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„Deutsche Wirtschaft sieht Silberstreif am Horizont“ – Ifo-Geschäftsklima steigt im Oktober stärker als erwartet

Hat die Konjunktur in Deutschland die Talsohle erreicht?  - Copyright: Picture Alliance
Hat die Konjunktur in Deutschland die Talsohle erreicht? - Copyright: Picture Alliance

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft löst sich von ihrem Tiefpunkt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Oktober überraschend stark auf 86,9 Punkte, teilte das Ifo-Institut mit. Die Unternehmen beurteilten ihr laufendes Geschäft besser als im September. Auch ihre Erwartungen für die nächsten Monate hellten sich auf. „Die deutsche Wirtschaft sieht einen Silberstreif am Horizont, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Das Ifo-Geschäftsklima ist einer der wichtigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in den kommenden sechs Monaten. Ihm liegt eine regelmäßige, umfassende Befragung von Unternehmen zugrunde. Der Index misst nicht zurückblickend Geschäftsdaten, sondern erfasst Einschätzungen Firmen. Der neutrale Wert ist 100 Punkte.

Ifo-Geschäftsklima: Index für Wirtschaftsbereiche

Die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich im September von 88,7 auf 89,2 Punkte. Analysten hatten dagegen damit gerechnet, dass die Firmen ihr aktuelles Geschäft noch etwas schlechter beurteilten.

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Der Teilindex für die Geschäftsaussichten stieg von 82,9 Punkte auf 84,2 Punkte spürbar an. Hier hatten Analysten im Mittel mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Der Wert unterhalb von 100 signalisiert aber immer noch, dass die Unternehmen überwiegend mit einer Rezession in Deutschland rechnen. Ihre Erwartungen sind also noch lange nicht optimistisch, aber immerhin weniger pessimistisch.

„Das ist ein sehr willkommener Lichtblick für den Auftakt des vierten Quartals“, meinte der Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research. Dies seit umso wichtiger, als zuletzt sowohl das GfK-Konsumklima als auch der Einkaufsmanagerindex schwächer ausgefallen waren. Um eine Trendwende auszurufen, sei es aber noch zu früh.

„Der kleine Anstieg ist ein Hoffnungsschimmer – nicht mehr“, meint auch Bantleon-Volkswirt Jörg Angelé. „Beide Indikatoren liegen weiterhin nahe den Tiefstwerten, die während der globalen Finanzkrise verzeichnet wurden.“

„Der dichte Nebel lichtet sich“, sagte Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. „Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten stabilisiert“.

Die gedämpfte Stimmung der Unternehmen zieht sich im Herbst durch die meisten Bereiche der Wirtschaft. Im Verarbeitenden Gewerbe, dem Sorgenkind der deutschen Wirtschaft, ist das Geschäftsklima nun immerhin im zweiten Monat in Folge gestiegen. Dabei beurteilten die Firmen ihre aktuelle Lage sogar etwas kritischer. Von diesem niedrigen Niveau aus verbesserten sich aber ihre Erwartungen. Die Auftragslage bleibe jedoch schwierig.

Im Bauhauptgewerbe stieg das Geschäftsklima vom zuvor niedrigsten Wert seit 2009 immerhin etwas an. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und die Verunsicherung durch staatlichen Auflagen wie das Heizungsgesetz lähmen den Bau aber weiterhin. Ihre aktuelle Lage beurteilen die Firmen sogar noch schlechter. „Obwohl leicht verbessert, bleibt der Ausblick pessimistisch, so das Ifo-Institut.

Im Dienstleistungssektor hellte sich das Geschäftsklima nach sechs Rückgängen in Folge im Oktober deutlich auf. Hauptgrund war eine merkliche Verbesserung der aktuellen Lage. Die Erwartungen stiegen leicht, bleiben laut Ifo aber von Zweifeln geprägt.

Im Handel ist der Ifo-Index als einzigem Wirtschaftsbereich gefallen. Die Händler waren weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften und ihre Erwartungen verdüsterten sich. Dies spiegelt die erhebliche Verunsicherung wider, die auf das Konsumklima schlägt. Ökonomen setzten darauf, dass die realen Einkommen in den kommenden Monaten steigen, weil die Inflation nachlassen dürfte. Eine zunehmende Kaufkraft könnte dann den Konsum stützen.