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Deutschland im Lockdown: Diese Aktien könnten davon profitieren!

Frank Seehawer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Anlageideen und Aktientipps
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Mögliche Lockdown-Profiteure gesucht? Nun ist es schon wieder so weit: Deutschland erfährt seinen zweiten, abgeschwächten Lockdown im November 2020. Auch wenn dieser deutlich milder auszufallen scheint als noch im Frühjahr, so führt er wieder zu deutlichen Einschränkungen.

Auch diesmal werden Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken oder Kneipen geschlossen und ein Teil der Wirtschaft komplett auf Eis gelegt.

Da entsprechende Finanzhilfen bezüglich des Umsatzausfalls bereitgestellt werden, sollte zumindest das Allerschlimmste verhindert werden. Dennoch klagen viele über nicht vom Staat kompensierte Einbußen.

Ob der Lockdown am Ende wirklich nur geringe Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten. Denkbar wäre natürlich auch, dass sich der Teil-Lockdown nur wenig auf das Infektionsgeschehen auswirkt und weitere Maßnahmen erforderlich werden.

So weit möchte ich aber jetzt gar nicht denken. Interessant wäre es, einige mögliche Profiteure des Lockdowns vorzustellen. Zu ihnen könnten – wie auch schon im Frühjahr – HelloFresh (WKN: A16140), Delivery Hero (WKN: A2E4K4) oder Hornbach Holding (WKN: 608340) gehören.

Mögliche Lockdown-Profiteure

HelloFresh Aktie

HelloFresh ist ein Versender von Kochboxen für Privathaushalte. In diesen befinden sich frische Lebensmittel mit einer detaillierten Kochanleitung für die Selbstzubereitung. Ein Konzept mit Zukunft, denn immer mehr Menschen legen Wert auf eine frische, gesunde und wohlschmeckende Nahrung.

Das im Jahr 2011 gegründete Unternehmen verfolgt dabei schon seit Jahren eine konsequente Wachstumsstrategie. Die Corona-Pandemie sorgte schließlich für den großen Durchbruch, denn im Zuge des Lockdowns verbrachten immer mehr Menschen Zeit zu Hause. Das zuvor bei Reisen oder in Restaurants ausgegebene Geld wird nun teilweise bei HelloFresh Kochboxen investiert.

Entsprechend gut fielen die letzten Finanzzahlen aus. So konnte in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 die Anzahl der Bestellungen um 94 % auf 52,3 Millionen gesteigert werden. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über fünf Millionen aktive Kunden – 92 % mehr als noch im Vorjahresquartal.

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung im dritten Quartal erhöhte der Vorstand nochmals die Prognose für das Gesamtjahr 2020. Aktuell wird hier von einem währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes zwischen 95 und 105 % ausgegangen.

Zuvor wurde noch mit einem Wachstum zwischen 75 und 95 % gerechnet. Auch soll sich das bereinigte EBITDA nochmals besser entwickeln als bisher gedacht. Es wird mit einer Marge zwischen 11,25 und 12,75 % gerechnet (zuvor: 9 bis 11 %).

Zweiter möglicher Profiteur des Lockdowns: Delivery Hero Aktie

Eine ähnliche Aktie, die wie HelloFresh von der Corona-Pandemie profitiert, ist Delivery Hero. Das mittlerweile dem DAX zugehörige Unternehmen betreibt Online-Bestellplattformen für bereits zubereitetes Essen und tritt damit als ein Vermittler zwischen Restaurants und Konsumenten auf. Die online bestellten Gerichte werden dabei häufig mit Fahrradkurieren zu den Kunden gebracht.

Es ist leicht verständlich, warum das auch schon vor der Corona-Krise gut laufende Geschäft zusätzlich Fahrt aufnahm. Auch hier verdoppelte sich die Anzahl der Bestellungen allein im dritten Quartal 2020 auf 362 Millionen. Für das Gesamtjahr 2020 wird aktuell ein Gesamtumsatz zwischen 2,7 bis 2,8 Mrd. Euro erwartet – etwas mehr als bisher prognostiziert. Das bereinigte EBITDA soll aber deutlich negativ ausfallen. Es wird mit einer Marge zwischen -14 und -18 % gerechnet.

Bauboom durch Corona: Hornbach Holding könnte ein weiterer möglicher Profiteur des Lockdowns sein

Die dritte und letzte Aktie, die von einem weiteren Lockdown profitieren könnte, ist mit Hornbach Holding eine führende deutsche Baumarktkette.

Auch hier konnte man bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr erkennen, dass mehr Menschen Waren aus dem Baumarkt benötigen, um sich das häusliche Dasein zu verschönern.

Die erhöhte Nachfrage macht sich auch im Anstieg des Konzernumsatzes bemerkbar. Dieser erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des gebrochenen Geschäftsjahres 2020/21 um 20,2 % auf 3,1 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT stieg sogar um 68,7 % auf 335 Mio. Euro.

Für einen stationären Händler, der in einem weitestgehend gesättigten Markt mit hoher Wettbewerbsintensität aktiv ist, sind diese Wachstumszahlen phänomenal. Auch wenn die Gartensaison nun zu Ende ist, könnte ein weiterer Lockdown auch wieder dazu führen, dass mehr Waren aus Baumärkten gekauft werden.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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