Deutsche Märkte öffnen in 8 Stunden 13 Minuten
  • Nikkei 225

    27.968,99
    -58,85 (-0,21%)
     
  • Dow Jones 30

    34.589,77
    +737,24 (+2,18%)
     
  • BTC-EUR

    16.474,99
    +573,45 (+3,61%)
     
  • CMC Crypto 200

    406,06
    +5,37 (+1,34%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.468,00
    +484,22 (+4,41%)
     
  • S&P 500

    4.080,11
    +122,48 (+3,09%)
     

Deutschlands Exportüberschuss erholt sich – aber im Handel mit China wächst das Defizit

Deutschlands Defizit im Handel mit China wächst.  - Copyright: CFOTO/Future Publishing via Getty Images
Deutschlands Defizit im Handel mit China wächst. - Copyright: CFOTO/Future Publishing via Getty Images

Deutschlands Überschuss im Außenhandel hat sich im September erholt. Die Exporte übertrafen die Importe um 3,7 Milliarden Euro. Im August war der Handelsüberschuss noch auf 1,2 Milliarden Euro eingebrochen. Diese Zahlen nannte das Statistische Bundesamt am Mittwoch.

Die deutschen Exporte gingen im September auf 134,5 Milliarden Euro zurück. Dies waren 0,5 Prozent weniger als im August, aber 20,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe verringerten sich dem Wert nach aber noch stärker. Sie blieben im September mit 130,8 Milliarden Euro um 2,3 Prozent unter dem August. Im Vergleich zum Vorjahr war die Importrechnung immer noch um 30,7 Prozent höher. Entsprechend schrumpfte im Vorjahresvergleich auch der Exportüberschuss von 11,7 Milliarden auf die nun gemeldeten 3,7 Milliarden Euro.

Geprägt werden vor allem die Importrechnungen von den stark schwankenden Preisen für Energie. Sie waren von ihren Höchstständen im Sommer zuletzt gesunken. Hinzu kommt, dass der Euro sich zum US-Dollar im September stabilisierte. Viele Importe, vor allem für Energie werden in US-Dollar abgerechnet.

Deutschlands Defizit im Handel mit China

Im Handel mit China wird die Lücke zwischen Exporten und Importen größer. Deutsche Unternehmen lieferten im September Waren im Wert von 8,9 Milliarden Euro nach China. Das waren 2,0 Prozent weniger als im August. Aus China kaufte Deutschland dagegen Waren im Wert von 16,7 Milliarden Euro ein. Das waren 5,4 Prozent mehr als im Vormonat. China ist das wichtigste Herkunftsland für Importe nach Deutschland. Bei den Exporten liegt China als Zielland nur auf Rang vier hinter den USA, Frankreich und den Niederlanden.

Darum verschlechtern sich Deutschlands Terms of Trade

Insgesamt haben der Ukraine-Krieg und seine Folgen Deutschlands Position im verschlechtert. Zwar sind deutsche Unternehmen weiterhin sehr erfolgreich auf ihren Märkten im Ausland. In den ersten acht Monaten des Jahres nahmen die deutschen Exporte trotz aller weltweiten Krisen um 14,3 Prozent zu. Allerdings trüben die weltweiten Probleme mit Lieferketten, Krieg und einer schwachen Konjunktur auch die Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft ein. Sie sanken einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge im September auf den niedrigsten Wert seit Mai 2020.

Der Grund dafür, dass das deutsche Handelsplus geringer ist als vor dem Ukraine-Krieg, liegt an den Einfuhrpreisen. Die Verteuerung kostet Deutschland erheblichen Wohlstand. Das Verhältnis der Preise für Güter, die deutsche Unternehmen exportieren, zu den Preisen jener Güter, die Deutschland vor allem importiert, haben sich verschlechtert. Dieses Verhältnis sind die Terms of Trade. Für das Geld, das über die Exporte nach Deutschland fließt, können sich die Deutschen weniger im Ausland kaufen. Damit sinkt der Realwert des Bruttoinlandsproduktes – und damit der Wohlstand.