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Devisen: Euro gibt weiter nach

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Eurokurs hat am Dienstag im späten US-Devisenhandel die Verluste aus dem europäischen Währungsgeschäft noch ausgeweitet. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,1304 US-Dollar. Damit fiel sie deutlich von dem gut einjährigen Höchststand zurück, den sie am Vortag erreicht hatte.

Am Montag hatte der Euro mit 1,1495 Euro den höchsten Stand seit Januar 2019 erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1390 (Montag: 1,1456) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8780 (0,8729) Euro.

Der Euro wurde am Dienstag von der zumindest zeitweiligen Erholung der Aktienmärkte belastet. Auch andere als sicher geltende Währungen wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken gaben deshalb nach. Allerdings hatten die europäischen Börsen nach einer vorübergehenden Erholung erneut mit Verlusten geschlossen. Am Montag waren die weltweiten Börsen aus Angst vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und nach einem historischen Ölpreis-Crash heftig eingebrochen.

Dass der Euro zurzeit als sicherer Rückzugsort angesehen wird, führen Fachleute auch auf das sehr niedrige Zinsniveau in der Eurozone zurück. Denn dadurch besteht nicht die Gefahr weiterer deutlicher Zinssenkungen, die Währungen in der Regel belasten. Kleinere Änderungen sind allerdings durchaus möglich. So ist es denkbar, dass die EZB einen ihrer Leitzinssätze an diesem Donnerstag zur Dämpfung des Corona-Schocks noch etwas verringert. Der Zinssenkungsspielraum der amerikanischen Notenbank Fed ist allerdings deutlich größer, was den US-Dollar in den Augen einiger Experten als sicheren Hafen derzeit disqualifiziert.