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Die Rentenlücke droht: 3 renditestarke Wege, um sie zu schließen

Vincent Uhr
freier Journalist
Die Rentenlücke droht.

Es vergeht kaum eine Woche, in der das Thema Altersarmut nicht irgendwo hochkocht. Ob es bewegende Einzelschicksale sind, die im Kontext derartiger Berichte aufgegriffen werden, oder der Versuch, eine statistische oder quantitative Erhebung aufzustellen, inwiefern eine Rentenlücke jeden von uns im Durchschnitt treffen könnte, fest scheint hierbei lediglich eins zu stehen: Die Rentenlücke ist ein Aspekt, der viele von uns betreffen könnte.

Gängige Prognosen rechnen gegenwärtig bereits damit, dass für eine solide Grundversorgung im Alter bis zu 800 Euro im Monat fehlen werden. Eine Prognose, die vielen auf der Zielgerade des Erwerbslebens eiskalte Schauer über den Rücken jagen können.

Dennoch existieren gerade in der privaten Vorsorge jedoch attraktive und langfristige Wege, wie man einem solchen Versorgungsengpass selbst entgegenwirken kann. Allerdings wird man hierbei in Anbetracht der niedrigen Zinsen nicht mehr um ein kleines bisschen Risiko herumkommen können.

Die 4 %-Regel kann einen bedeutenden Ansatz offenbaren

Ein erster Weg, um einer drohenden Rentenlücke entgegen zu wirken könnte so beispielsweise einem gängigen Entsparplan entlehnt werden: Der sogenannten 4-%-Regel.

Hinter dieser eigentlich recht einfachen Regel verbirgt sich im Grunde genommen, dass man als Sparer lediglich 4 % pro Jahr seiner Ersparnisse entnehmen sollte. Ein Richtwert, der in einem historischen Back-Check der Trinity Studie bei einer Aktienquote von 60 %, sowie einer Anleihenquote von 40 % stets ausgereicht hat, um im Ruhestand über 30 Jahre hinweg niemals pleite zu gehen ,bzw. sein Ruhestandspolster vor dem Ende des Ruhestandsdaseins aufzuzehren.

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Grundsätzlich könnte ein Mix aus Aktien und Anleihen daher für alle Ruheständler eine durchaus solider Weg sein, um einer Rentenlücke entgegen zu wirken. Die jeweiligen Anleihen gelten hierbei gewissermaßen als krisenresistenter Fels in der Brandung, die Aktien können langfristig hingegen einen gewissen Renditekick geben für das Ruhestandsportfolio geben.

Wer daher über einen effektiven Weg der privaten Altersvorsorge nachdenkt, könnte langfristig einen derartigen krisenerprobten Mix daher durchaus in Erwägung ziehen. Wird hierbei jedoch definitiv ein aktives Portfoliomanagement betreiben müssen.

Dividendenaktien regelmäßige Einkommensquelle

Wer es hingegen etwas einfacher gestalten möchte und direkt auf ein passives Einkommen abzielt, sollte hingegen auf Dividendenaktien setzen. Allerdings existieren hierbei gewisse Einschränkungen, die es zu berücksichtigen gilt..

Angehende Ruheständler, die mithilfe ihrer jeweiligen Dividendeneinkünfte ihren Lebensunterhalt bestreiten möchten, sollten stets auf eine zuverlässige Dividendenhistorie achten, die oftmals ein gewisser Indikator für die weiteren Ausschüttungen ist.

Zudem kann ein moderates Wachstum der jeweiligen Dividendenzahlungen einem langfristig dabei behilflich sein, einen gewissen Inflationsausgleich zu erhalten. Auch ein Ruhestand soll im Idealfall schließlich noch viele Jahrzehnte hinweg andauern. Entsprechend könnte auch die Inflation ein Thema werden, das es gerade bei der privaten Vorsorge im Auge zu behalten gilt.

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Insbesondere sogenannte Dividendenaristokraten könnten für viele Ruheständler interessant sein, denn unter diesem Begriff werden all diejenigen Dividendenaktien subsumiert, die seit mindestens einem Vierteljahrhundert konsequent die eigene Ausschüttung Jahr für Jahr angehoben haben. Allerdings existieren auch abseits dieser elitären Aktiengattung noch weitere, spannende und insbesondere zuverlässige Ausschütter, die man ebenfalls in Erwägung ziehen kann.

Zudem könnte es sich ebenfalls anbieten, auf die Ausschüttungsintervalle der jeweiligen Dividendenaktien zu achten, denn viele der heimischen Ausschütter zahlen lediglich einmalig pro Jahr ihre Dividenden aus.

In den USA sind hingegen vierteljährliche Ausschüttung die Regel, wobei es speziell bei sogenannten Real Estate Investment Trusts (REITs) sogar Dividendenaktien gibt, die monatlich ihre Investoren am operativen Erfolg per Dividendenausschüttung teilhaben lassen.

Einfache Altersvorsorge mithilfe von ETF

Eine dritte, einfache, kostengünstige und dadurch insgesamt bequeme Möglichkeit, die jedoch eher auf den Vermögensaufbau für den Ruhestand abzielt, könnten zudem sogenannte ETF sein. Diese Exchange-traded Funds sind häufig als passive Indexfonds konzipiert, wobei es auch ETF gibt, die gewisse Bereiche oder spezielle Segmente eines jeweiligen Index abbilden.

ETF bieten als solche jedoch unterm Strich eine ganze Reihe an Vorteilen. Einerseits sind diese passiven Fonds durchaus renditestark. Langfristig haben es viele Indizes beispielsweise auf eine marktübliche Rendite im hohen, einstelligen Prozentbereich pro Jahr gebracht. Mit einer Ruhestandsplanung, die über Jahre oder auch Jahrzehnte hinweg geht, können Investoren hiermit daher durchaus noch langfristig ein Vermögen aufbauen.

Zudem können die eigenen Vorsorgepläne mithilfe eines oder mehrerer ETF kostengünstig automatisiert werden. Viele dieser Passivfonds sind über Direktbroker sparplanfähig, wodurch regelmäßig monatlich, vierteljährlich oder auch halbjährlich ein gewisser Anteil, häufig sogar kostenlos, in die jeweiligen Passivfonds investiert werden kann. Für alle, die daher möglichst wenig aktiv an ihrer Altersvorsorge feilen möchten, können ETF daher eine interessante Lösung sein.

Zeit ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg!

Letztlich ist allerdings auch die Zeit ein wesentlicher Schlüssel zur eigenen Altersvorsorge, den je eher man mit dem Stopfen der Rentenlücke mithilfe renditestarker Anlageformen beginnt, desto mehr wird man langfristig erreichen können.

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Wer so beispielsweise monatlich eine fixe Summe von lediglich 50 Euro regelmäßig zu einer marktüblichen langfristigen Rendite von 7 % investiert, wird innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Vermögen von rund 58.800 Euro aufbauen können, wobei man lediglich 18.000 Euro selbst in diese private Vorsorge eingebracht hat. Wer hingegen fünf Jahre später beginnt, wird lediglich noch ein Ruhestandspolster von 38.300 Euro, bei einer Gesamteinzahlung in Höhe von 15.000 Euro erzielen können.

Die Zeit ist daher ebenfalls ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. Entsprechend ist jetzt der beste Zeitpunkt, mit der eigenen Vorsorge zu beginnen.