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Deutsche Exporte gehen im August erstmals seit April 2020 zurück

·Lesedauer: 3 Min.
Container in Duisburg (AFP/Ina FASSBENDER)

Die deutsche Exportwirtschaft hat im August angesichts von anhaltenden Lieferengpässen und Problemen in den internationalen Lieferketten einen Dämpfer erlitten. Erstmals seit dem Einbruch des Außenhandels zu Beginn der Corona-Pandemie waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vormonat wieder rückläufig, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Der Industrieverband BDI sieht den Außenhandel von zwei Seiten unter Druck: durch Lieferengpässe bei Vorprodukten sowie Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten.

Insgesamt wurden im August laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von 104,4 Milliarden Euro exportiert. Das waren zwar 14,4 Prozent mehr als im August des Vorjahres - im Vergleich zum Vormonat Juli 2021 allerdings 1,2 Prozent weniger. Zuletzt waren die Exporte im April 2020 im Vormonatsvergleich gesunken. Damals waren die Ausfuhren inmitten der ersten Corona-Welle um 23,6 Prozent eingebrochen.

Im August wurden zudem Waren im Wert von 93,8 Milliarden Euro importiert - das war ein Plus von 3,5 Prozent verglichen mit Juli und ein Plus von 18,1 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Deutlich legten vor allem die Importe aus Drittstaaten außerhalb der EU zu, die gegenüber August 2020 um 25,9 Prozent auf 46,8 Milliarden Euro stiegen.

Die meisten Importe kamen aus China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 11,4 Milliarden Euro eingeführt, 20,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Zugleich übertraf der Außenhandel im August das Vorkrisenniveau. Verglichen mit Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, lagen die Exporte 0,5 Prozent und die Importe 9,9 Prozent höher.

Der Außenhandelsverband BGA bezeichnete dies angesichts des schwierigen Umfelds als bemerkenswert. "Es unterstreicht einmal mehr, wie robust und anpassungsfähig die deutschen Außenhändler sind", erklärte BGA-Präsident Dirk Jandura.

Es blieben aber weiterhin Risiken, die diese Entwicklung eintrüben könnten. "Nach wie vor kämpfen unsere Unternehmen mit der internationalen Logistik", erklärte Jandura. "Steigende Frachtpreise und ein Mangel an Containern erschweren das internationale Geschäft und lassen die Preise für alle Marktakteure in die Höhe steigen." Auch die Rohstoffknappheit mache den Unternehmen immer noch zu schaffen.

Die deutsche Wirtschaft müsse sich "auf einen schwierigen Herbst einstellen", kommentierte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) die Exportzahlen. "Aktuelle Lieferengpässe bei Vorprodukten beeinträchtigen die Produktion und damit die deutschen Warenausfuhren", erklärte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten behinderten die Exporte "erheblich".

Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sind von den sich hartnäckig haltenden Lieferengpässen und Preissteigerungen bei Rohstoffen, Vorprodukten und Energie mehr als vier von fünf Industrieunternehmen betroffen. "Mehr als ein Viertel dieser Unternehmen sieht sich gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder gar zu stoppen", erklärte Außenwirtschaftschef Volker Treier unter Berufung auf eine aktuelle DIHK-Umfrage zu Lieferengpässen und Rohstoffknappheit. 42 Prozent könnten aufgrund von Materialmangel zudem bestehende Aufträge nicht abarbeiten.

jm/hcy

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