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DGB-Chef Hoffmann: Ampel muss Beschäftigte im Wandel unterstützen

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - DGB-Chef Reiner Hoffmann hat die Ampelkoalition aufgerufen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der erwarteten umfassenden Umgestaltung der Wirtschaft ausreichend zu unterstützen. "Von der Transformation werden alle Branchen betroffen sein", sagte Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zu den zentralen Aufgaben zähle es daher, lebenslanges Lernen und Weiterqualifizierung zu ermöglichen. Hoffmann forderte ein Recht auf Qualifizierung.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dagegen sagte der dpa: "Die Betriebe brauchen keinen bürokratischen und unkoordinierten Rechtsanspruch." Die Weiterbildung "von morgen" müsse vor allem flexibel und zielführend sein. "Die Unternehmen und ihre Beschäftigten können am besten über die individuellen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen entscheiden. Ich halte eine Verstaatlichung von Weiterbildung für den falschen Weg."

Weiterbildung sei eine der Herausforderungen, die der Strukturwandel mit sich bringe, sagte Dulger. "Wir brauchen eine Weiterbildungsrevolution - die muss und wird in den Betrieben stattfinden. Dafür brauchen wir Freiraum und Ermutigung." Er gehe davon aus, dass die Summe von rund 41 Milliarden Euro, welche die Betriebe bereits in die Fort- und Weiterbildung investierten, weiter steige.

Hoffmann sagte, bei den Automobilzulieferern etwa sei der Umbruch mit dem absehbaren Abschied vom Verbrennungsmotor bereits in vollem Gange. "Deswegen muss schnell und spürbar in die Qualifizierung der Beschäftigten investiert werden."

Der DGB-Vorsitzende signalisierte dabei Unterstützung für Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der erklärt hatte, Deutschland müsse zur Weiterbildungsrepublik werden. "Wenn wir das Prinzip des lebensbegleitenden Lernens erst meinen, muss Deutschland zur Weiterbildungsrepublik werden", sagte entsprechend auch Hoffmann. "Die Arbeitgeber sind in der Verantwortung, Weiterbildung zu organisieren und zu finanzieren", stellte er fest.

"Aber um den Menschen im technologischen Wandel wirklich frühzeitig und in großem Stil Weiterbildung zu ermöglichen, brauchen wir ein Recht darauf", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Mit Qualifizierungsberatung und -förderung unterstütze die Bundesagentur für Arbeit bereits die Sicherung von Beschäftigung in der Transformation. "Sie ist nicht nur für Vermittlung und Auszahlung von Lohnersatzleistungen zuständig, sondern mehr denn je bei der systematischen und zukunftsfesten Qualifizierung und Weiterbildung der Menschen gefordert."

Hoffmann sagte: "Wir haben ein gemeinsames Interesse mit den Arbeitgebern, die Sozialpartnerschaft zu stärken." Es gelte, die Menschen bei den großen Veränderungen durch technologischen Fortschritt und Klimaneutralität mitzunehmen. "Das gelingt am besten mit Tarifverträgen und einer starken Tarifbindung."

Mit Blick auf die Sorge der Arbeitgeber vor steigenden Sozialbeiträgen sagte Hoffmann: "Auch Arbeitnehmer können kein Interesse daran haben, dass die Beiträge durch die Decke schießen." Stabile Systeme für die Rente, die Pflege, die Gesundheit und die Absicherung bei Arbeitslosigkeit seien aber nötig. "Wenn wir zusätzlich Wachstum gewinnen, stabilisiert das auch die Sozialsysteme", so der Chef des Gewerkschaftsbunds. "Um dieses Wachstum anzustoßen, brauchen wir tatsächlich ein Jahrzehnt der Zukunftsinvestitionen", sagte Hoffmann mit Blick auf entsprechende Ankündigungen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). "Auch eine gezielte Zuwanderung wird dazu beitragen."

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