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Deutscher Außenhandel markiert 2012 neue Höchststände

Wiesbaden/Berlin (dapd). Trotz eines kräftigen Einbruchs zum Jahresende hat der deutsche Außenhandel 2012 ein Rekordjahr verzeichnet. Insgesamt wurden Waren im Wert von 1,1 Billionen Euro aus- und Güter für rund 900 Milliarden Euro eingeführt, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Damit legten die Exporte um 3,4 und die Importe um 0,7 Prozent zu und markierten jeweils historische Höchststände. Im Dezember fielen die Aus- und Einfuhren jedoch um jeweils rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

In der Außenhandelsbilanz 2012 stand den Angaben zufolge der zweithöchste Überschuss seit Einführung der Statistik 1950. Dabei wurden in die EU-Länder Waren im Wert von 625 Milliarden Euro geliefert und Güter für 577 Milliarden Euro bezogen. Im Vergleich zu 2011 sanken die Exporte damit um 0,3 Prozent, während die Importe um 0,9 Prozent stiegen. Dagegen legten die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder um 8,8 Prozent auf 472 Milliarden Euro zu, zugleich wurde von dort mit 332 Milliarden Euro lediglich 0,4 Prozent mehr eingeführt als 2011.

Aus Sicht der Außenhandelsbranche konnte zum Jahresende die anhaltende Krise im Euroraum nicht mehr durch ein außereuropäisches Wachstum wettgemacht werden. Die Rückgänge hätten alle Regionen der Welt betroffen, sagte der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner. Auf das Gesamtjahr gesehen seien die Einbrüche in der Eurozone durch das Wachstum in den USA und Asien jedoch mehr als wettgemacht worden.

"Folgen der Finanzkrise noch keineswegs gemeistert"

Die Dezember-Zahlen zeigten auch, dass die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise noch keineswegs gemeistert sind, sagte Börner. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Entscheidung Japans, den Wechselkurs zum Zwecke der Außenwirtschaftsförderung abzuwerten.

Die deutsche Wirtschaft ist dennoch davon überzeugt, dass die Exporte in Länder außerhalb Europas auch 2013 die deutsche Konjunktur ankurbeln, wie der Außenwirtschaftsexperte des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Oliver Wieck, sagte. Der Anteil der Exporte in den außereuropäischen Raum sei in den vergangenen zehn Jahren von 27,3 auf 31 Prozent der gesamten Ausfuhren gestiegen. Dieser Trend werde sich in den nächsten Jahren fortsetzen.

"Die deutsche Exportindustrie hat sich im Jahr 2012 trotz der schwachen Weltkonjunktur gut behauptet", sagte Wieck. Während der Welthandel im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent gewachsen sei, seien die deutschen Exporte im gleichen Zeitraum um 3,4 Prozent gestiegen. Der Anteil Deutschlands am Welthandel habe sich 2012 leicht auf 8,6 Prozent erhöht.

dapd

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