Deutsche Märkte öffnen in 37 Minuten

Devisen: Euro schießt über 1,13 Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Freitagvormittag deutlich zugelegt. Zuletzt kostete ein Euro 1,1324 US-Dollar. Damit nahm die Gemeinschaftswährung Kurs auf das Juni-Hoch aus dem Vorjahr bei 1,1412 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1187 Dollar festgesetzt.

Der Euro profitierte weiter von dem schrumpfenden Zinsvorsprung des amerikanischen Dollar. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins in dieser Woche zur Eindämmung der Corona-Folgen überraschend und deutlich um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Fachleute rechnen mit weiteren Reduzierungen. Anlagen in Dollar werden damit weniger lukrativ, was auf der US-Währung lastet. Zudem waren die Auftragseingänge der Deutschen Industrie zu Jahresbeginn unerwartet stark ausgefallen. Allerdings spielte die Corona-Epidemie für die Zahlen noch keine Rolle.

Am Freitag blicken die Finanzmärkte auch auf den amerikanischen Arbeitsmarkt. Die US-Regierung veröffentlicht ihren monatlichen Bericht. Zwar wird erwartet, dass sich der Stellenaufbau im Februar etwas verlangsamt hat. Unsicherheiten wegen der Corona-Ausbreitung auch in den USA dürften die Zahlen aber noch nicht spiegeln.

Technisch hat sich die Lage zugunsten der Gemeinschaftswährung gewandelt. Zum Dollar zeige der Euro "aktuell enorme Stärke und könnte vor einem langfristigen Richtungswechsel stehen", hieß es in einer Analyse der UBS.