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Die 10 fußgängerfreundlichsten Städte Deutschlands

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Lust auf einen Städte-Trip? In Deutschland gibt es viele schöne Orte zu entdecken. Das Reiseportal Holidu hat die zehn fußgängerfreundlichsten Städte Deutschlands ermittelt. Darunter ist nur eine Großstadt.

Welche Stadt ist besonders fußgängerfreundlich? (Bild: Getty)

Eine Stadt lässt sich am besten zu Fuß entdecken. In den zentralen Flaniermeilen gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Cafés und Märkte. Das Reiseportal Holidu ermittelte, welche Städte für Fußgänger besonders viel zu bieten haben. Für die Studie wurde der Prozentsatz an Fußgängerzonen ins Verhältnis zu den Gesamtkilometern der jeweiligen Städte gesetzt.

Auf Platz 10 der Top 10 landete Bonn. Die ehemalige Bundeshauptstadt hat 17 Kilometer Fußgängerzonen zu bieten, was im Vergleich zu den Gesamtkilometern der Stadt einen Prozentsatz von 2,97 Prozent ausmacht. Der neueste und komplett autofreie Abschnitt der Bonner Fußgängerzone ist die Friedrichstraße.

Das historische Alte Rathaus in Bonn. (Bild: Getty)

Den neunten Platz belegt Stuttgart. Sie ist die einzige deutsche Großstadt in der Top 10. Die Fußgängerzonen machen 3,22 Prozent des gesamten Straßennetzes aus und kommen auf eine Länge von 28 Kilometer. Die Fußgängerzonen sind Bestandteil des städtischen „Verkehrsentwicklungskonzepts“. Bis 2030 soll der Autoverkehr reduziert werden, deshalb wird in den Fußverkehr investiert. Holidu empfiehlt den kostenlosen Stadtrundgang „Can you handle it?“ von freetour.com. Die Tour umfasst Sehenswürdigkeiten und bringt Besucher zu hippen Cafés und trendigen Boutiquen.

Mit 20 Kilometern Fußgängerzone, die anteilig 3,40 Prozent der Gesamtkilometer ausmachen, schafft es Magdeburg auf Platz 8. Die Tourist-Information Magdeburg bietet eine Schnitzeljagd fürs Smartphone an, die Besucher zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten führt.

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Platz 7 geht nach Rheinland-Pfalz. Mit elf Kilometern Fußgängerzone (3,44 Prozent) gilt Mainz laut Studie als besonders fußgängerfreundlich. Die Stadt am Rhein ist vor allem für ihre Fachwerkhäuser und mittelalterlichen Marktplätze bekannt.

Mittelalterlicher Marktplatz in Mainz. (Bild: Werner OTTO/ullstein bild via Getty Images)

In der Innenstadt von Ulm lässt es sich entspannt flanieren. Mit 3,61 Prozent und Fußgängerzonen mit einer Länge von neun Kilometern geht Platz 6 an die rund 125.000 Einwohner zählende, baden-württembergische Stadt. „Nachdem die Stadt zuerst besonders fahrradfreundlich gestaltet wurde, sind mit dem Projekt „Zu Fuß in Ulm“ seit 2015 zunehmend die Passanten in den Fokus gerückt“, so das Reiseportal.

Platz 5 führt in den hohen Norden. Rostock hat  16 Kilometer an Fußgängerzonen (4,27 Prozent) zu bieten. Bekannt ist die Hansestadt für ihre im Jahr 1419 gegründete Universität. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem das Rathaus mit gotischen und barocken Stilelementen, der botanische Garten, der Stadthafen und das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum.

Die Wasserseite von Rostock. (Bild: Bernd Wüstneck/picture alliance via Getty Images)

Platz 4 geht an Heidelberg. Elf Kilometer Fußgängerzone (4,44 Prozent) erwarten Besucher in der Universitätsstadt. Der Ort mit rund 160.000 Einwohnern hat eine malerische Altstadt direkt am Neckar zu bieten. „Hier erstreckt sich auch die 1,4 Kilometer lange, autofreie Hauptstraße. Sie gilt als eine der schönsten Fußgängerzonen Europas und ist der Anziehungspunkt für Heidelberger Shoppingfans“, so Holidu.

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Mit stolzen 40 Kilometern (4,48 Prozent) Fußgängerzone schafft es Hannover aufs Siegertreppchen. In der Innenstadt finden  sich traditionsreiche Fachwerkhäuser. Mit der kostenlosen App „Hannover Map and Walk“ bietet die niedersächsische Stadt Besuchern verschiedene Erkundungstouren an.

Die Innenstadt von Hannover. (Bild: Bildagentur-online/Universal Images Group via Getty Images)

Die Chancen auf gutes Wetter stehen bei einem Besuch in Freiburg gut. Die Stadt im Breisgau zählt die meisten Sonnenstunden Deutschlands und kommt laut Studie auf Platz 2 der passantenfreundlichsten Städte Deutschlands. Fußgängerzonen mit einer Gesamtlänge von 17 Kilometern (4,95 Prozent) hat die Stadt im Schwarzwald zu bieten.

Der Spitzenplatz im Ranking geht an Koblenz. Die Fußgängerzonen mit einer Gesamtlänge von 13 Kilometern machen 5,52 Prozent des Straßennetzes der Stadt aus. „In den letzten Jahren wurden in der Koblenzer Stadtplanung immer mehr verkehrsberuhigte Bereiche und autofreie Zonen eingerichtet.

Deutsches Eck in Koblenz, wo Mosel und Rhein zusammenfließen. (Bild: Getty)

Zuträglich für den Spitzenplatz könnte auch die Teilnahme am EU-Projekt „City on Foot“ in den Jahren 2004–2008 gewesen sein. Dabei wurden spezielle Zonen für den Fußverkehr geschaffen und Straßenbeläge ,lauffreundlich‘ und barrierefrei gestaltet“, so Holidu. Die Flussufer von Rhein und Mosel, die in der Stadtmitte zusammenfließen, bieten reichlich Gelegenheit für Unternehmungen zu Fuß.

Deutsche Großstädte

Viele deutsche Großstädte übertreffen die in der Top 10 genannten Städte zwar mit der Gesamtlänge ihrer Fußgängerzonen, stehen aber im Vergleich zum Straßennetz prozentual sehr viel schlechter da. Mit 43 Kilometern Fußgängerzonen weist Berlin (Platz 56) die höchste Gesamtlänge auf. Köln (Platz 15) und Hamburg (Platz 36) haben 38 Kilometer zu bieten und München landet mit 36 Kilometern auf Platz 24.

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