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Deutschlands Export-Überschuss fällt auf historisches Tief: So zehren die teuren Energie-Importe unseren Wohlstand auf

Deutschlands Exporte wachsen, doch die steigenden Importpreise zehren den Außenhandelssaldo auf  - Copyright: Getty Images
Deutschlands Exporte wachsen, doch die steigenden Importpreise zehren den Außenhandelssaldo auf - Copyright: Getty Images

Jahrzehnte waren hohe Exportüberschüsse ein wichtiger Teil des deutschen Geschäftsmodells - und damit ein wichtiger Faktor für den Wohlstand in Deutschland. Doch die Verwerfungen in Folge des Ukraine-Krieges schwächen die Position Deutschlands auf den Weltmärkten. Im August fiel der Exportüberschuss fast auf null - und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Zwar stiegen die deutschen Exporte im August: Im Vergleich zum Juli nahmen sie um 1,6 Prozent zu; im Vergleich zum August 2021 sogar um 18,1 Prozent. Diese vorläufigen Zahlen nannte das Statistische Bundesamt am Mittwoch. Insgesamt lieferten deutsche Unternehmen im August Waren im Wert von 133,1 Milliarden Euro ins Ausland.

Doch noch stärker wuchsen - dem Wert nach - die Importe. Sie legten zum Vorjahr um 33,3 Prozent auf 131,9 Milliarden Euro zu. Dies liegt zu einem erheblichen Teil an den gestiegenen Preisen für Energie. Der Effekt wird noch durch den starken US-Dollar beziehungsweise den schwachen Euro verstärkt. Denn ein Großteil der Importe und der überwiegende Teil der Energieimporte wird in Dollar abgerechnet.

Der Überschuss im deutschen Außenhandel betrug im August nur noch 1,2 Milliarden Euro. Im Juli waren es noch 3,4 Milliarden Euro, im August 2021 sogar noch 13,7 Milliarden Euro Überschuss gewesen. Der Außenhandelssaldo schrumpfte damit auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Damals hatte der Nachholbedarf in Ostdeutschland hatte die Importe in die Höhe schnellen lassen und sogar für eine negative deutsche Handelsbilanz gesorgt.

Im Mai dieses Jahres hatte das Statistische Bundesamt in seiner ersten Schätzung sogar bereits einmal einen negativen Handelssaldo gemeldet. Die endgültigen Zahlen wiesen dann aber doch einen klaren Überschuss aus.

Deutschlands Terms of Trade verschlechtern sich - das steckt dahinter

Die aktuelle Verschlechterung der deutschen Position im Außenhandel liegt also weniger an geringeren Ausfuhren. Deutsche Unternehmen sind weiterhin sehr erfolgreich auf ihren Märkten im Ausland. In den ersten acht Monaten des Jahres nahmen die deutschen Exporte trotz aller weltweiten Krisen um 14,3 Prozent zu. Allerdings trüben die weltweiten Probleme mit Lieferketten, Krieg und einer schwachen Konjunktur auch die Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft ein. Sie sanken einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge im September auf den niedrigsten Wert seit Mai 2020.

Der Grund dafür, dass sich das deutsche Handelsplus beinahe in nichts aufgelöst hat, liegt an den Einfuhrpreisen. Die Verteuerung kostet Deutschland erheblichen Wohlstand. Das Verhältnis der Preise für Güter, die deutsche Unternehmen exportieren zu den Preisen jener Güter, die Deutschland vor allem importiert, haben sich verschlechtert. Dieses Verhältnis sind die Terms of Trade. Für das Geld, das über die Exporte nach Deutschland fließt, können sich die Deutschen weniger im Ausland kaufen. Damit sinkt der Realwert des Bruttoinlandsproduktes - und damit der Wohlstand.

Der Ukraine-Krieg macht Deutschland ärmer.
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