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Deutschlands Handel mit Osteuropa: Polen top, Russland flop

·Lesedauer: 2 Min.

Polen holt die Corona-Verluste im Geschäft mit Deutschland locker wieder auf, wie Berechnungen des Ost-Ausschusses zeigen. Der Handel mit Russland bricht ein.

Deutschlands Handel mit Osteuropa hat in der Coronakrise etwas stärker gelitten als der gesamte deutsche Außenhandel: Während Aus- und Einfuhren in die 29 Länder Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasien nach Berechnungen des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft um 13,7 Prozent auf 232 Milliarden Euro von Januar bis Juli sanken, schrumpften Deutschlands weltweite Im- und Exporte um 11,9 Prozent auf knapp 1,6 Billionen Euro.

Im Juli war der Osthandel mit minus 8,1 Prozent etwas besser als der deutsche Außenhandel mit allen Staaten der Welt, der gegenüber dem Juli im Vorjahr um 11,1 Prozent sank. Grund ist vor allem dem Handel mit Polen: Im Juli lag der deutsche Außenhandel sogar ein Prozent im Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die deutschen Importe legten sogar um 1,9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zu, Lieferungen aus Deutschland dorthin um 0,2 Prozent. In den ersten sieben Monaten hat der deutsche Polen-Handel mit einem Minus von 6,2 Prozent deutlich weniger gelitten als der deutsche Warenaustausch mit anderen Ländern.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland werden indes immer schlechter: Das Riesenreich ist inzwischen nur noch viertgrößter deutscher Handelspartner im Osten mit nur noch 25,7 Milliarden Euro Gesamtumsatz in den ersten sieben Monaten. Die deutschen Ausfuhren dorthin sanken um 14,7 Prozent auf nur noch 13,2 Milliarden Euro, die Importe von dort verringerten sich gar um 33,2 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro.

„Aufholprozess gewinnt an Fahrt“

Und im Gegensatz zu den Besserungstendenzen im gesamten Osthandel geht der Niedergang des deutsch-russischen Handels weiter: Im Juli sanken die Einfuhren aus Russland um 37,6 Prozent und die Ausfuhren dorthin um 18,8 Prozent.

Für den Austausch mit der gesamten Region ist der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Oliver Hermes, indes inzwischen etwas optimistisch: „Der Corona-bedingte Einbruch im zweiten Quartal bleibt eine Hypothek, aber der Aufholprozess gewinnt deutlich an Fahrt. Darauf deuten die Zahlen für den Monat Juli hin.“

Große Sorge bleibe nur, dass eine zweite mögliche Corona-Welle den Aufholprozess im Schlussquartal 2020 gefährden könnte. Die aktuellen Fall-Zahlen aus Tschechien und weiteren Ländern der Region seien eine deutliche Warnung, sagte Hermes und forderte: „Jetzt gilt es, mit konsequenten Maßnahmen die erneute Ausbreitung des Virus schnell einzudämmen, so wie dies im Frühjahr bereits gelungen ist.“

Während sich der Handel mit Russland laut Hermes „enttäuschend“ entwickele, habe „insbesondere der deutsch-polnische Handel überraschend schnell in die Erfolgsspur zurückgefunden“. Schon während der weltweiten Finanzkrise 2008/09 war Polen als einziges Land Europas nicht in eine Rezession gerutscht.