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DGB-Studie: Lage auf Ausbildungsmarkt wird "bewusst verschleiert"

Berlin (dapd). Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) deutlich schlechter als von offizieller Seite behauptet. "Die These, dass es in Deutschland mehr offene Ausbildungsplätze als Bewerber gibt, ist schlicht falsch", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichen Analyse des DGB. Von einem Bewerbermangel könne nicht die Rede sein. Der Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildung liege seit zehn Jahren konstant bei 15 Prozent.

Während der Ausbildungspakt offiziell nur von 15.650 unversorgten Bewerbern spreche, zähle er allein im vergangenen Jahr mehr als 273.000 junge Menschen als "versorgt", die von der Bundesagentur für Arbeit als "ausbildungsreif" eingestuft, aber nicht in eine "vollqualifizierende Ausbildung" vermittelt worden seien, heißt es in der Analyse weiter. So werde die tatsächliche Lage "bewusst verschleiert".

Der Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs - kurz Ausbildungspakt - wurde erstmals 2004 zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft geschlossen und später bis 2014 verlängert. Ziel ist es, allen ausbildungsreifen und -willigen Jugendlichen vorrangig betriebliche Ausbildungsangebote einschließlich Einstiegsqualifizierungen zu machen. Am Mittwoch sollen aktuelle Zahlen vorgestellt werden. Der DGB beteiligt sich nicht am Ausbildungspakt.

dapd