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Deutschland hat den schnellsten Rechner Europas

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Der Supercomputer „Juwels“ in Jülich ist Europas Nummer eins. Und energieeffizient: Er hat den niedrigsten Energieverbrauch weltweit.

So sieht ein Supercomputer aus. Dieser trägt den Namen „Horeka“, steht im Karlsruher Institut für Technologie und soll im Sommer 2021 voll einsatzbereit sein. Foto: dpa
So sieht ein Supercomputer aus. Dieser trägt den Namen „Horeka“, steht im Karlsruher Institut für Technologie und soll im Sommer 2021 voll einsatzbereit sein. Foto: dpa

Die soeben in den USA vorgestellte neue Liste der 500 leistungsfähigsten Supercomputer der Welt zeigt: Deutschland hat den schnellsten Supercomputer Europas und belegt weltweit immerhin die Plätze sieben, 15 und 16. Konkret sind das die Rechner des deutschen Gauss Centre for Supercomputing in Jülich, München und Stuttgart, die vom Bund und den jeweiligen Bundesländern gemeinsam finanziert werden.

Der Supercomputer in Jülich, Europas Nummer eins, ist zudem der weltweit energieeffizienteste unter den schnellsten 100 Rechnern. Die Liste wird alljährlich in den USA anlässlich der Supercomputer-Konferenz der Association for Computing Machinery und der IEEE Computer Society vorgestellt.

Damit sei das Gauss Centre „an die Spitze in Europa aufgestiegen“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Handelsblatt. „Deutschland spielt in der Weltliga der Supercomputer mit.“ Das sei eine gute Nachricht für das Innovationsland Deutschland, denn „superschnelle Rechner sind eine absolute Zukunftstechnologie im digitalen Zeitalter“.

Die drei Supercomputer stellen Rechenleistung für die Wissenschaft bereit – die Anwendungen reichten dabei von der Suche nach Wirkstoffen gegen Covid-19 über die Optimierung von Windkraftanlagen bis zu Fragen aus der Teilchenphysik. Daneben werden komplexe Abläufe im Körper, etwa in der Brustkrebs-, Herz- und Asthmaforschung, simuliert oder Crashtests zur Entwicklung sicherer Fahrzeuge und Fahrassistenzsysteme optimiert.

Der Aufbau von Hochleistungsrechnern ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig: Die Höchstleistungsrechner sind ein unverzichtbarer Baustein der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung.

85 Petaflops Leistung

Supercomputer sind besonders schnelle Rechner – allerdings nicht zu verwechseln mit den Quantencomputern. Diese würden eine weit größere Rechenleistung ermöglichen, wenn sie über das bisherige Experimentalstadium hinauskommen. Das wird aber erst in zehn bis 15 Jahren erwartet. Die Bundesregierung engagiert sich auch hier mit hohen dreistelligen Millionenbeträgen.

Der Jülicher Supercomputer „Juwels“ wurde erst in den letzten Monaten fertig ausgebaut. Er hat eine Leistung von 85 Petaflops: Das entspricht nach Angaben des Forschungszentrums Jülich 85 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde oder der Rechenleistung von mehr als 300.000 modernen PCs.

Juwels biete damit auch „die stärkste Plattform Europas für den Einsatz Künstlicher Intelligenz“. Er wurde vom Forschungszentrum Jülich gemeinsam mit dem französisch-deutschen Unternehmen Atos und dem Münchener Supercomputing-Spezialisten Par Tec gemeinsam mit dem US-Hersteller Nvidia entwickelt.

„Wir verstehen Supercomputing nicht nur als Gegenstand unserer Forschung, sondern vor allem auch als mächtiges Werkzeug, mit dem wir gemeinsam mit unseren Partnern aus Wissenschaft und Industrie komplexe Forschungsfragestellungen beantworten können“, sagt Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. „Gleichzeitig demonstrieren wir mit dem System aber auch den verantwortungsvollen Umgang mit dem immer weiter zunehmenden Energiebedarf für die Bereitstellung von Rechenleistung.“