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Die dreistesten Mogelpackungen des Jahres

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 8 Min.

Sind Ihnen in 2020 versteckte Preiserhöhungen im Lebensmittelhandel aufgefallen? Wir haben die unverschämtesten Mogelpackungen für Sie im Rückblick.

MARCH 2020 - Coronavirus crisis COVID 19. Diseases affect the rich and poor; money is not edible.
(Bild: Getty Images)

Im Lebensmittelhandel müssen Kunden oft sehr genau hinschauen und das Kleingedruckte studieren, um nicht auf Mogelpackungen hereinzufallen. Da werden heimlich Füllmengen reduziert, Packungen verändert und Kunden mit Rechenbeispielen verwirrt, um über Preiserhöhungen hinwegzutäuschen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Markt genau zu beobachten und ruft Konsumenten dazu auf, verdächtige Kandidaten zu melden. Regelmäßig weisen die Verbraucherschützer auf versteckte Preiserhöhungen hin und vergeben für besonders unverschämte Kandidaten den Negativ-Preis Mogelpackung des Monats.

Januar ohne großes Negativbeispiel

Im Januar war es noch relativ ruhig, was Beschwerden über Mogelpackungen anging. Anlass zu Kritik sah die Verbraucherzentrale aber bei Mars Petcare. Der Hersteller hatte bei verschiedenen Produkten für Hunde und Katzen die Füllmengen drastisch reduziert. Bei gleichem Preis zahlen Kunden dadurch nun bis zu 20 Prozent mehr für Katzensnacks von Whiskas und Kauartikel von Pedigree für Hunde.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Zudem bemängelten die Verbraucherschützer bei den Katzensnacks, dass durch die Füllmengenreduzierung nun viel mehr Plastikmüll anfällt. In der alten Version verbrauchten Katzen laut Fütterungsempfehlung von Mars Petcare ca. 19 Plastikdosen in einem Jahr, in der neuen Version sind es ca. 29 Plastikdosen.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Die erste Mogelpackung des Monats kam im Februar

„Bifi – muss nicht mehr mit!“, titelte die Verbraucherzentrale Ende Februar und wählte die Original Minisalami zur Mogelpackung des Monats März. Die Verteuerung lag zwar – im Vergleich zu anderen Negativbeispielen – bei „nur“ 16 Prozent. Aber um die Preiserhöhung zu verstecken, wurde sehr tief in die Trickkiste gegriffen.

Man habe sich in dem Fall einer „besonders subtilen Masche“ bedient, erklärten die Verbraucherschützer. Denn auf den ersten Blick auf die Verpackung dürften Salami-Esser sogar Grund zur Freude gehabt haben. Denn drin stecken nun sechs, statt wie vorher fünf Würstchen.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Aber: Ein Blick ins Kleingedruckte verrät, dass es gar kein echter Sechser-Pack ist, denn die enthaltenen Würstchen sind geschrumpft. Statt 25 Gramm wiegen die Minisalamis nur noch 22,5 Gramm. Der Preis wurde flächendeckend von 1,99 Euro auf 2,49 Euro erhöht. Damit ist der augenscheinlich günstigere 6er-Pack unterm Strich knapp 16 Prozent teurer.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Auch Bifi Roll war in verschiedenen Varianten von den Würstchenschrumpfungen betroffen.

Hygieneartikel für Frauen

Ab Januar wurden Tampons, Binden und Co nur noch mit 7 statt mit 19 Prozent besteuert. Doch statt die Ersparnis weiterzugeben kassiert Procter & Gamble bei der Marke Always selbst. Das Vorgehen war trickreich, wie die Verbraucherzentrale erklärt: „Die Binden der Marke Always wurden dank einer Füllmengenreduzierung ,schlauerweise‘ schon vor der Steuerumstellung teurer: Das Produkt Always Ultra Normal im Big Pack (Größe 1) von Procter & Gamble kostete bis August 2019 mit 30 Stück beispielsweise bei Rossmann noch 3,45 Euro.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Dann schrumpfte die Packung auf 28 Stück bei gleichem Preis. Seit Anfang 2020 verkauft Rossmann die Binden für 3,05 Euro. Das Produkt ist so zwar auf den ersten Blick günstiger geworden, tatsächlich hat es sich jedoch – bezogen auf den Nettopreis – um 5 Prozent verteuert.“

