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Devisen: Euro legt etwas - Schwache ZEW-Daten belasten nur vorübergehend

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat nach den Verlusten vom Vortag zuletzt wieder leicht zugelegt. Nach schwachen ZEW-Konjunkturerwartungen geriet die Gemeinschaftswährung am Dienstagvormittag zwar zunächst unter Druck und fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Am Nachmittag drehte der Euro dann aber ins Plus, obwohl Daten zur US-Industrieproduktion besser ausgefallen waren als erwartet.

Zuletzt kostete der Euro 1,0171 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0131 (Montag: 1,0195) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9871 (0,9809) Euro.

Schwache Konjunkturdaten aus China hatten am Devisenmarkt zuletzt Sorgen bezüglich eines globalen Wirtschaftsabschwungs geschürt und damit für eine hohe Dollar-Nachfrage gesorgt. Der Dollar ist in wirtschaftlich unsicheren Zeiten oft als Hort der Stabilität gefragt.

Am Dienstag lasteten dann negativ aufgenommene Konjunkturdaten aus Deutschland zwischenzeitlich auf dem Euro. Die Kursausschläge hielten sich aber in Grenzen. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im August vor allem wegen der hohen Inflation erneut verschlechtert. Analysten hatten bei der Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hingegen mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Der Saldo der Konjunkturerwartungen liege auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise 2008, schrieb Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Rezessionssorgen, auch wegen anhaltender Befürchtungen vor einer Gasknappheit, schlügen weiterhin auf das Gemüt. Der Ukraine-Krieg, die hohe Inflation und weiter zu erwartende Leitzinserhöhungen, von denen ein dämpfender Effekt ausgehen könnte, wirkten zudem belastend. "Die konjunkturellen Perspektiven der deutschen Wirtschaft sind getrübt", resümierte der Experte.

Nach einigen Verlusten schwenkte der Euro am Nachmittag auf einen Erholungskurs, den auch starke Daten aus der US-Industrie nicht stoppen konnten. In den USA ist die Industrieproduktion im Juli zum Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen und damit stärker als von Experten erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84218 (0,84375) britische Pfund, 136,11 (135,61) japanische Yen und 0,9625 (0,9631) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1775 Dollar gehandelt. Das waren rund fünf Dollar weniger als am Vortag.