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Die weltweit teuersten Standorte für Arbeitnehmer

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Wer der Karriere wegen den Wohnort wechselt, muss sich oft auf höhere Kosten einstellen. Eine Studie zeigt, an welchen Standorten das Leben am teuersten ist.

Die Skyline von Hongkong. (Bild: Getty)

Unterkunft, Transport, Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren und Unterhaltung – je nach Standort können die Preise dafür stark schwanken. Die international tätige Unternehmensberatung Mercer veröffentlicht jährlich das “Cost-of-Living-Ranking”, das multinationalen Unternehmen und Regierungen helfen soll, Vergütungsstrategien für ihre Mitarbeiter festzulegen.

Die diesjährige Rangliste umfasst 209 Städte auf fünf Kontinenten und misst die Vergleichskosten von mehr als 200 Faktoren an jedem Standort.

Hongkong bleibt Spitzenreiter

Im Ranking 2020 ist Hongkong zum dritten Mal in Folge Spitzenreiter als teuerste Stadt der Welt. Auf Platz 2 folgt die turkmenische Stadt Aschgabat, die im Vorjahr noch auf Platz 7 rangierte. Tokio rutschte in der Top 10 einen Platz nach unten auf 3.

(Bild: Mercer)

Auf Platz 4 folgt das schweizerische Zürich, das gegenüber dem Vorjahr einen Platz gutmachte. Auch in Bern und Genf ist das Leben teurer geworden. Die beiden schweizerischen Städten waren im vergangenen Jahr jeweils um zwei Plätze auf 12 und 13 zurückgefallen, tauchen aber nun in 2020 auf Platz 8 und 9 in den Top 10 auf. Weitere Städte in den Top 10 des Rankings sind New York, Singapur, Shanghai und Peking.

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Die weltweit billigsten Städte für Expatriates sind Tunis (209), Windhuk (208) sowie Taschkent und Bischkek, die auf Rang 206 liegen. 

Die teuersten Städte in Europa

Die Liste der zehn teuersten Städte in Europa wird von der Schweiz angeführt. Zürich, Bern und Genf rangieren auf den ersten Plätzen. Andere europäische Städte seien dagegen trotz geringer Preiserhöhungen in der gesamten Region durch den US-Dollar geschwächt und in der Rangliste zurückgefallen.

(Bild: Mercer)

Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, habe sich dagegen nicht auf die Landeswährung ausgewirkt. London (19), Birmingham (129) und Belfast (149) rutschten im Ranking um vier, sechs bzw. neun Plätze nach oben.

Deutsche Städte fielen im Ranking zurück

Bereits im vergangenen Jahr fielen deutsche Städte wie Berlin, Frankfurt und Düsseldorf aufgrund des starken Dollarkurses durchschnittlich um zehn Plätze im Ranking. In der Erhebung für 2020 ging es für deutsche Städte in der Rangliste weiter nach unten.

(Bild: Mercer)

Die teuerste deutsche Stadt ist nach wie vor München, gefolgt von Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Hamburg.

Covid-19-Pandemie beeinflusst Auslandsentsendungen

Ein starker Anstieg von ins Ausland entsandten Mitarbeitern sei aufgrund von Covid-19 nicht zu erwarten. “Unternehmen sollten sich eher auf interne Wechselmöglichkeiten von Expatriates vorbereiten und Verständnis dafür zeigen, dass nicht alle Mitarbeiter bereit sein werden, ins Ausland zu gehen”, rät erklärt Ilya Bonic, President Career und Head of Strategy bei Mercer.

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Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass sich durch die Covid-19-Pandemie die Entsendung von Mitarbeiterin ins Ausland grundsätzlich ändern wird. Es sei zu erwarten, dass Auslandsentsendungen an neue Wirtschaftsmodelle angepasst werden, die sich auf verkürzte Lieferketten, regionale Einsätze und die Weiterbildung von Mitarbeitern konzentrieren.

“Die Entwicklung zu neuen Formen der Auslandstätigkeit, die wir schon seit geraumer Zeit bemerken, wird sich  ̶  ausgelöst durch die Pandemie  ̶  erheblich verstärken und beschleunigen. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Akzeptanz der Mitarbeiter, insbesondere was kritische Standorte anbelangt, und die Kostensituation gelegt werden müssen“, betont Ulrike Hellenkamp, Expertin für Auslandsentsendungen bei Mercer.

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