Auf Anfrage von Yahoo! Finanzen wies Procter & Gamble damals eine Preiserhöhung von sich, bestätigte aber gleichzeitig die Füllmengenreduzierung. „Um es mit Blick auf den Post der Verbraucherzentrale auf den Punkt zu bringen: Von P&G hat es in diesem Zusammenhang keine Preiserhöhungen gegenüber dem Handel gegeben. Im Gegenteil: Wir haben die Preise unserer Menstruationsprodukte für den Handel nach unten korrigiert, um die Mehrwertsteuersenkung vollumfänglich zu reflektieren. Die letzte Änderung der Anzahl der Binden pro Packung bei unserem Produkt Always Ultra, Big pack Größe 1 normal, erfolgte im August 2019“, so Dajana Dächert, Sprecherin bei Procter & Gamble.

Milka-Osterhasen geschrumpft

Bei Saisonware haben es Kunden deutlich schwerer, Preise zu vergleichen. Gut, dass die Verbraucherzentrale Hamburg gerade da besonders genau hinschaut. Deshalb ging das Schrumpfen der Milka Schmunzelhasen vom Hersteller Mondelez auch nicht stillschweigend vorüber.

Je nach Sorte und Ausführung verloren die Schoko-Hasen bis zu 35 Gramm an Gewicht. Bei Preisen wie im Jahr zuvor zahlten Kunden bis zu 20 Prozent mehr. Dafür gab es den Negativpreis Mogelpackung des Monats April.

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Viele versteckte Preiserhöhungen im Mai

Pflaumenmus, Spülmaschinentabs und Frühlingsquark – der Mai brachte gleich eine ganze Sammlung an versteckten Preiserhöhungen mit sich.

Im M8ai wurden viele Produkte teurer. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Im M8ai wurden viele Produkte teurer. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Aber den Vogel abgeschossen hatte nach Meinung der Verbraucherschützer KitKat Chunky. Nestlé ließ einen Riegel aus der Packung verschwinden. Drin waren ab dato nur noch vier statt fünf Schokoriegel. Bei gleichem Preis von 1,99 Euro macht das an der Supermarktkasse 25 Prozent mehr.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Weil Nestlé zuvor schon das Gewicht der Riegel von 50 auf 40 Gramm reduziert hatte, gab’s dafür die unrühmliche Auszeichnung Mogelpackung des Monats Mai.

Juni-Sonne ließ erneut Schokolade schmelzen

Auch im Juni ging’s um Süßigkeiten. Die Mogelpackung des Monats verliehen die Verbraucherschützer an Kinder-Schokolade und Yogurette. Grund: In den Schoko-Packungen von Ferrero steckten fortan zwei Riegel weniger.

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Der Verkaufspreis sank von 1,49 Euro auf 1,29 Euro. Doch was auf den ersten Blick günstiger zu sein schien, ist in Wahrheit teurer geworden. Für beide Produkte stieg der Preis um bis zu acht Prozent, in den vergangenen fünf Jahren aufgrund von Füllmengenänderungen sogar um 30 Prozent.

„So ein Käse!“, hieß es im August

Eine teure Scheibe extra steckt seit Sommer in den Käse Packungen von Leerdammer. Acht Sorten sind seitdem bis zu 21 Prozent teurer. Das sollten die Kunden aber sicher nicht merken. Warum sonst stand plötzlich auf den neuen Leerdammer-Packungen auffällig vor rotem Hintergrund: „+1 Scheibe“ und darunter „DAUERHAFT MEHR!“. Doch wer nun glaubte, mehr für sein Geld zu bekommen, lag daneben. Im Gegenteil, der Preis für den Käse wurde erhöht und zwar überproportional zur Füllmenge.

