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Deutschland unterstützt EU-Kommission bei Druck auf Astrazeneca

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Anti-Corona-Impfstoff

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der EU, den britisch-schwedischen Impfstoffhersteller Astrazeneca zur Einhaltung seiner Lieferzusagen zu bewegen. Es sei "völlig richtig", dass sich die EU-Kommission um diese Angelegenheit kümmere, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Allerdings gebe es bei der Herstellung von Impfstoffen wegen der langen Lieferketten "immer Unwägbarkeiten".

Zu der Zusicherung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), bis Ende des Sommers sollten alle Impfwilligen in Deutschland ein Angebot bekommen, sagte Seibert: "Wenn alle Erwartungen eintreten, dann wäre die Aussage zu halten." Allerdings hänge dies davon ab, ob weitere Impfstoffe wie angenommen zugelassen würden, und dass "Lieferungen wie vereinbart auch stattfinden".

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bekräftigte, die Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca werde für diesen Freitag erwartet. Damit stünden dann im Februar zusätzlich mehrere Millionen Impfdosen des Unternehmens zur Verfügung. Allerdings sei es "weniger als erwartet".

Astrazeneca hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die zugesagten Liefermengen an die EU wegen Produktionsproblemen erheblich gekürzt werden müssten. Lieferungen an Großbritannien sind dagegen offensichtlich nicht betroffen.

Die Bundesregierung sei bei der Weitergabe der Impfdosen an die Länder von den Informationen der Unternehmen abhängig, sagte dazu der Sprecher des Gesundheitsressorts. Er wies aber darauf hin, dass in absehbarer Zeit mit weiteren Impfstoff-Zulassungen gerechnet werde, insbesondere von den Firmen Johnson & Johnson sowie Curevac.

Bislang werden in Deutschland die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna verimpft. Auch Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten mit einer derzeit noch anhaltenden Kürzung der Liefermengen für erhebliche Irritationen gesorgt. Dagegen verlaufen die Lieferungen durch Moderna laut Gesundheitsministerium planmäßig. Allerdings waren dort nur geringere Mengen bestellt beziehungsweise für das erste Quartal zugesagt worden.

Die Impfungen in Deutschland gingen unterdessen weiter, wenn auch bei den Erstimpfungen wegen der Lieferengpässe mit deutlich vermindertem Tempo. Deren Zahl stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag auf 1.554.355. Die Impfquote der Bevölkerung erreichte damit 1,9 Prozent. Zudem erhielten bisher 228.763 Menschen die erforderliche zweite Injektion.

Die Corona-Lage insgesamt zeigt laut Seibert weiterhin ein "gespaltenes Bild". Auf der einen Seite gingen die Zahlen der Neuinfektionen sowie der Intensivpatienten zurück, gleichzeitig gebe es weiterhin "die große, sehr reale Gefahr, dass sich die Virusmutante auch bei uns durchsetzt", was dann die Zahlen "wieder in die Höhe" treiben könne.

"Wir sind auf einem guten Weg", aber "wir müssen ihn unbedingt fortsetzen", betonte daher Seibert. "Wir müssen zu niedrigeren Infektionszahlen kommen", dann werde sich auch die Ausbreitung der mutierten Varianten des Coronavirus hemmen lassen, hob er weiter hervor.

Seibert bekräftigte den Aufruf an Unternehmen, Verwaltungen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu mehr Homeoffice. Zu möglichen Lockerungen äußerte er sich vorsichtig: "Wir müssen schauen, wo wir in ein bis zwei Wochen stehen", zunächst gehe es darum, die geltenden Beschlüsse "konsequent umzusetzen".

bk/cne