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DGB-Chef dringt auf mehr Homeoffice und kritisiert altmodische Firmen

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BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte um mehr Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärft DGB-Chef Reiner Hoffmann den Ton - und wirft einzelnen Arbeitgebern ein altmodisches Verhalten vor. "Fakt ist, dass viele Unternehmen und Verwaltungen auch dort, wo es gut möglich wäre, kein Homeoffice anbieten. Offenbar liegt dies an einem antiquierten Führungs- und Kontrollverhalten", sagte Hoffmann der "Rheinischen Post". Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie wehren sich gegen Vorwürfe, die Wirtschaft tue zu wenig zur Bekämpfung der Pandemie.

In der Debatte war zuletzt der Druck auf die Wirtschaft gestiegen. Ein Problem ist Hoffmann zufolge auch die mangelnde technische Ausstattung. Dies müsse sich schnell und langfristig ändern. Zwar sei nun eine akute Ausnahmesituation. "Anderseits müssen wir jetzt die Regeln für die Arbeit der Zukunft neu austarieren", sagte Hoffmann.

Hoffmann sprach sich erneut für einen Rechtsanspruch der Beschäftigen aufs Homeoffice aus. "Das muss verbindlich durchsetzbar werden. Arbeitgeber sollten sich erklären müssen, wenn sie sich gegen mehr Flexibilität im Sinne der Beschäftigten sperren. Hierfür muss es gewichtige Gründe geben", sagte der DGB-Vorsitzende. "Wir brauchen einen klar geregelten Rechtsanspruch." Daneben forderte er ein Mitbestimmungsrecht für Betriebsräte zur Einführung und Umsetzung von mobiler Arbeit und Homeoffice. Die Ausstattung müsse durch den Arbeitgeber gewährleistet und der Arbeitsschutz gestärkt werden.

Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Da, wo es möglich ist, wird seit dem Frühjahr 2020 weitgehend im Homeoffice gearbeitet. Das gilt auch in der Metall- und Elektro-Industrie. Auch viele Unternehmer sind da vorbildlich." Mit Blick auf die Infektionszahlen betonte er, auf Platz eins stünden die Alten- und Pflegeheime mit einem Anteil von etwa 44 Prozent. In der Industrie seien es zwei bis vier Prozent und damit auch deutlich unter dem Wert der privaten Haushalte mit 25 Prozent.

Wolf sagte, es gebe viele Tätigkeiten, die man nicht im Homeoffice erledigen könne. Auch viele Dienstleistungen seien an den Arbeitsplatz gebunden. Ein für alle Beschäftigten gleichermaßen geltendes Recht auf Homeoffice sei nicht möglich.