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Nachfrage aus China treibt deutsche Exporte an

·Lesedauer: 3 Min.
Neuwagen am Hafen von Cuxhaven

Die deutschen Exporte haben zu Jahresbeginn erneut zugelegt, liegen aber weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, stiegen die Ausfuhren im Januar im Vergleich zum Vormonat Dezember 2020 um 1,4 Prozent, die Importe sanken um 4,7 Prozent. Je nach Handelspartner gibt es deutliche Unterschiede: Der Außenhandel zwischen Deutschland und Großbritannien brach infolge des Brexit ein, die Ausfuhren nach China werden für die deutschen Exporteure immer wichtiger.

Insgesamt wurden im Januar den vorläufigen Angaben der Statistiker zufolge Waren im Wert von 98,1 Milliarden Euro von Deutschland exportiert und Waren im Wert von 83,8 Milliarden Euro importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2020 sanken die Ausfuhren damit um 8,0 Prozent und die Importe um 9,8 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Beginn der coronabedingten Einschränkungen in Deutschland, lagen die Ausfuhren um 3,3 Prozent und die Importe um 5,2 Prozent niedriger.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden im Januar Waren im Wert von 54,5 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 44,3 Milliarden Euro von dort eingeführt. Das sind Rückgänge um 6,0 Prozent beziehungsweise 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Bei den Drittstaaten außerhalb der EU sanken die Aus- und Einfuhren gegenüber Januar 2020 um 10,3 Prozent beziehungsweise 13,9 Prozent. Im Außenhandel zwischen Deutschland und Großbritannien zeigen sich dabei erhebliche Auswirkungen des Brexits, der mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion zum Jahreswechsel endgültig vollzogen wurde: Die Exporte nach Großbritannien brachen im Januar um 29,0 Prozent zum Vorjahresmonat auf einen Wert von 4,3 Milliarden Euro ein. Noch deutlicher nahmen die deutschen Importe aus dem Vereinigten Königreich ab - sie sanken um 56,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Nach China dagegen legten die deutschen Ausfuhren hingegen zu. Sie stiegen um 3,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat, die Einfuhren wuchsen um 1,1 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen um 6,2 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zurück, die Importe aus den USA lagen im Januar mit 4,7 Milliarden Euro um 22,8 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen BGA sieht in der schnellen wirtschaftlichen Erholung Chinas den Grund dafür, warum die Volksrepublik im Januar sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen Deutschlands wichtigster Handelspartner war. "Der Handel mit den USA hingegen, deren Pandemie-Management bis vor kurzem so gut wie nicht existent war, ist deutlich eingebrochen", erklärte BGA-Präsident Anton Börner.

"Bedrückend" sei hingegen der Blick auf die europäischen Partner. Der Rückgang im Handel mit ihnen sei "ein klares Zeichen, dass die EU im Kampf gegen die Corona-Krise mehr hätte tun können und müssen", erklärte Börner. Damit sei eine wichtige Chance vertan worden, "als globaler Player wahrgenommen zu werden und eine Blaupause für andere Weltregionen zu bieten".

Corona sei aber nicht das einzige Problem für den Außenhandel, fügte der BGA-Präsident mit Blick auf den Brexit hinzu. Hier herrsche "großes Chaos". Auch die jüngste einseitige Entscheidung Londons, auf bestimmte Zoll- und Warenkontrollen von Einfuhren aus Nordirland für weitere sechs Monate zu verzichten, sei da wenig hilfreich. Sollte dies zu einer Nicht-Ratifizierung des Handelsabkommens durch das Europaparlament oder gar zu einem Rechtsstreit zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich führen, "würde dies die Hängepartie nur verlängern", warnte Börner. Die Wirtschaft brauche hier endlich Klarheit, damit der bilaterale Handel nicht noch mehr leide.

jm/ilo