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Deutsche Industrie: Konjunkturprogramm wird Rezession abmildern

BERLIN (dpa-AFX) - Industriepräsident Dieter Kempf hat das Konjunkturpaket der Koalition als starkes Signal für Bürger und Unternehmen bezeichnet. Die Stützung der privaten Konsumausgaben und der Liquidität von Unternehmen werde die Rezession deutlich abmildern, erklärte Kempf am Donnerstag. Die geplante Erhöhung und das Vorziehen öffentlicher Investitionen müssten nun zügig umgesetzt werden. "Der Ausbau der Infrastrukturen - etwa für digitale Netze oder die Elektromobilität - muss hierzulande noch besser und schneller werden."

Kempf äußerte aber auch Kritik: Mit den Regeln zum Verlustabzug sei die Industrie nicht zufrieden, weil nur ein Jahr möglich sei und der Rücktrag auf fünf Millionen Euro zu stark begrenzt sei. "Hier besteht Nachbesserungsbedarf, um den Unternehmen Liquidität zu verschaffen und ihr Insolvenzrisiko zu verringern. Positiv sind die verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten."

Der Mittelstandsverband begrüßt das Konjunkturpaket, es blieben aber Fragen offen. Die geplanten Überbrückungshilfen deckten nur betriebliche Fixkosten ab. In den vergangenen Monaten hätten viele Unternehmen ihr Eigenkapital aufgebraucht.

Der Verband der Chemischen Industrie kritisierte, mit dem Konjunkturprogramm ändere sich nichts an den strukturellen Defiziten des Standortes Deutschland. Das Paket springe zu kurz, denn es sei kein Wachstumsprogramm für die notwendige Transformation in Deutschland, die für neue Produkte und Verfahren notwendig seien.