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Dafür vergab die Verbraucherzentrale an den Hersteller Bel Deutschland und an die Käsemarke Leerdammer die Mogelpackung des Monats August.

Zahnpasta: billiger und doch teurer

„Selten haben wir so viele Beschwerden wegen einer versteckten Preiserhöhung erhalten. Die Zahnpasta Sensodyne ProSchmelz von GlaxoSmithKline (GSK) ist teurer geworden, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Meist zwischen 10 und 13 % beträgt die versteckte Preiserhöhung, weil der Preis nicht so wie die Füllmenge schrumpfte. Teilweise sollen es sogar bis zu 33 % sein“, vermeldete die Verbraucherzentrale im August.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Besonders dreist: Damit die ganze Sache nicht so auffällt, sei die Zahnpasta in vielen Drogerien zum Rabattpreis verkauft worden.

Kunden zahlen für „streichfähiges Wasser“

Im Oktober räumte der Drogerie-Discounter Rossmann den Negativpreiss Mogelpackung des Monats ab. Den gab‘s für den Bio Erdbeere Fruchtaufstrich seiner Eigenmarke Enerbio. Nach einer Rezepturänderung bei gleichem Verkaufspreis war der Inhalt von 340 auf 300 Gramm geschrumpft.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Aber – oh, Wunder! – das Glas ist immer noch in etwa gleich voll. Möglich macht das eine Rezepturänderung mit mehr Wasser. Für das zugesetzte sogenannte „streichfähige Wasser“ zahlen Kunden nun 13 Prozent mehr.

Teuer, teuer, teuer statt lecker, lecker, lecker
Im November fiel der Verbraucherzentrale die Wahl der Mogelpackung des Monats nicht schwer: Müsli von Seitenbacher. Das verkauft der Hersteller nun unter neuem Namen, mit reduziertem Inhalt und zu einem höheren Preis.

Statt dem bisherigen Vollkorn-Früchte-Müsli mit 1000 Gramm Inhalt für 3,79 Euro steht nun das Frucht Müsli mit 750 Gramm Inhalt für 4,99 Euro im Regal. „Unterm Strich hat sich das Müsli um über 75 Prozent verteuert. Der Hersteller ließ sich dazu eine ,billige‘ Ausrede einfallen“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Seitenbacher erklärte auf Nachfrage, dass es sich um ein neues Produkt handele. Doch das wollten die Verbraucherschützer so nicht stehenlassen und haben die Zutaten beider Produkte sortiert, um den genauen Inhalt feststellen zu können.

Wie die Untersuchung genau von statten ging, zeigt die Verbraucherzentrale in einem Video, in dem sie auch die Seitenbacher-Werbespots gleich mit auf die Schippe nimmt:

Deftige Preiserhöhung für Schoko-Weihnachtsmänner

Im Dezember macht Mondelez die Preiserhöhungen für Saisonware komplett, indem auch die Schoko-Weihnachtsmänner der Marke Milka geschrumpft wurden.

Offensichtlich sollte das nicht auffallen, denn der neue Weihnachtsmann wurde in eine neue, raffinierte Verpackung gehüllt. Er ist nicht wie seine Vorgänger einfach nur in Alufolie eingeschlagen, sondern hat eine Lasche mit Falzrand, was ihn größer wirken lässt.

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„Nachdem Mondelez schon im Frühjahr dem Milka Osterhasen ,die Ohren abgeschnitten‘ hat, schrumpft der Milliardenkonzern auch seinen Weihnachtsmann. Ein Größenunterschied lässt sich aufgrund der Aufmachung kaum feststellen. Nur wer das Kleingedruckte genau liest und sich an die Füllmenge aus dem letzten Jahr erinnert, hat eine Chance“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Je nach Sorte und Größenausführung kosten die Milka-Weihnachtsmänner nun bis zu 36 Prozent mehr.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

Der große Yahoo-Jahresrückblick 2020. (Bild: Yahoo/ Getty Images)
Der große Yahoo-Jahresrückblick 2020. (Bild: Yahoo/ Getty Images)
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