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DGB: Soziale Spaltung 'offene Wunde' des Bildungssystems

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Kultusminister der Länder dazu aufgefordert, in der Corona-Krise besonders auf das Thema Chancengleichheit in der Bildung zu achten. Dies gehöre jetzt bildungspolitisch in den Fokus, sagte die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur. "Die soziale Spaltung ist die offene Wunde unseres Bildungssystems und sie wird durch die Corona-Krise weiter vertieft."

Hannack forderte ein Konzept für Schülerinnen und Schüler, die im derzeitigen sogenannten Distanzlernen nicht oder kaum erreicht würden. "Gerade Kinder und Jugendliche, die zu Hause keine Computer und Rückzugsräume haben, brauchen Angebote zur Unterstützung und Förderung." Sonst droht die soziale Kluft an den Schulen immer tiefer zu werden.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende sprach sich zudem für ein Investitionsprogramm für bessere Schulgebäude, mehr und besser ausgebildete Fachkräfte in Schulen und Kitas, gute Ganztagsschulen und besseren digitalen Unterricht aus. Schulen sollten bundesweit nach einem "Schulsozialindex" finanziert werden, wobei Einrichtungen in "schwierigen sozialen Lagen" mehr Gelder bekommen sollten. So könnten dort Klassen verkleinert und sozialpädagogische Ressourcen für die Förderbedarfe von Schülern mit Lern- und Entwicklungsproblemen erhöht werden.