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Deutschland sagt Millionenhilfe für den Sudan zu

·Lesedauer: 2 Min.
Der sudanesische Regierungschef Abdallah Hamdok

Deutschland hat Finanzhilfen in Millionenhöhe für den hoch verschuldeten Sudan angekündigt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte am Montag bei einer internationalen Hilfskonferenz in Paris laut vorab verbreitetem Redetext, die Bundesrepublik erlasse dem Sudan bilaterale Schulden von 360 Millionen Euro. Zudem übernehme Berlin bis zu 90 Millionen Euro der Zahlungsverpflichtungen des ostafrikanischen Landes beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Frankreich kündigte seinerseits einen Überbrückungskredit in Höhe von gut 1,2 Milliarden Euro an.

Maas betonte, der begonnene politische und wirtschaftliche Reformprozess im Sudan sei "mühsam, aber er bietet eine historische Chance auf mehr Frieden, wirtschaftliche Perspektiven und Freiheit für die Menschen". Im April 2019 hatte dort das Militär den langjährigen Präsidenten Omar al-Baschir nach Massenprotesten gestürzt. Im vergangenen August einigte sich die Regierung in Khartum dann mit Rebellengruppen auf ein Friedensabkommen. In dem Konflikt in Darfur waren nach UN-Angaben seit 2003 etwa 300.000 Menschen getötet worden.

Zu der Hilfskonferenz für den Sudan hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeladen. "Seit dem Sturz der alten Regierung sind deutliche Fortschritte erzielt worden", sagte Macron. Er nannte den demokratischen Übergang im Sudan "eine Inspiration" für andere afrikanische Länder.

Frankreich will dem Sudan einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar (gut 1,2 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, damit das Land "so schnell wie möglich" seine Rückstände beim IWF ausgleichen kann, wie Finanzminister Bruno Le Maire sagte.

Der Sudan hat nach Angaben von Regierungschef Abdallah Hamdok Außenstände von rund 60 Milliarden US-Dollar. Maas erinnerte vor seinem Abflug nach Paris an die Berliner Sudan-Konferenz im vergangenen Juni, bei der die Teilnehmer insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar (knapp 1,5 Millionen Euro) an Hilfen zugesagt hatten.

Frankreichs Präsident Macron hatte zuvor zu einem "New Deal" für afrikanische Länder aufgerufen. Am Dienstag war in der französischen Hauptstadt ein Gipfeltreffen mit rund 15 weiteren afrikanischen Ländern geplant. Dazu sind unter anderem die Staats- und Regierungschefs von Angola, Ägypten, Mali und dem Senegal eingeladen. Per Videokonferenz wollen sich unter anderem auch internationale Finanzorganisationen wie der IWF, die OECD und die Weltbank dazuschalten.

Ziel ist nach Angaben des französischen Präsidialbüros, ein "Paket zur massiven Unterstützung Afrikas" zu schnüren, um "die Grundlagen für einen neuen Wachstumszyklus auf dem Kontinent zu legen". Die Corona-Pandemie hat der afrikanischen Wirtschaft demnach einen massiven Dämpfer versetzt. Der Kontinent stehe im laufenden Jahr vor der ersten Rezession seit 25 Jahren, hieß es in Paris.

lob/bfi