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Devisen: Euro erholt sich etwas vom Dreijahrestief - US-Dollar unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der leichten Erholung an den Kapitalmärkten zum Wochenschluss hat auch der Eurokurs <EU0009652759> wieder etwas zugelegt. Die Gemeinschaftswährung war am Freitagvormittag in der Spitze bis auf 1,0831 US-Dollar gestiegen und notierte zuletzt bei 1,0752 Dollar.

Im asiatischen Handel aber hatte der Euro mit 1,0653 Dollar zwischenzeitlich so wenig wie letztmalig vor etwa drei Jahren gekostet. "In der Krise ist die Nachfrage nach Dollar-Liquidität weiterhin hoch", schrieb Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0801 Dollar festgesetzt.

In der Eurozone hatte am Donnerstag ein neues Programm der EZB zum Kauf von Wertpapieren über 750 Milliarden Euro für eine gewisse Entspannung gesorgt, die auch zum Wochenschluss noch anhielt. Angesichts der außergewöhnlichen Schwere der drohenden Wirtschaftskrise in der Eurozone und weltweit bleibt die Lage aber angespannt.

In den USA setzte indes auch die Furcht vor einer drohenden Rezession den Dollar im Handel mit allen wichtigen Währungen unter Druck. Am Donnerstag hatten Marktbeobachter nach einem unerwartet starken Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bereits vor einem drohenden Abschwung gewarnt. Hinzu kam die erste Ausgangssperre für den US-Bundesstaat Kalifornien, die in der Nacht auf Freitag in Kraft trat.

Damit erholten sich am Freitag nicht nur der Euro, sondern auch andere Währungen, die zuletzt herbe Kursverluste hinnehmen mussten. Dazu zählten nicht nur die klassischen Rohstoffwährungen wie der neuseeländische Dollar oder die norwegische Krone, sondern auch das britische Pfund. Marktbeobachter verwiesen auf Maßnahmen der britischen Regierung zur Stützung des Arbeitsmarktes.