ist nicht bekannt

Gründer: Philipp Triebel und Malte Horeyseck

Stadt: Berlin

Sellerx ging im August 2020 an den Start und schaffte es in nur 16 Monaten zum Einhorn. Vorbild ist wie bei der Razor Group das US-Unternehmen Thrasio. Das heißt, Sellerx kauft Amazon-Händler auf und integriert sie in seine Gruppe. Bisher hat die Firma mehr als 40 Händler akquiriert. Neben dem Hauptsitz in Berlin hat die Firma Niederlassungen in London, Miami und im chinesischen Shenzhen eröffnet.

Sennder

Firmenwert: 940 Millionen Euro (1,06 Milliarden Dollar)

Gründer: Julius Köhler, Nicolaus Schefenacker und David Nothacker

Stadt: Berlin

Eine Mitfahrzentrale für Güter. So beschrieben die Gründer ihr Vorhaben zu Beginn des Jahres 2015. Es ging ihnen darum, Routen für Lastwagentransporte in Europa zu optimieren und Leertransporte zu verringern. Das tun die Berliner mittlerweile für etliche Firmen und große Konzerne. Einer der strategisch wohl wichtigsten Investoren ist Scania Growth Capital, der Corporate-Fund des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers. Aber auch HV Capital, Project A und die Flixbus-Gründer sind investiert. In der Unicorn-Runde stieg auch der Fund Hedosophia ein.

Solarisbank

Firmenwert: 1,4 Milliarden Euro

Gründer: Marko Wenthin, Andreas Bittner und Peter Großkopf

Stadt: Berlin

Fintechs wie Tomorrow und Trade Republic besitzen keine Vollbanklizenz, um sämtliche Finanzgeschäfte ihrer Kunden abzuwickeln. Dafür nutzen die Startups die technische Infrastruktur der Solarisbank, einem sogenannten Banking-as-a-Service-Anbieter. Der einstige Fintech-Inkubator Finleap hat Solarisbank 2016 ausgegründet. Im Juli 2021 kürten Investoren wie HV Capital das Startup zum Unicorn. Wenige Monate später kündigte die Firma einen baldigen Börsengang an.

Tier Mobility

Firmenwert: 1,7 Milliarden Euro

Gründer: Julian Blessin, Mathias Laug, Lawrence Leuschner

Stadt: Berlin

In Deutschland waren sie das erste Startup, das 2019 die damals neue Fahrzeugklasse der „E-Scooter” als Sharing-Lösung auf einem Testgelände in Berlin erprobt hat. Heute beschäftigt das Unternehmen knapp 1.000 Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben rund 135.000 Roller in 150 Städten und 16 Ländern im Einsatz. Hinzu kommen E-Mopeds und E-Bikes. Zuletzt haben die Berliner 170 Millionen Euro eingesammelt. Namhafte Investoren wie Softbank und Goldman Sachs gehören zum Gesellschafterkreis des Berliner Sharing-Anbieters.

Trade Republic

Firmenwert: 4,3 Milliarden Euro

Gründer: Thomas Pischke, Marco Cancellieri und Christian Hecker

Stadt: Berlin

Der Online-Broker Trade Republic bekam im Mai rund 740 Millionen Euro (900 Millionen Dollar). Die Bewertung stieg damit auf 4,3 Milliarden Euro. Die Namen der Serie-C-Investoren können sich sehen lassen: Neben dem US-Risikokapitalgeber Sequoia sind bekannte Geldgeber wie Thrive Capital und TCV neu an Bord des Fintechs. Bestehende Gesellschafter wie der Founders Fund von Peter Thiel gaben ebenfalls neues Geld. Gegründet wurde die Firma 2015.

Wefox

Firmenwert: 2,5 Milliarden Euro

Gründer: Julian Teicke und Fabian Wesemann

Stadt: Berlin

Mitte 2021 sammelte der digitale Versicherer Wefox in der Series C gut 530 Millionen Euro (650 Millionen Dollar) ein. Im Gespräch sagte Gründer Julian Teicke, dass sein Unternehmen noch mehr Geld hätte erhalten können. Die Runde kam auch den Mitarbeiter zugute. Jeder der rund 600 Angestellten erhielt ein Anteilspaket im Wert von 5.000 Euro. Doch auch vorher schon waren ESOP für das 2015 gegründete Startup fester Teil der Firmenphilosophie.

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